Big Data: Takeda setzt auf Digital Health-Kooperationen

30.11.2016 Studien
3 Minuten Lesezeit
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Das Pharmaunternehmen Takeda hat bekannt gegeben, dass es in Zukunft mit Digital Health-Kooperationen medizinische Studien verbessern möchte. Geplant ist die Zusammenarbeit mit einigen Firmen, um klinische Studien weiterzuentwickeln, Daten zu analysieren und die Entwicklung von Biosensoren und tragbarer Technik voranzubringen.

Digital Health-Kooperationen für digitale Biomarker

Ein Teil dieser Zusammenarbeit ist die Übernahme der Plattform von Koneska Health. Koneska Health ist ein Unternehmen, das mit Daten arbeitet, die aus mobilen, tragbaren und anderen Technologien stammen, um Gesundheitsindikatoren zu messen. Diese Daten werden in einigen klinischen Studien von Takeda genutzt, die sich mit Biosensoren und Wearables beschäftigen.

Hauptziel der Bemühungen des japanischen Pharmaunternehmens ist es, sogenannte digitale Biomarker zu entwickeln. Diese sollen Daten von Devices sammeln, die dauerhaft die Vitalzeichen, Aktivitätslevel und Schlafmuster eines Patienten überwachen. Takeda hofft, dass diese Messungen später als Entscheidungshilfe dienen können. Außerdem sollen sie wertvolle Informationen über jeweiligen Tageszustand des Patienten liefern.

Die Zusammenarbeit von Koneska Health und Takeda bietet die Möglichkeit, auf mehr Technik und Expertise zurückzugreifen. Außerdem können Studien mit den Daten von Koneska Health patientenzentrierter werden, heißt es in einem Statement von Takeda.

Koneskas End-to-End-Lösung erlaubt es Takeda, Daten aufzuzeichnen, die aus den Sensoren und Devices des Unternehmens stammen. Damit Takeda seine Vorstellungen im Bereich Digital Health realisieren kann, ist der Arzneimittelhersteller auf Digital Health-Kooperationen, wie die mit Koneska, angewiesen.

Pilotprogramm für Patienten mit CED

Bereits im September 2016 launchte Takeda ein Pilotprogramm für Patienten, die an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) leiden. Dieses Programm, IBData, verbindet digitale Technologie mit Healthcare. Im Rahmen des Pilotprojektes können CED-Patienten ihre Symptome mit tragbaren Devices festhalten. Diese Daten werden gesammelt und in Reports aufbereitet. Die Berichte sollen dann dazu dienen, die Patienten-Arzt-Beziehung zu stärken und schließlich zu verbesserten Behandlungen führen.

Der japanische Arzneimittelhersteller ist im Bereich CED derzeit sehr aktiv. Dies beschränkt sich nicht nur auf technische Lösungen. Auch die Kampagne „The Unbeatables“ mit Superhelden zieht viel Aufmerksamkeit auf sich. In Zusammenarbeit mit Marvel Custom Solutiones sind für diese Kampagne verschiedene Comic-Charaktere entworfen worden, die entweder an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden oder Patienten mit diesen Krankheiten betreuen.

Auch Gewebeanalyse steht im Fokus

Im Rahmen weiterer Digital Health-Kooperationen gibt es auch eine Zusammenarbeit von Takeda mit dem deutschen Unternehmen Definiens. Definiens ist auf die Analyse von Bildern und Daten spezialisiert. Die Kooperation der beiden Firmen konzentriert sich auf ein anderes Thema, das wichtig für klinische Studien ist: die Gewebeanalyse. Im Regelfall dauert eine Gewebeanalyse mehrere Monate. Besonders bei akuten medizinischen Problemen ist dies eine sehr lange Zeit.

Die Produkte und Leistungen von Definiens ermöglichen tiefere Einblicke in die Biologie von Krankheiten und das Immunsystem. Indem man wissensgesteuerte Biomarker-Analyse mit cloud-basierten digitalen Pathologie-Plattformen kombiniert, können Forschungsdaten nahtlos in klinisches Wissen übersetzt werden. Dies liefert wertvolle Erkenntnisse für die nächste Generation im Bereich Diagnostik.

Definiens verwendet die cloud-basierte Plattform VeriTrova, die auch Biomarker analysieren kann.  VeriTrova kann klinische Studien beschleunigen, indem digitalisierte IHC-Bilder aus Laboren und Oszillographen aus der Ferne in die Cloud hochgeladen werden. Dort werden die Bilder dann auch analysiert. Die Qualität der Bildanalyse soll so ebenfalls verbessert werden.

Takeda möchte diese Technologie im Rahmen der Zusammenarbeit nutzen. Das Unternehmen erhofft sich durch die Echtzeitanalyse eine Bildanalyse, die automatisiert und standardisiert wird. So soll die Analysezeit für Gewebe von Monaten auf Wochen verkürzt werden.

Weitere Digital Health-Kooperationen in Planung

Auch für die Zukunft scheint Takeda weitere Digital Health-Kooperationen zu planen. So wurde im Januar 2016 in dem Unternehmen eine neue Position, die des Vice President of External Partnerships, geschaffen. Auf der Health 2.0 – Messe veranstaltete Takeda einen Wettbewerb, bei dem digitale Gesundheitsapplikationen für Menschen mit multiplen depressiven Störungen gesucht werden sollten. Außerdem arbeitet das Unternehmen an einer Studie mit der Vanderbilt University, bei der Smartwatches als Symptomtracker für Patienten mit Verdauungsstörungen genutzt werden.

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