Der Arzt als digitaler KOL

30.04.2019 Trends
3 Minuten Lesezeit

Der Key Opinion Leader (KOL) ist als Meinungsmacher in seinem jeweiligen Themengebiet ein wichtiger Stakeholder in der Marketing-Kommunikation. Für die Pharma-Branche ist hier vor allem der Arzt als KOL interessant. Aber wann ist ein Meinungsführer auch in der digitalen Welt erfolgreich? Und warum sollten Sie darauf Wert legen?

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Der Arzt als KOL in der Pharma Industrie

Das Konzept des KOL ist kein neues in der Pharma-Industrie. Schon seit Jahren arbeiten viele Firmen erfolgreich mit Meinungsmachern in ihrem jeweiligen Fachgebiet zusammen. Besonders der Arzt ist in der Branche ein angesehener Key Opinion Leader. Der Vorteil liegt hier ganz klar auf der Hand. Ein renommierter Arzt, der auf Konferenzen spricht, Fachartikel publiziert und als Experte auf seinem Gebiet gilt, erreicht ein großes Publikum und kann durch seine fachliche Kompetenz überzeugen. Er bezieht Stellung zu medizinischen Themen und hat einen besonders großen Erfahrungsschatz. Als KOL in der Medizin wird ein Arzt gesehen, der zu den besten seines Fachs gehört.

Wenn es nun für eine Pharma-Firma darum geht, mit dem richtigen Content ihre Target-Ärzte zu erreichen, dann ist die Zusammenarbeit mit KOLs ein wichtiges Marketinginstrument. Primär geht es dabei darum, Wissen zu vermitteln. Ein angesehener Meinungsmacher kann dabei helfen, die richtige Botschaft an die richtige Zielgruppe zu bringen. Oft passiert das im Rahmen eines Fachkongresses oder einer ähnlichen Veranstaltung vor Ort.

Digitaler Wissensaustausch

Nun ist es aber keine Überraschung, dass ein großer Teil des (fachlichen) Meinungs- und Wissensaustauschs heute in digitalen Kanälen stattfindet. Dazu gehören einerseits fachspezifische Plattformen, die speziell von Ärzten genutzt werden. Der Dialog findet aber zunehmend auch in den bekannten sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, LinkedIn oder Instagram statt. Wer seine Zielgruppe also in Zukunft noch erreichen will, sollte sich überlegen, wie das über digitale Kanäle aussehen könnte. Wir wissen heute, dass bereits 88% der österreichischen und sogar 96% der deutschen Bevölkerung regelmäßig das Internet nutzen. Der Arzt ist hier natürlich keine Ausnahme.

Der Arzt von morgen – der eigentlich bereits der Arzt von heute ist – kann mit ganz anderen Kommunikationsmitteln erreicht werden, als der sogenannte „Arzt von gestern“, meint auch Dr. Lukas Zinnagl, Founder & CEO von Diagnosia im Interview mit dem ePharmaINSIDER. Da Entscheidungen im medizinischen Alltag immer mehr digital stattfinden, ist auch das Smartphone heute ein wichtiges Arbeitsgerät für den Arzt. Er erhält dadurch in kürzester Zeit Zugang zu Informationen in großer Zahl und ist nicht mehr nur von firmenspezifischen Inhalten abhängig. Das ist auch in Hinblick auf die Menge an medizinischem Wissen, das heute verfügbar ist, relevant. Ein junger Arzt, der heute in den Berufsalltag einsteigt, hat Dinge in seinem Studium gelernt, die mit großer Wahrscheinlichkeit bereits veraltet sind. Hier den Überblick über das gesamte medizinische Wissen zu behalten, ist heutzutage nahezu unmöglich.

Über digitale Kanäle sollte dem Arzt die Möglichkeit geboten werden, aktuelles, medizinisch relevantes Wissen jederzeit abrufen zu können.

Der digitale KOL

Sieht man sich nun die Entwicklung des Meinungs- und Wissensaustauschs in Richtung digitale Kanäle an, ist es keine Überraschung, dass auch der KOL selbst immer digitaler wird. Über soziale Netzwerke und fachspezifische digitale Plattformen kann er mit Gleichgesinnten in Echtzeit in Austausch treten. Die Eintrittshürde ist deutlich niedriger als in der „Offline-Welt“ und fachlicher Austausch kann auf Augenhöhe stattfinden. Denn nicht nur der KOL ist in digitalen Kanälen unterwegs, sondern auch die Zielgruppe.

Die neue KOL-Pharma-Beziehung

Egal ob digital oder nicht – für die Pharma-Firma ist entscheidend, einen guten Draht zu ihren relevanten KOLs aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Über digitale Kanäle können auf diesem Gebiet neue Möglichkeiten entstehen und ein anderer Austausch als noch vor einigen Jahren stattfinden.

Dabei geht es auf der einen Seite um die Beziehung zu bereits bestehenden KOLs. Auf der anderen Seite aber auch ganz klar um den Aufbau neuer Beziehungen und das Finden der richtigen Meinungsmacher.

Wie die Beziehung zwischen Industrie und Ärzten in Zukunft aussehen kann, darüber wird auch beim Diagnosia Insights Event am 23. Mai 2019 diskutiert. Hier kommen Ärzte und Vertreter der Industrie für eine Podiumsdiskussion zusammen und tauschen sich über Kommunikationsmöglichkeiten im digitalen Zeitalter aus. Das Panel besteht aus Prim. Prof. PD Dr. Arnulf Ferlitsch (Primarius Innere Medizin), OÄ Dr. Elisabeth Rosenbaum-Medani (FÄ f. Innere Medizin), PD Dr. Johannes Pleiner-Duxneuner (Medical Director, Roche), Dr. Florian Modler (Medical Manager, Pfizer) und Dr. Harald Leiss (FA f. Innere Medizin u. Rheumatologie). Moderiert wird die Diskussion von Dr. Lukas Zinnagl (CEO, Diagnosia).

Mehr Informationen zu Anmeldung und Agenda des 1. Diagnosia Insights Events finden Sie hier.

Sie können bei der Anmeldung mit unserem Code EPHARMA19 außerdem exklusiv 45% auf Ihr Ticket sparen.

Diagnosia Insights Event

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