Bitkom und SITiG fordern eine Bundesagentur für digitalisierte Medizin

18.07.2018 Tech
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Digitalisierte Medizin ist als Realität nicht nur bei Unternehmen und Ärzten angekommen – auch die Regierung beschäftigt sich in Deutschland mit eHealth. Das entsprechende Gesetz zur digitalen Gesundheitspflege existiert bereits, im nächsten Schritt fordern einige Gruppen aber noch mehr. Der IT-Branchenverband Bitkom hat gemeinsam mit dem Spitzenverband IT-Standards im Gesundheitswesen (SITiG) eine Forderung nach einer eHealth-Bundesagentur formuliert.

Forderung nach einer Bundesagentur für digitale Gesundheit

Bitkom und SITiG stützen ihre Forderung auf Kritik an der bisher nicht ausreichenden Förderung und Integration von digitaler Gesundheit in vielen alltäglichen Bereichen.

Unbestritten ist, dass die Rahmenbedingungen, die bisher im Bereich der digitalisierten Gesundheit existieren, noch nicht ausreichend sind. Interoperabilität und Datensicherheit sind hier wichtige Themen. Die Verfahren, die bisher die Rahmenbedingungen in diesen Bereichen verbessern sollen, seien allerdings ebenfalls nicht ausreichend.

Gleichzeitig fehlen bisher klare Vorgaben zur Umsetzung von Datenschutz und Datensicherungsvorschriften – dieser Makel ist im Rahmen der neuen DSGVO in vielen Branchen aufgefallen.

Die Bundesagentur für e-Gesundheit soll Lücken ausbessern

Eine Bundesagentur für e-Gesundheit könnte hier nachhelfen. Dazu müsste sie technische und semantische Grundlagen schaffen – Standards prägen also. Nur, wenn solche etabliert werden, kann eine sinnvolle Umsetzung durch Unternehmen erfolgen.

Eine wichtige Aufgabe wäre dabei die Erarbeitung einer eHealth-Strategie – eines umfassenden Konzepts also, das die bisherigen Unklarheiten beseitigt.

Idealerweise soll die neu aufgebaute Bundesagentur dabei natürlich alle Akteure einbinden und für eine gut gelenkte Umsetzung der Pläne von digitalisierter Gesundheit sorgen.

Regierungs-Unternehmen im Technologiebereich

Der Optimismus der beiden Branchenverbände ist enorm – hat die Bundesregierung doch bei früheren Versuchen mit einer digitalen Gesundheitskarte bereits eher Stolpersteine ausfindig gemacht. Auch zum Thema „Anwaltspostfach“ gab es viel zu lesen, aber wenig davon positiv.

Eine zentrale, standardisierende Stelle, die nebenbei auch noch mit Sachkompetenz über allen Akteuren wacht und Unternehmen klare, auf ihre Situation und Branche abgepasste Vorgaben macht, ist natürlich ein wünschenswertes Ideal.

Selbstlose Hilfsangebote?

Die Unterzeichner des Antrags auf diese Bundesagentur bieten selbstlos ihre Unterstützung bei der Umsetzung an – wessen Interessen hier einfließen werden, lässt sich also leicht absehen.

Der SITiG beklagt unter anderem, dass Deutschland anderen Nationen in der Forschung zur Digitalisierung der Gesundheit weit hinterherhinke. Hier wird manchmal schlicht übersehen, dass einige der Projekte aus anderen Ländern in Deutschland wegen eines stärkeren Schutzes von Patienten nicht umgesetzt werden.

Andere Probleme entstehen aber sicherlich auch durch eine Bürokratie, die noch lange nicht auf Digitalisierung ausgelegt ist. Die Unterstützung von technischen Experten ist – gebietsübergreifend – notwendig und – speziell für die Gesundheitsbranche – Voraussetzung für die Weiterentwicklung nach aktuellen Trends.

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