Die Chatbots kommen – auch in der Pharma-Branche

17.09.2019 Trends
3 Minuten Lesezeit

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Chatbots die Pharma-Branche und ihre Customer Experience revolutionieren. Wir sagen Ihnen unter anderem, was die Technologie schon alles kann und welche Unternehmen sie bereits nutzen.

Was sind Chatbots?

„Hallo! Mein Name ist Julia und ich stehe dir heute helfend zur Seite. Hast du Fragen an mich?“ – so oder so ähnlich begrüßen uns Chatbots auf Webseiten in einem Pop-Up. Chatbots sind eine Mischung aus Suchmaschinen und künstlicher Intelligenz. Wenn Sie dem Chatbot eine Frage stellen, analysiert dieser automatisiert in Sekundenschnelle die eingetippten Wörter. Fragen Sie beispielsweise nach einem bestimmten Produkt, wird der Chatbot Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Link zu ebendiesem bereitstellen. Durch die künstliche Intelligenz und die Lernfähigkeit des Bots entsteht für Sie der Eindruck eines ganz alltäglichen Dialogs – immerhin begrüßt, bedankt und verabschiedet er sich. Grundsätzlich wäre es aber auch möglich, dass der Bot nur auf bestimmte Befehle reagiert. Da noch die wenigsten Menschen fundierte Programmierkenntnisse vorweisen können, verzichten darauf die meisten Unternehmen. Die Norgine GmbH kam in einer Studie zu dem allgemeinen Schluss, dass der Markt um die Bots bis 2024 auf einen Wert von bis zu 1,34 Milliarden US-Dollar steigen wird.

…und wie können sie die Pharma-Unternehmen unterstützen?

Das Potential von Chatbots ist in der Pharma-Branche bereits heute riesig. Ganz klar, schließlich kann so die Patientenerfahrung bzw. Customer Experience revolutioniert und modernisiert werden. Hier ein Überblick darüber, was Chatbots leisten können:

Krankheiten erkennen und diagnostizieren. Einerseits können die Bots dabei unterstützen, frühe Diagnosen zu stellen. Das würde gelingen, indem die Patienten ihre Symptome beschreiben und im Hintergrund eine tiefe Analyse stattfindet. Der Chatbot kann dem Patienten dann eine vorläufige Diagnose liefern. Aber: Das muss er gar nicht. Es wäre schließlich auch denkbar, dass er die möglichen Krankheiten einfach an den behandelnden Arzt weiterspielt und dieser seine Untersuchung darauf aufbaut.

Coaching anbieten. Andererseits könnten Ärzte und Patienten durch das Angebot beraten werden. Bei den Patienten ist eine Beratung durch Chatbots visuell oder auditiv im Zuge einer Therapiemaßnahme vorstellbar. Die Patienten erfahren damit zum Beispiel, wie sie sich optimal eine Insulinspritze setzen sollen. Aber auch Ärzte können sich so über neue, ihnen bisher weniger bekannte Behandlungsformen informieren und beraten lassen.

Sales steigern. Waren Sie schon einmal auf dem Weg zu einem eher spontanen Sales-Meeting mit einem Arzt und wussten gar nicht mehr, was dieser eigentlich macht? Sie würden den Arzt im Meeting dann vermutlich sehr allgemein ansprechen. Chatbots sind jedoch auch schon in der Lage, Ihnen Informationen über Ihre Ansprechpartner zu liefern. Auf die Frage „Kannst du mir ein Update zu Dr. Wagner geben?“ käme dann die folgende Antwort: „Er war gestern auf einer Konferenz zu Herzkrankheiten in Wien.“ Sie können so viel individueller auf Ihren Kunden eingehen und im besten Fall die Sales erhöhen.

Welche Pharma-Unternehmen setzen bereits auf Chatbots?

Das Potential von Chatbots ist Ihnen nun bewusst. Bevor Sie die neue Technologie in Ihrem Unternehmen implementieren, wären aber Best-Practice-Beispiele zunächst noch angenehm. Hier können wir Ihnen natürlich helfen.

Novo Nordisk

Novo Nordisk launchte vor kurzer Zeit seine Ozempic® App für Patienten mit Diabetes Typ 2. In der App werden die User regelmäßig an anstehende Behandlungen erinnert. Außerdem können die Patienten Fragen stellen und erhalten darauf Antworten durch den Chatbot.

Sanofi

Der Chatbot Nina stammt aus dem Hause Sanofi und wurde für Menschen mit leichten Schlafstörungen eingeführt. Der Bot ist 24/7 erreichbar und empfiehlt seinen Usern beispielsweise den Schlafmodus am iPhone, mit dem die Helligkeit des Displays angepasst werden kann.

Sugarpod

Auch Sugarpod richtet sich an Diabetes-Patienten. Der Bot trackt unter anderem die Mahlzeiten der User und deren Blutzuckerkonzentration. Außerdem ist er allein durch die Stimme der User steuerbar.

Sie sehen: Chatbots kommen in den verschiedensten Formen. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird jedoch sein, dass man sie an die Ansprüche der Pharma- und Medizin-Branche anpasst. Die gesetzlichen Beschränkungen müssen dabei trotz aller Digitalisierung immer beachtet werden.

Print Friendly, PDF & Email