Bristol Myer-Squibbs-Innovationswettbewerb: Künstliche Intelligenz im Vormarsch

17.03.2021 Trends
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Patienten mit multipler Sklerose entwickeln häufig mit der Zeit zunehmende Probleme beim Laufen und sind auf einen Gehstock oder auch einen Rollstuhl angewiesen. Der Angriff des Immunsystems auf die Myelin-Ummantelung der Nervenzellen sorgt bei der Autoimmunerkrankung dafür, dass Reize nur verlangsamt oder gar nicht mehr übertragen werden können. Probleme beim Laufen entstehen durch die resultierende Muskelschwäche und verringerte Empfindsamkeit. Schädigungen der Nervenbahnen verhindern die optimale Zusammenarbeit der motorischen und sensorischen Zentren, um die Lagewahrnehmung (Propriozeption) und den Gleichgewichtssinn zu gewährleisten. Beides erschwert den komplexen Bewegungsablauf beim Gehen.

Eine übliche Erscheinung bei MS-Patienten ist beispielsweise die Schwierigkeit, den Fuß bis zum richtigen Winkel anzuziehen, er fällt ungewollt wieder nach unten und behindert den nächsten Schritt. Dieser kleine Bereich kann doch die Mobilität und Lebensqualität enorm beeinflussen, da das Laufen langsamer wird und Betroffene leichter stürzen. Es entwickeln sich oft ungesunde Ausweichbewegungen wie höheres Heben der Knie, die Fehlbelastungen und Schmerzen.

KI-unterstützte Rehabilitation

Ein Gerät, das Patienten mit künstlicher Intelligenz bei der Rehabilitation der Muskelfehlfunktion helfen soll, gewann nun den ersten Preis bei der MS Innovation Challenge von Bristol Myers-Squibb. Das Preisgeld in Höhe von 25.000€ ging an den Gründer von Evolution Devices, Pierluigi Mantovani, der die Erfahrungen seines Vaters, der an MS erkrankte, mit dem „foot drop“ in die Entwicklung einbrachte. Eine Besonderheit des Preises ist die Bedingung, dass er ausschließlich an Personen mit multipler Sklerose und deren Angehörige vergeben wird. Die Innovation Challenge wird in Partnerschaft von BMS, welches Ende 2019 Celgene ablöste, und Lyfebulb organisiert.

Bedürfnisse der Patienten im Fokus

Das Projekt soll seit seiner Entstehung 2018 ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse von MS Patienten realisieren. Tina Deignan, Vice President der Immunology Unit bei Bristol, betont die Bedeutung des engen Kontakts mit Betroffenen und Angehörigen für die letzten Neuentwicklungen des Konzerns. Das Präparat Ozanimod kam unter dem Namen Zeposia im Sommer letzten Jahres auf den Markt, nachdem sich der Eintritt durch die Pandemie noch verzögert hatte.

Ebenfalls am Treppchen

Auch zwei weitere Gewinner konnten sich über Preise freuen. Die Firmen FFORA und GRIT bieten Rollstuhlzubehör und besonders geländegängige Rollstühle an, die Menschen mit MS Mobilität in jedem Terrain ermöglichen. Die zehn Finalteilnehmer stellten sich zwei Tage lang vor einer Jury aus Experten aus allen Bereichen der Branche vor, die den Alltag erleichtern. Dazu zählen beispielsweise Wearables, Mobilitätshilfen und Trainingsprogramme wie die Gewinner-App. Mit den drei Gewinnern fand zudem eine virtuelle Gesprächsrunde statt, die für alle Mitglieder über Lyfebulbs Website zugänglich war.

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