Bayers SmartRead-Kampagne: Alternative für Menschen mit Sehschwäche

10.09.2019 Kampagnen
2 Minuten Lesezeit

Mit seiner Kampagne für SmartRead, einem Magazin, welches sich vor allem an ältere Menschen sowie Menschen mit einer krankheitsbedingten Schwächung der Sehfähigkeit richtet, ist es der Pharma-Werbeagentur Langland gelungen, einen bronzenen Pharma Lion zu gewinnen. Auftraggeber der Kampagne ist der Pharmakonzern Bayer.

Screenshot: Video SmartRead

Eine Makuladegeneration beschreibt eine Erkrankung der Netzhaut des Auges, welche den „Punkt des schärfsten Sehens“ angreift und im schlimmsten Fall zu einer Erblindung führen kann. Die Idee für die SmartRead-Kampagne, die der Bayerkonzern bei der britischen Agentur für Advertising in der Pharmabranche, Langland, in Auftrag gegeben hat, gründet in einem Umstand, den jeder kennt, der schon mal im Wartezimmer einer Arztpraxis gewartet hat. Auf einem Ablagetisch liegen üblicherweise verschiedene Boulevardmagazine oder Fachzeitschriften aus, die für einen Zeitvertreib sorgen sollen. Leider ist es Menschen mit Sehschwächen nicht möglich, diese Magazine zu lesen. Die Wartezeit beim Arzt wird somit zu einer doppelten Qual, da man keine Möglichkeit hat, sich von der Behandlung abzulenken. Man wird vielmehr daran erinnert, dass man unter einer Schwächung des Sehnervs leidet und zu welch alltäglichen Dingen man nicht mehr in der Lage ist. Bayer hat diesbezüglich eine Lösung gesucht, die auch wirklich einen Mehrwert für ihre Zielgruppe bieten kann.

SmartRead als Gegenentwurf zum Digital-Trend

Diesen Mehrwert möchte man erreichen, indem man eine zielgruppenspezifisch passende Lösung anbietet. Da es sich um eine überwiegend ältere Zielgruppe handelt, die von SmartRead angesprochen werden soll, hat man sich für ein Magazin entschieden, einem Medium, das älteren Menschen bereits bekannt ist und dessen Funktionsweise sich relativ einfach gestaltet. Anstatt also dem Trend hin zu digitalen oder anderen modernen Lösungen zu folgen, mit denen man die Patienten möglicherweise zusätzlich befremdet, versucht man ihnen mit SmartRead etwas zu geben, das sie kennen und das ihnen dementsprechend ein Gefühl der Vertrautheit liefert.

Spezifische Designs und relevante Inhalte als Erfolgsfaktor

SmartRead zeichnet sich einerseits bereits auf den ersten Blick durch seine Größe aus – die Zeitschrift ist größer als herkömmliche Magazine. Bei einem Blick ins Innere stellt man fest, dass sich die Vergrößerung ebenfalls auf die Schrift ausdehnt. Hier wählt man zudem eine Schriftart, welche nicht zu komplex dargestellt und somit für Menschen mit Sehschwierigkeiten einfach zu lesen ist. Bei der Wahl der Farben wird zudem Wert auf einen hohen Kontrast gelegt sowie darauf geachtet, dass das verwendete Material eher matt wirkt und nicht zu stark reflektiert. Simple Designelemente sowie ein relevanter Content, der einerseits unterhaltsam ist, auf der anderen Seite aber auch wichtige Informationen für die Lesenden beinhalten soll, unterstützen den reduzierten Auftritt des Magazins, das entsprechend mit einer Einfachheit glänzt.

SmartRead from Poison the Salt on Vimeo.

 

SmartRead findet den Weg in private Haushalte

Relevante Inhalte sowie das ansprechende Design wurden gemeinsam mit dem Royal National Institute for the Blind und der Macula Society erarbeitet. Der Erfolg der Kampagne spiegelt sich nicht nur im Gewinn eines der begehrten Pharma Lions wider. Patienten, welche das Magazin aus den Arztpraxen kannten, haben im Anschluss an einen Arztbesuch private Abonnements abgeschlossen und die Zeitschrift zu sich nach Hause liefern lassen. Innerhalb eines Jahres konnte der Absatz an privaten Abos um 500% gesteigert werden. Durch den Erfolg des Magazins wurde auch die erweiterte Health Care Community auf SmartRead aufmerksam. In Form von zahlreichen Interviews, Quizzes und News werden viele wichtige Fragen beantwortet, die die Zielgruppe betreffen. Über 7500 Exemplare jeder Ausgabe von SmartRead werden an über 133 medizinische Institutionen vertrieben und verdeutlichen so den besonderen Mehrwert, den Bayers Kampagne für die ältere und sehbehinderte Bevölkerung liefert.

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