Amazons neues Wearable: Der Versuch, Emotionen zu lesen

03.06.2019 Trends
2 Minuten Lesezeit

Amazons neues Wearable, welches den Codenamen „Dylan“ trägt, wird in einer Kooperation zwischen Entwicklern der Alexa Sprachsoftware sowie einer Gruppe des Lab126 entwickelt. Dieses war bereits für Amazons Fire Phone sowie den Echo Smart Speaker verantwortlich.

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Internen Dokumenten zufolge handelt es sich bei dem neuen Gerät um ein Produkt aus dem Bereich Gesundheit und Wellness, welches am Handgelenk getragen werden soll. Möglicherweise soll das Gerät auch Hinweise für eine bessere Interaktion mit Mitmenschen liefern können.

Laut internen Dokumenten arbeitet Amazons Wearable mit einer Smartphone App zusammen und verfügt über interne Mikrophone sowie eine Software zur Erkennung des emotionalen Zustand anhand der Stimme. Der aktuelle Entwicklungsstand ist aber ebenso unklar, wie eine kommerzielle Veröffentlichung von „Dylan“. Amazon ist dafür bekannt, seinen Entwicklern einen großen Spielraum für das Experimentieren mit Produktideen zu geben. Ein Beta-Test ist bereits in Gange. Es ist allerdings nicht bekannt, ob der Versuchslauf die Prototyp-Hardware sowie die Software zur Erkennung von Emotionen oder gar beides beinhaltet. Laut Bloomberg wurde von Seiten Amazons bislang jegliche Kommentare dazu verweigert.

Wenn Science-Fiction zur Realität wird

Die Idee von der Erkennung menschlicher Emotionen mittels Maschinen existiert bei vielen Science-Fiction-Autoren bereits seit sehr langer Zeit. Kürzlich ist dieser Gedanke nun Wirklichkeit geworden: Unternehmen wie Microsoft, Google und IBM entwickeln seit geraumer Zeit Technologien zur Erkennung emotionaler menschlicher Gefühlszustände durch die Analyse von Bildern, Audio Dateien und anderen Quellen. Amazon hat schon in der Vergangenheit bereits öffentlich die Idee geäußert, einen lebensechten Spracherkennungsassistenten zu entwickeln.

Amazons neues Wearable: Mögliche Einsatzbereiche

Mit Hilfe dieser Technologie hofft Amazon darauf, mehr Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Produktideen zur Verbesserung der Gesundheit zu erhalten. Aus einem 2017 beantragten Patent geht hervor, dass Amazon Kenntnis über den emotionalen Zustand der Nutzer dazu nutzen möchte, um Produkte zu empfehlen und maßgeschneidertes Feedback anzubieten. Es beschreibt ein System, welches Sprachsoftware für die Analyse von stimmlichen Mustern nutzt, um die Gefühlslage der User zu ermitteln.

Eine Grafik, die der Patentantrag beinhalten soll, zeigt eine Frau, die mit schniefender Stimme zu Alexa spricht und mitteilt, dass sie hungrig sei. Daraufhin empfiehlt Alexa ein Rezept für eine Hühnersuppe, um die Erkältung unter der die Frau leidet, zu kurieren.

Neues Futter Datenschutz-Debatte

Ein weiteres, von Amazon beantragtes Patent, lässt auf eine Technologie schließen, die in der Lage sein soll, die Stimme der Nutzer von Hintergrundgeräuschen zu unterscheiden. Diese Technologie soll sich „Dylan“ ebenfalls zu Nutze machen. Dieses Konzept dürfte die Debatte um den Schutz sowie das Sammeln von persönlichen Nutzerdaten durch die bekannten Tech-Giganten noch weiter befeuern. Bereits zu Beginn des Jahres wurde bekannt, dass Mitarbeiter von Amazon Echo-Kunden mit Hilfe von Sprachgesteuerten Lautsprechern abhören und die aufgezeichneten Daten auswerten.

Amazon beansprucht eine Führungsrolle

Durch seine Arbeit an dem besagten Wearable unterstreicht Amazon jedenfalls seine Ambitionen, ein führender Hersteller in Sachen innovativer Spracherkennungssoftware sowie Verbraucherelektronik zu sein. Dank Alexa ist es Amazon bereits in der Vergangenheit gelungen, die Beliebtheit für Technologie, die per Sprachbefehle gesteuert wird, zu steigern. Nachdem sich Amazon im Bereich der Entwicklung von Smartphone Apps seinen großen Rivalen Apple und Google wohl geschlagen geben muss, versucht man nun, Alexa noch stärker in alltägliche Bereiche zu involvieren. So arbeitet man neben einem Konkurrenten für Apples AirPods, unter anderem an einem Roboter, der autonom durch Haushalte navigieren soll.

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