Digital Health Trends 2021: Bessere und effizientere Lösungen sind gefragt

07.02.2021 Trends
2 Minuten Lesezeit

Bei der Digital Health handelt es sich mit Sicherheit um einen der am stärksten wachsenden Bereiche des Gesundheitswesens, der sich rasch verändert. Dabei wird die Entwicklung von zwei starken Bedürfnissen angetrieben: Die Anwendung neuer Technologien in der Gesundheitsversorgung erleichtert es den Ärzten, Zeit zu sparen und ihre Patienten dennoch adäquat und persönlich zu behandeln. Zugleich können die Patienten selbstständiger ihre persönlichen und gesundheitsbezogenen Daten verwalten und somit einen besseren Überblick über ihren Therapiefortschritt behalten. Auf diese Weise könnten die weltweit stark angespannten Gesundheitssysteme entlastet werden, ohne Patientenbedürfnisse zu vernachlässigen.

Wenn Digital Health richtig umgesetzt wird, dann bietet sich die Möglichkeit das weltweit angespannte Gesundheitssystem zu entlasten, ohne Patientenbedürfnisse zu vernachlässigen.

Die Technologien müssen notwendigerweise leicht verständlich und einfach zugänglich sein, Bedingungen, die typische und schon verwendete Technologien wie Apps und Videosprechstunden hervorragend erfüllen. Die großen Trends im Bereich Digital Health, die in den nächsten Jahren zu erwarten sind, stellen wir hier in Kürze vor.

Virtuelles Lernen als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis

Videogestützte Operationstechniken werden im Zuge der Zunahme minimalinvasiver Technologien immer häufiger. Der Übergang von der Theorie in die Praxis des Operierens kann eine große Herausforderung darstellen. Eine ausgezeichnete Möglichkeit zum anschaulichen Lernen chirurgischer Fähigkeiten sind live gestreamte oder aufgenommene Videos zum virtuellen Lernen, mit denen Studenten ortsunabhängig auf das bestmögliche Anschauungsmaterial zugreifen können. Weiterhin wird auch die VR-Technologie in Zukunft öfter als effektives Werkzeug zum Lernen eingesetzt werden. Diese kann Abläufe inklusive der Bewegungen noch akkurater simulieren und sogar haptisches Feedback geben, was den Lernprozess im Vergleich zu traditionellen Methoden beschleunigen kann. Diese beiden virtuellen und videobasierten Technologien könnten als wertvolle Lernmaterialien eine Lücke schließen und die Behandlungsergebnisse auch bei ausgebildeten Ärzten weiter verbessern.

Apps

Da das Smartphone die meisten Menschen täglich und dauerhaft begleitet, sind Apps besonders für Monitoringlösungen und die Protokollierung von Messwerten geeignet. Speziell designte Apps für das digitale Notizbuch erinnern an Termine, planen die korrekte Medikamenteneinnahme und helfen bei der täglichen Kontrolle von chronischen Erkrankungen. Diese Unterstützung kann ambulante Betreuung aufgrund von Kapazitäten nicht in der gleichen Regelmäßigkeit leisten. Zudem kann bei negativen Entwicklungen zeitnah ein Termin eingeleitet oder eine Anpassung von Lifestyle oder Therapiemaßnahmen initiiert werden.

An positiven Beispielen für mobile Anwendungen für Patienten mangelt es nicht. Im Vereinigten Königreich beispielsweise sind schon 200.000 Menschen bei der staatlich entwickelten NHS-App registriert, die Unterstützung und Beratung bei mehreren chronischen Erkrankungen bietet. Die 2012 an der Boston University von Neurowissenschaftlern entwickelte „Constant Therapy“ App konnte in ihrem Testlauf nachweisen, dass sich der Heilungsverlauf nach einer Gehirnverletzung oder der Zustand bei kognitiven Störungen durch die Anwendung verbessert hatte. Umgesetzt wurde die Unterstützung mithilfe einer sogenannten „Neuro Performance Engine“, welche individuell Stärken und Schwächen jedes Patienten bei Aufgaben aus etwa 80 Kategorien mit Algorithmen und Machine Learning evaluiert.

Auch bei Diabetes stehen digitale Hilfestellungen zur Verfügung. Das Continous Glucose Measuring funktioniert mittels einer Insulinpumpe, die die Insulingabe automatisch den Glucosewerten des Patienten anpasst. Ein weiteres bekanntes Beispiel, das natürlich immer im Zusammenhang mit Diabetes Apps genannt werden muss, ist mySugr.

Klinische Studien von Zuhause

Die pharmazeutische Industrie und die Life Sciences stehen seit langem vor der Schwierigkeit, dass klinische Studien extrem hohe Kosten verursachen und von hohen Dropout-Raten betroffen sind. Viele Fragestellungen lassen es zu, dass die Versuche von den Probanden an flexiblen Standorten und auch von Zuhause durchgeführt werden können. Virtuelle Versuchsdurchführung mithilfe von Smartphones, Tablets und Wearables ermöglicht die Erfassung der Daten in Echtzeit und könnte durch die vereinfachte Durchführung die Abbrecherquote deutlich senken sowie die initiale Teilnahmebereitschaft erhöhen. Bei geringen Risiken kann die Studie sogar komplett virtuell und mit Interaktion durch Nachrichten und Videotelefonie gestaltet und so komfortabler und kostengünstiger werden.

Video-Sprechstunde

Ein weiteres wichtiges Element der Digital Health ist die Videosprechstunde, die komfortabel von Zuhause stattfinden kann und bei Terminen ohne notwendige körperliche Untersuchung den Patienten die Belastung durch lange Wege und Wartezeiten erspart. Der Chat oder das Videotelefonat kann genauso ablaufen wie ein persönliches Beratungsgespräch, wenn begleitend die relevanten Unterlagen für die Krankheitsgeschichte digital übermittelt werden. Auch diese Technik wird schon in Form von Apps, wie zum Beispiel die App Push Doctor, angeboten und kann häufige Termine für Betroffene und Ärzte deutlich erleichtern.

 

Print Friendly, PDF & Email