Disruptive Startups als Chance für die Healthcare-Branche

30.10.2017 Tech
2 Minuten Lesezeit
(c) kentoh / Shutterstock.com

Disruptive Startups können in der Healthcare-Branche so einiges verändern und bewegen. Das muss keine Bedrohung für die bisherigen Größen sein, wenn sie sich rechtzeitig auf die „neuen“ einlassen.

Was bringen Startups für die Healthcare-Branche? Wir haben die wichtigsten Einflüsse in vier Punkten zusammengefasst, von denen jeder profitieren kann.

Einfluss 1: Diversifizieren durch andere Perspektiven auf Teams

Ein Grund, wieso in vielen traditionellen Unternehmen früher oder später ein bestimmter Typ Mensch arbeitet, ist die ganz normale Grüppchenbildung, die wir seit der Schule kennen. Es schließen sich eben Leute zusammen, die einander zumindest etwas ähneln. Das ist einer von (mehreren!) Gründen, wieso sich in vielen Unternehmen beispielsweise vor allem Männer eines gewissen Alters mit bestimmten Wurzeln durchsetzen.

Große Unternehmen etablieren ausführliche Systeme, um ihren Bewerbungsprozess zu anonymisieren und dadurch möglichst jeden Bias zu entfernen – Geschlecht, Alter, Herkunft, Hautfarbe, Statur, Kleidung, …

Disruptive Startups haben hingegen oft so sehr verinnerlicht, dass Diversität nicht nur ein Ziel aus Fairnessgründen sein kann, sondern Unternehmen voranbringt. Deswegen wird hier nach Unterschieden gesucht und Teams werden oft absichtlich aus sehr unterschiedlichen Menschen aufgebaut.

Davon können große Unternehmen lernen. Und übrigens auch profitieren: Studien von mehreren Unternehmensberatungen zeigen, dass Diversität die Erfolge von Unternehmen steigert.

Einfluss 2: Risiken in Kauf nehmen

Viele kleine Startups werden von Menschen aufgebaut, die einmal alles auf eine Karte setzen. Dabei sind ihre Einsätze oft recht klein im Vergleich zu den Investitionsmengen von großen Unternehmen. Was ist also der Unterscheid zwischen den kleinen und den großen? Der Mut, Risiken einzugehen.

Das kann große Unternehmen inspirieren. Und es gibt Balancen zwischen der Unsicherheit eines Startups, das „All-In“ geht, und einem großen Branchenvertreter, der nichts riskiert. Beispielsweise durch den Aufbau eigener „Start Ups“ oder durch Verpartnerung mit kleinen Unternehmern und Gründern.

Einfluss 3: Ressourceneffizientes Denken

Startups müssen ressourceneffizienter denken – selbst wenn sie Förderungen erhalten, reichen die nicht für Ausgaben auf der gleichen Skala wie große Unternehmen. Die Healthcare-Branche hat Vermögen zur Verfügung, aber auch das sollte nicht leichtfertig verschwendet werden.

Welche Investitionen sind nötig und welche sind nur kurzfristig sinnvoll? Kleine Startups denken mehr über ihr Budget nach und sparen, wo sie können. Das hat auch Nachteile: Raum für soziale Verantwortung bleibt oft nur nach der Gewinnbilanz.
Auch hier ist die Kombination von Unternehmen und Startups eine echte Chance: Disruptive Einflüsse gibt es oft sogar sehr günstig.

Einfluss 4: Compliance von Beginn an verankern

Startups müssen rigoros planen. Kluge Gründer wissen, dass ein paar Stunden Recherche zu den Regeln, nach denen sie spielen müssen, sich wesentlich mehr lohnen, als später viele Stunden der Dienste eines Rechtsanwalts bezahlen zu müssen.

Hier haben die strengen Regeln in Europa sogar Vorteile: Wer sich von Anfang an daran hält, spart Geld. Startups werden von Um-Die-Ecke-Denkern gegründet, die die Regeln und Vorgaben als Eckpfeiler begreifen, auf denen sie ihre Ideen aufbauen können.

Auch Unternehmen können durch diese Denkweise Geld sparen. Regeln in der Gründung neuer Projekte zu verankern, statt sie später anzupassen, wäre auch für etablierte Unternehmen eine Idee. Sie sind aber manchmal zu festgefahren in Prozessen: Erst wird die Idee entwickelt, dann in ein Konzept investiert, dann beschäftigen sich ein paar Designer mit der Idee – und irgendwann sieht auch die Rechtsabteilung die Idee.

Aktuelle Konferenz zum Thema

Spannend für alle, die sich für das Thema näher interessieren, könnte die Frontiers Health Konferenz am 16. und 17. November in Berlin sein. Hier werden Digital Disruption und neue Technologien in der Healthcare-Branche zum Thema. Das Besondere: Kleine Startups treffen auf Entscheider aus der Pharmabranche – und umgekehrt!

Mehr Infos zu Ablauf und Agenda gibt es hier: www.frontiershealth.com

 

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