Apple Watch wird zu einem hilfreichen Tool für die Behandlung von Parkinson

05.07.2018 Studien
2 Minuten Lesezeit
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Die Apple Watch kann bald den Tremor eines Patienten mit Parkinson erkennen, um langfristig dabei zu helfen, die Krankheit zu managen. Noch dieses Jahr möchte Apple ein Update veröffentlichen, das die Erkennung von Bewegungen verbessert und damit Parkinson-Forschern helfen kann, Zittern von bewussten Bewegungen zu unterscheiden.

Dadurch ist die Beurteilung von Medikamentenwirksamkeit beispielsweise weniger abhängig von der Erfahrung der Patienten und kann stärker durch Aufzeichnungen nachvollzogen werden. Die „Movement disorder API“ (Schnittstelle für Bewegungsstörungen) soll dabei weiter die Rolle von tragbaren Geräten bei der Erforschung von Parkinson verbessern.

Parkinsonbehandlung mit Apple über Versicherungen

Weltweit leiden etwa 10 Millionen Menschen an Parkinson. Momentan wird die Apple Watch vor allem für die Forschung eingesetzt – die extrem teuren Geräte müssen also nicht immer von Patienten bezahlt werden, sondern werden über die Forschungsausgaben finanziert.

Zukünftig möchte Apple die Verbreitung noch stärlen und dazu beispielsweise mit Krankenversicherungen zusammenarbeiten. So könnte der Anbieter seine Marktbeherrschung weiter stärken.

Apples starker Einfluss beruht einerseits darauf, dass die Produkte (iPhone, iPad, Mac, …) gerade unter Medizinern beliebt sind – auch wenn sich weniger Patienten die Produkte leisten können. Andererseits hat Apple diese Beherrschung unter der einflussreicheren Gruppe der Betroffenen erkannt und unternimmt anders als Google starke Vorstöße, sich bei Ärzten und medizinischen Forschern als Forschungspartner zu etablieren.

Langfristig auch hilfreich in der Behandlung

Die Apple Watch kann, wenn die ausgewerteten Daten durch Forschung besser verstanden werden, auch bei der Behandlung helfen. Durch eine Auswertung der Bewegungen könnte die Apple Watch zukünftig Patienten darauf hinweisen, wenn die Wirkung ihrer Medikamente nachlässt.

Ein häufiger Grund für Lücken ist, dass Medikamente mit dem Essen eingenommen werden. Meist liegt aber zwischen dem Frühstück und Mittagessen mehr Zeit als zwischen Mittag- und Abendessen. So ist die Versorgung ungleichmäßig gesichert.

Während diese Erkenntnisse bisher nur aus Weltwissen der Forscher oder Beobachtungen von Patienten entstehen konnten, die eine Verschlimmerung ihrer Symptome am späten Nachmittag erkennen konnten, kann die Apple Watch  die Symptome objektiv messen. Gleichzeitig kann die Uhr als einfacher „Wecker“ an die Medikamenteneinnahme in regelmäßigen Abständen, unabhängig von Mahlzeiten, erinnern.

Apple Watch und Co in der Forschung

In vielen Forschungsprojekten kann die Apple Watch dank des Research Kits von Apple eingesetzt werden. Dabei funktioniert sie bis jetzt vor allem als „Beobachter“ – Patienten tragen die Watch oder ihr Smartphone im Alltag bei sich und liefern so viele Daten, die Forscher sonst nie erhalten würden. Klassische Studien beobachten Menschen meist in sehr kontrollierter Umgebung – und das Verhalten eines Patienten tagsüber im Labor sagt nicht viel über seien Beschäftigung im Laufe des Abends aus.

Andere Hersteller konzentrieren sich auch auf Geräte, die nicht nur beobachten, sondern auch behandeln oder ausgleichen. Apple befindet sich auf dem Weg dahin.

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