„ADApp“: Innovative Medikamentenlieferung via Drohne

14.04.2021 Trends
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Die Logistik von Medikamenten ist ein sensibles Thema. Viele Menschen sind dringend und regelmäßig auf neue Medikamente angewiesen und müssen diese in einer Apotheke abholen. So stellt sich- besonders in den aktuellen Zeiten- die Frage, wie Personen, die das Haus zum Beispiel aufgrund von einer Quarantäne nicht verlassen können, ihre betreffenden Medikamente erhalten. Auch immer mehr ältere Menschen können ihr Heim nicht verlassen und haben keine Angehörigen, die für sie Arzneimittel abholen können.

 

Bereits geplant ist das elektronische Rezept, das sich in die restlichen Entwicklungen der Digitalisierung der Gesundheitsbranche einfügt, also das virtuelle Arztgespräch, Apps zum Monitoring von Gesundheitsdaten und zur Unterstützung einer Behandlung und andere neue technologische Hilfsmittel ergänzen kann. Übrig bleibt jedoch die Notwendigkeit, dass das Medikament auch zum Patienten zu bringen. Deshalb sollte für diesen Schritt eine alternative Methode entwickelt werden, deren Akzeptanz auch wissenschaftlich bewiesen ist. Dieses Ziel verfolgt die neue App „ADApp“, die Apotheken-Drohnen-App.

Der Weg zum Erfolg

Für das Projekt haben sich, initiiert durch den Dessauer Apotheker Martin Grünthal, mehrere Partner zu einer interdisziplinären und interregionalen Arbeit zusammengetan. Erster Partner war die Firma Brain-SSC, welche sich unter Inhaber Sirko Scheffler um Portallösungen und die Programmierung von Schnittstellen kümmert. Die beiden Inhaber stellten ihre Idee dem Bündnis „Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung“ (TDG) vor, welches von der Universitätsklinik in Halle an der Saale geleitet wird. Schließlich wurden als weitere Teilnehmer der Drohnenhersteller DiAvEn aus Berlin und die Abteilung für Logistik der Hochschule Anhalt gewonnen. Der so entstandenen Gruppe wurden für ihr Projekt ADApp vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit etwa 670.000 Euro Fördergelder zugesprochen.

Ziele der „ADApp“

Am 31.03.21 fiel der offizielle Startschuss des Projekts, bei dem die Beteiligten sowie der Ministerpräsident die Ziele der Initiative näher erläuterten. In der Kooperation soll die ADApp entwickelt, erprobt und für die weitere Anwendung nach ihren Auswirkungen und ihrer Akzeptanz bewertet werden. Der langfristige Fokus des Projektes liegt auf der Gesundheitsversorgung von einer wachsenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Personen, um deren Lebensqualität effektiv zu sichern. Von der Einrichtung der App können Hausarztpraxen und immobile oder in ländlichen Regionen lebende Menschen profitieren, die Schwierigkeiten haben, eine Apotheke zu erreichen. Ebenfalls drängt die aktuelle Pandemie-Situation auf neue Lösungen zur Gesundheitsversorgung. Dr. Reiner Haseloff unterstrich die Bedeutung der Digitalisierung und Innovation im Gesundheitswesen, um flexibel und zukunftsfähig zu bleiben. Schon bald könnte die kontaktlose Auslieferung per Drohne zum Alltag gehören.

„Die Ansprüche an die App sind hoch“

Durch Kommunikation zwischen den Apotheken mit der pflegerischen Versorgung können logistische Konzepte entworfen werden, die Pflegepersonal und Angehörigen viel Arbeit abnehmen können. Wenn das E-Rezept sich künftig durchsetzen wird, kann es direkt effizient in die Drohnen-Technologie eingebunden werden, sodass die kontaktlose Versorgung bei Bedarf kein Problem mehr darstellt, so die Vision von Apotheker Grünthal. Brain-SCC-Geschäftsführer Sirko Scheffler fügt hinzu: Die Ansprüche an die App sind hoch. Denn im Gesundheitsbereich müssen Sicherheit und der Schutz der sensiblen persönlichen Daten an den Schnittstellen gewährleistet sein. Dank der Vernetzung mit der Forschung zu Logistik- und Luftverkehrsmanagement an der Hochschule Anhalt kann die Entwicklung der ADApp von vielen Erfahrungswerten mit sensiblen und eiligen Waren profitieren.

Der Startschuss naht

Schließlich kann die Firma DiAvEn ihre bestehende Drohne „Labfly“ an die neuen Erfordernisse anpassen und ihr Knowhow über die kürzlich erneuerte EU-Drohnenverordnung in das Konzept für die ADApp einbringen. So könnte schon bald die Entwicklung abgeschlossen sein und in die erste Probephase übergehen.

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