Die 3 Ks effektiver Patienten-Koordination

02.07.2019 How-To
3 Minuten Lesezeit

Erfolgreiche Pflegekoordination braucht eine auf Patienten zentrierte Strategie, die Kommunikation in den Mittelpunkt stellt und Wissen vermittelt. Aber wie stellen Sie sicher, dass Ihre Strategie diesen Komponenten entspricht? Dabei helfen die 3 Ks der Patienten-Koordination. Auch Unternehmen im Pharma- und Healthcare-Bereich können diesen Ansatz nutzen, um eine bessere Verbindung zu ihren Zielgruppen von HCPs und Patienten zu finden.

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Kommunikationslücken in der Gesundheitsbranche machen eine effektive Patienten-Koordination und die Versorgung von Patienten mit komplexen Gesundheitsbedürfnissen schwierig. Sie verursachen so zusätzlich hohe Kosten auf beiden Seiten. Geteilte Versorgungseinheiten führen nicht nur zu Fehlern in der Behandlung. Es kommt außerdem dazu, dass Arbeitsschritte doppelt gemacht oder gar gänzlich übersehen werden. Dies kann erhebliche, negative Auswirkungen auf die Genesung des Patienten haben.

Patienten-Koordination

Dabei lässt sich die Effektivität des Pflege-Teams durch die richtigen Ressourcen in jeder Phase deutlich verbessern. Mit den richtigen Tools wird Ärzten und Pflegepersonal die Möglichkeit geboten, immer und überall einen gleichbleibend hohen Pflegestandard umzusetzen. Diese Tools sollten vor allem die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit dem Pflegepersonal in allen Abteilungen sowie den Patienten fördern.

Denn eine effektive Pflegekoordination erfordert den zeitnahen, genauen und vollständigen Austausch von Patienteninformationen innerhalb des Pflegeteams. Die Implementierung eines patientenzentrierten Längsschnittplans verbindet das gesamte Team und unterstützt die Bemühungen um Zusammenarbeit. Eine umfassende Gesundheitsbewertung und eine konsistente Patientenaufklärung sind wichtige Bestandteile. Dies befähigt Ihr Team, ein größeres Engagement und eine konsistente Betreuung während der gesamten Patientenreise zu gewährleisten.

Um all das umsetzen zu können, sind die 3 Ks für eine effizienten Patienten-Koordinationen zu beachten:

Kommunikation

So ist auch der erste Punkt und gleichzeitig Schlüsselfaktor der 3 Ks für eine effektive Patienten-Koordination die Kommunikation. Wenn im gesamten Team aus Ärzten, Krankenschwestern, Pflegern, Managern, Therapeuten und Ernährungsberatern die gleichen Informationen vorliegen, können abgestimmte und die bestmöglichen Entscheidungen von allen Beteiligten getroffen werden.

Dabei müssen die Aufgabengebiete und Verantwortlichkeiten klar verteilt sein. Nur, wenn jeder seine Aufgaben kennt und weiß, wo er benötigte Ressourcen herbekommt, kann der Patient eine optimale Betreuung erfahren. So können reibungslose Abläufe innerhalb der Organisation gewährleistet werden.

Kultur

Jedoch reicht die Kommunikation allein nicht aus. Es muss auch eine sich den Veränderungen anpassende Kultur gelebt werden. Beispielsweise bieten Mobile-Devices den Ärzten und auch Pflegern die Möglichkeit, durch evidenzbasierte Informationen, die sie direkt am Behandlungsort abrufen können, bessere und schnellere Entscheidungen zu treffen.

Damit die neuen Kommunikationslösungen angenommen und infolgedessen umgesetzt werden, muss eine Bewusstseinsveränderung bei allen Beteiligten stattfinden. Dies ist wichtig, um durch die Adaptierung von essenziellen Prozessänderungen die Einführung von einer evidenzbasierten und professionellen Praxis  zu gewährleisten. Dabei darf das Team, bzw. einzelne Personen nicht übergangen werden und müssen aktiv in den Veränderungsprozess mit eingebunden werden.

Klarheit

Zu guter Letzt ist es wichtig, die Verantwortlichkeiten von jedem klar festzulegen. Dies betrifft nicht nur das klinische Personal, sondern inkludiert auch den Patienten. Auch dieser sollte über die Rolle und Zuständigkeiten jeder seiner betreuenden Ärzte und Pflegekräfte informiert werden und auch darüber aufgeklärt werden, welche Ressourcen für wen zur Verfügung stehen.

Viele Patienten wären gerne in der Lage, selbst Teil ihres „eigenen Pflegeteams“ zu sein. Sie wissen jedoch nicht, wo sie anfangen und woher sie die benötigten Informationen nehmen sollen. Besonders deshalb ist das aktive Miteinbeziehen der Patienten in deren Gesundheitsversorgung essentiell. Dazu zählt Aufklärungsmaterial, dass den Bedürfnissen und Wissensstand des Patienten angepasst ist. Dadurch können Patienten sich nicht nur besser versorgen. Es erhöht auch die Adhärenz bei Behandlungsplänen oder der Einnahme von Medikamenten. Dies wirkt sich wiederum positiv auf das Arzt-Patienten-Verhältnis aus, da Vertrauen aufgebaut wird.

Klar wird, dass alle 3 Komponenten – Kommunikation, Kultur und Klarheit – ineinandergreifen. Eine erfolgreiche Patienten-Koordination kann durch das Befolgen dieser 3 K’s ermöglicht werden. Angefangen bei der Pflegeplanung bis hin zu Patientenaufklärung ermöglicht die richtige Zusammenarbeit von Krankenpflegern, Ärzten und den Patienten einen sichere, koordinierte und somit effektive Patientenversorgung.

Patienten-Koordination in der Pharma-Branche?

Diese Strukturen und smarte Tools zur Informationsvermittlung sind auch für Pharma-Unternehmen eine Möglichkeit, ein funktionierendes Kommunikations- und Koordinationssystem aufzubauen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass alle auf dem gleichen Nenner sind. Das heißt: Jeder weiß welche Projekte gerade anstehen, welche Kunden beliefert werden müssen und vor allem auch in welcher Hierarchie. Wer hat welche Aufgaben? Wer trägt wofür Verantwortung und wer trifft die Entscheidungen?

Überlegen Sie in welchen Situationen akut am meisten Bedarf besteht und verhelfen Sie sich, unter der Berücksichtigung der 3 Ks, zu klaren internen und externen Koordinationsplänen. Zusätzlich können auch  Pharmaunternehmen dazu beitragen, durch angepasstes Informationsmaterial für alle Zielgruppen, Schulungen, Newsletter, Weiterentwicklung von Medikamenten und eine offene Kommunikation die Patientenkoordination in diversen Prozessebenen positiv zu beeinflussen.

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