5 Pflegegrade: Änderungen im Überblick – eine Infografik

05.04.2019 Studien
2 Minuten Lesezeit

Seit Anfang 2017 gibt es in Deutschland ein neues System zur Bemessung der Pflegegrade. In dieser Infografik werden die wichtigsten Änderungen und Prozesse erklärt.

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Durch die neue Beurteilung der fünf Pflegegrade werden Menschen mit Demenz gleichberechtigt. Nun erhalten mehr als eine halbe Million Menschen zusätzlich Leistungen. Ebenso sind diese Leistungen durch Hilfs- und Geldmittel ausgeweitet worden.

Von Pflegestufen zu Pflegegraden

Fand im alten System die Einteilung in Pflegestufen statt, werden in der neuen Zuordnung Pflegegrade verwendet. Menschen, die in der vorangegangen Einteilung durch leichte Einschränkungen im Alltag keine Berücksichtigung in einer Pflegestufe erhielten, werden nun mit dem Pflegegrad 1 abgedeckt. Anstatt der drei Stufen werden nun insgesamt fünf Pflegegrade mit steigender Pflegeintensität unterschieden.

Verteilung der Pflegebedürftigen

In der Verteilung der Menschen mit Pflegebedürfnis zeigt sich deutlich, dass die meisten, nämlich 44,1 Prozent, in den Pflegegrad 2 eingeordnet werden. 28,36 Prozent sind Pflegegrad 3 und 15,42 Prozent Pflegegrad 4 zugeteilt. Interessant ist, dass mehr Menschen dem Pflegegrad 5 entsprechen (7,05 Prozent), als dem ersten Pflegegrad (5,06 Prozent).

Ermittlung des Pflegegrades

Wurden bis Ende des Jahres 2016 die Pflegestufen anhand des Zeitaufwandes zur körperlichen Pflege pro Tag bemessen, gilt seit 2017 das „Neue Begutachtungsassesment“ (NBA) für die Einstufung. Hierbei wird der Grad der Selbständigkeit ermittelt und dabei körperliche, als auch geistige und psychische Komponenten eingerechnet. Insgesamt sechs Module mit unterschiedlicher Gewichtung geben letztendlich die Einteilung der Pflegegrade vor.

Dabei spielt die Selbstversorgung mit 40 Prozent der Beurteilung die größte Rolle, gefolgt von der Möglichkeit, selbstständig mit krankheits- oder therapiebedingten Belastungen umzugehen. Ebenso fließen die Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, kognitive und kommunikative Fähigkeiten als auch die Mobilität in die Berechnung hinein. Daraus wird ein Punktesystem abgeleitet, welches die schlussendliche Einteilung in die Pflegegrade bestimmt.

Im Pflegegrad enthaltene Leistungen

Die Leistungen unterscheiden sich von Pflegegrad zu Pflegegrad. Dabei erhalten auch Menschen mit Grad 1 monatlich 125 Euro als Kostenerstattung und Betreuungsgeld. Zusätzlich werden 40 Euro für die Versorgung von Pflegemitteln zugesprochen. Für z.B. eine nötige Wohnraumgestaltung werden einmalige Zuschüsse bis zu 4.000 Euro gegeben. Des Weiteren können zwei kostenlose Beratungsbesuch im Jahr wahrgenommen werden.

In den Pflegegraden 2 bis 5 haben die Betroffenen Anspruch auf Pflegesachleistungen für die Pflege durch einen Dienstleister oder erhalten bei häuslicher Pflege durch Angehörige oder Bekannte stattdessen Pflegegeld. Die Sachleistungen für ambulante Betreuung reichen von 689 Euro im Pflegegrad 2 bis 1.995 Euro im Grad 5. Geldleistungen variieren zwischen den Graden 2 und 5 zwischen 316 und 901 Euro. Bei stationärer Pflege Betragen die Sachleistungen zwischen 770 und 2.005 Euro.

Pflegegrade beantragen

Um einen Pflegegrad zu erlangen muss als erster Schritt eine Feststellung der Alltagseinschränkungen stattfinden, um im Anschluss einen Antrag auf Pflegeleistungen zu stellen. Die Begutachtung findet durch den MDK statt. Eine Entscheidung über den Pflegegrad findet innerhalb von 25 Tagen nach Antragstellung statt. Nehmen die Einschränkungen im Alltag zu, muss der Prozess wiederholt und ein neuer Antrag zum Erlangen eines höheren Pflegegrades gestellt werden.

Die fünf Pflegegrade im Überblick

Die fünf Pflegegrade im Überblick – Eine Infografik von Libify.com

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