Fitbit, BMS und Pfizer: Tool für Herzrhythmusstörungen

08.01.2020 Trends
2 Minuten Lesezeit

Zusammen mit Bristol-Myers Squibb (BMS) und Pfizer arbeitet Fitbit an einem Tool zur Erkennung von Vorhofflimmern, welches in die tragbaren Fitbit-Fitnesstracker integriert werden soll. Diese Kooperation bildet einen Teil einer größeren Kampagne zur früheren Diagnose von Menschen mit erhöhtem Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfällen.

Im Rahmen dieses von BMS und Pfizer gegründeten Joint Venture, einer Vereinigung, die sich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle konzentriert, plant Fitbit zusätzlich zu der Software für eine frühere Erkennung von Arrhytmie, auch Bildungsinhalte und Leitlinien rund um das Thema Herzrhythmusstörungen zu entwickeln.

Herzrhythmusstörungen: Zahl der Betroffenen wird steigen

Die drei Unternehmen schätzen, dass etwa 8 Millionen Menschen in den USA in diesem Jahr von Vorhofflimmern betroffen sein werden. Bei Vorhofflimmern handelt es sich um die am häufigsten vorkommende Form von Arrhythmie. Einschließlich derjenigen Formen, bei denen keine äußeren Symptome erkennbar sind. Es wird erwartet, dass diese Zahl durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung steigt. Einige Studien verdeutlichen darüber hinaus, dass mindestens 25% der Menschen, die von Vorhofflimmern betroffen sind, erst in Folge eines Schlaganfalls diagnostiziert werden. Von der Zusammenarbeit verspreche man sich in den Unternehmen, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren.

Möglichkeiten neuer Technologien ausschöpfen

Angela Hwang, Group President der Pfizer Biopharmaceuticals Group, äußert in einer Presseerklärung des Unternehmens ihre Begeisterung über die Zusammenarbeit mit BMS und Fitbit sowie die Möglichkeiten von neuen Technologien, die z.B. durch solche Wearables die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten vereinfachen und dabei helfen können, Herzrhythmusstörungen zu erkennen und zu verstehen. „Wir befinden uns in einer neuen Ära des Gesundheitswesens, in der wir uns nicht nur auf die Entwicklung von Therapien konzentrieren, sondern auch auf das Potenzial von Technologie und Daten, um Patienten zu helfen, mehr über ihre Gesundheit zu erfahren.“

In Zukunft sollen die Geräte von Fitbit auch weiterhin in einem direkten Wettbewerb mit Apples Smartwatch stehen. Der Tech-Riese aus dem kalifornischen Cupertino erhielt im September 2018 erstmals eine FDA-Zulassung für die Integration von Elektrokardiogramm- sowie Arrhythmie-Erkennungssoftware in seine Apple Watch.

Erkenntnisse über den Nutzen von Wearables in einer Langzeitstudie

Derzeit führt Apple gemeinsam mit Johnson & Johnson eine groß angelegte, mehrjährige Studie durch, um Erkenntnisse darüber zu erhalten, ob die Apple Watch tatsächlich dabei helfen kann, Vorhofflimmern bei älteren Menschen früher und schneller als bisher zu diagnostizieren. Fitbit erhofft sich von seinem Joint Venture mit BMS und Pfizer, eben dies zu erreichen. Menschen, die Wearables zur Überwachung ihres Herzrhythmus verwenden, müssten jedoch über weitreichenden Bildungscontent darüber geschult werden, wie sie mit den erfassten Informationen umgehen müssen, um eine effiziente Diagnose zu ermöglichen.

Lücken schließen und Potenziale nutzen

Viele Nutzer moderner digitaler Technologien, wie Smartphones, Fitnesstracker, Apps etc. integrieren diese zwar permanent in ihren Alltag, schöpfen jedoch die Potenziale dieser nicht gänzlich aus. Mit den Möglichkeiten seiner Health-Tracker, welche von den Besitzern 24 Stunden täglich am Handgelenk getragen werden sowie seiner Erfahrung in der Bereitstellung von personalisierter und ansprechender Software, könne Fitbit Inhalte entwickeln, die dabei helfen, Lücken bei der Erkennung von Vorhofflimmern zu schließen und Menschen dazu ermutigen, Ärztinnen und Ärzte für eine schnellere Diagnose aufzusuchen. So könne möglicherweise ein Schlaganfallrisiko bei vielen Menschen reduziert werden, hofft Fitbit-Mitbegründer und CEO James Park.

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