„‚Dr. YouTube“ Johannes Wimmer im Interview

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Dr. Johannes Wimmer

– Ausbildung: Humanmedizin
– aktuelle Position: Head of Digital Patient Communication im CV Derm, Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf
– frühere Position: Assistenzarzt in Hamburger Notaufnahme[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column css=“.vc_custom_1471875719148{padding-bottom: 40px !important;}“][vc_column_text]

Wir werden noch viel im Bereich Patientenkommunikation ausprobieren und vorantreiben.

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Zwischen Notaufnahme und YouTube – wie gut lassen sich diese beiden Komponenten in deinem Berufsleben vereinbaren?

Derzeit lässt sich die klinische Tätigkeit und die komplette Internet- und TV-Arbeit nur eingeschränkt vereinbaren. Ich bin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in der Versorgungsforschung bezüglich digitaler Versorgungsmodelle tätig und habe dort auch einigen Patientenkontakt. Die Stelle in der Notaufnahme musste ich allerdings erst einmal pausieren, ich komme da zeitlich einfach nicht dazu dort meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu bieten.

Wann kam dir die Idee als ,„Dr. Johannes“ im Web aktiv zu werden?

Die Idee für Internet-Videos für Patienten kam mir in meiner Tätigkeit am Allgemeinen Krankenhaus Wien. Nach meinem Studium in Deutschland hatte ich dort eine Stelle in der Radiologie angeboten bekommen und im Alltag schnell gemerkt, dass wir dort zwar technisch Spitzenmedizin bieten aber keine Zeit haben den Patienten zu erklären, was eigentlich ihr Problem ist und welche Möglichkeiten vor ihnen liegen. Mit Videos ist es wesentlich einfacher gute Informationen an die Patienten zu bringen.

Wie funktioniert das Business Modell Dr. Johannes Wimmer genau?

Mit gutem medizinischen Content in Form von Video lässt sich eine Firma aufbauen und rentabel führen. Das allein reicht aber nicht, wir machen viel mehr als Content. Das gesamte Beratungsgeschäft zum Thema digitale Transformation dürfte uns die nächsten Jahre reichlich beschäftigen. Hinzu kommt, dass wir in innovative Start-Ups im Health Bereich durch unsere Ressourcen und finanzielle Mittel investieren.

Der Arzt als Freund und Helfer – du verkörperst ein neues Bild des Arztes; eines, das dem Patienten zur Seite steht und mit ihm gemeinsam die passende (Gesundheits-) Lösung findet. Kommt eine neue Generation von Ärzten auf uns zu?

Die neue Generation der Ärzte ist schon längst da. Wenn ich mir überlege, dass meine Freunde aus dem Studium nun Fachärzte sind und überlegen, wie es weitergehen könnte dann ist es spannend zu sehen, dass davon eigentlich niemand Chefarzt werden will oder unfassbare Summen als Kredit für einen Praxiskauf aufnehmen möchte. Unsere Generation hat den Anspruch gute Medizin zu machen, menschlich Patienten an die Hand zu nehmen und dafür auch mit einer erfüllenden Freizeit entlohnt zu werden.

Auf deiner Website erwähnst du, dass die Kommunikation in der medizinischen Ausbildung oft zu kurz kommt. Wie kann das in Zukunft verbessert werden?

Die verbesserte Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist ja das große Thema der modernen Ausbildung. Sich da große Ziele zu setzen bringt aber nichts, wenn man nicht auch liefern kann. Das bedeutet, wir werden es nicht schaffen auf einmal pro Patient 45 Minuten Zeit zu haben aber wir können durch digitale Wege den Menschen mehr und passende Informationen mit nach Hause geben und das bedeutet für mich bessere Kommunikation.

Mit ,„Dr. Johannes“ stellst du die Bedürfnisse der Patienten in den Mittelpunkt. Wie kommt es, dass sich Patienten bei einer fremden Person im Internet oft wohler fühlen, als beim langjährigen Hausarzt?

Das ist eine gute Frage, die ich wohl nicht zufriedenstellend beantworten kann. Da müsste man mal die Zuschauer fragen. Ich versuche Themen locker und nahbar anzugehen und nehme mir in den Videos ausreichend Zeit auch für banale Fragen. Das ist ein Luxus den die meisten Ärzte leider nicht haben. Grundsätzlich ist mir wichtig, dass die Zuschauer auch ohne dass ich vor ihnen sitze das Gefühl haben, dass sie mir wichtig sind.

Warum macht die Gesundheitsbranche in vielen Fällen immer noch einen großen Bogen um das Internet?

Bei Ärzten gibt es ganz klar drei Hürden warum sie sich nicht ins Netz trauen. Da ist einmal die zeitliche Komponente. Die meisten Ärzte sind mehr als ausgelastet und haben keine Zeit abends noch Konzepte für Online-Auftritte zu machen oder diese sogar umzusetzen. Dazu kommt die Sorge, sich gegenüber anderen Ärzten unbeliebt zu machen oder nicht zu wissen, wie Kollegen reagieren, also wird davon lieber abgesehen. Der wichtigste Punkt könnte aber die rechtliche Unsicherheit sein. Viele Ärzte glauben, dass man als Arzt nicht im Internet auftreten dürfte, da man dadurch zum Beispiel gegen Gesetze verstößt.

Wie sieht die Gesundheitsbranche in 10 Jahren aus? Welche großen Innovationen stehen uns noch bevor?

Mein Team und ich sind ja vor allem im Bereich digitale Transformation und kontextsensitivem Content aktiv. Hier sehen wir die großen Möglichkeiten die Prozesse in der Gesundheitsversorgung zu verbessern. Ein großes Thema wird datengestützte Diagnostik sein, herkömmliche Studien werden weniger relevant sein, dafür werden die Realdaten aus Registern und direkten User-Daten an Gewicht gewinnen. Im Bereich Content wird es große Sprünge geben, da die Medizin immer komplexer wird und selbst Ärzte nicht mehr verstehen wie und warum ein Medikament eigentlich wirkt. Hier kann man durch Videos Wissenslücken schließen und das nicht One on One sondern skalierbar.

Wie geht es mit ,„Dr. Johannes Wimmer“ weiter?

Ich möchte wieder mehr im medizinischen Alltag mit Patienten arbeiten. Das ist eine große Quelle der Inspiration und des Antriebs. Zeitgleich möchte ich aber mehr Menschen die Medizin bieten, von der wir wissen, dass sie besonders gut funktioniert und das bedeutet wir werden noch viel im Bereich Patientenkommunikation ausprobieren und vorantreiben.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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