Fitbits mangeln an Funktionen beim Periode-Tracking

16.07.2018 Studien
2 Minuten Lesezeit
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Fitbits bieten Frauen nun auch die Möglichkeit, ihre Periode zu tracken. Vor rund 4 Monaten wurde den Gesundheits-Trackern ein Feature für das Aufzeichnen der „Frauengesundheit“ hinzugefügt. Obwohl es in diesem Bereich unzählige erfolgreiche Beispiele gibt, scheint die Idee von Fitbit nicht zu 100 Prozent durchdacht. Entgegen der Erwartungen ist die Funktion zum Periode-Tracking leider nicht besonders praktisch und weist Mängel auf.

Verbesserungsbedarf bei Fitbits Periode-Tracking Funktion

Fitbit hat sich dazu entschieden, seinem Gesundheitstracker die Funktion zum Periode-Tracking hinzuzufügen. Eine sehr sinnvolle Idee. So kann man sehen, wie die Periode zum Beispiel das eigene Fitnesslevel beeinflusst. Außerdem reicht dann eine App aus, um alle gesundheitlichen Daten im Blick zu haben. Fitbit ist der erste große Hersteller von Fitness-Trackern, der das Thema Frauengesundheit berücksichtigt hat.

Bei der Umsetzung dieser Idee durch Fitbit gibt es allerdings einige Probleme. Die Periodendaten sind eines von vielen Symbolen, das man seinem Dashboard in dem Programm hinzufügen kann. Dort wird einem unter anderem gezeigt, an welchem Zyklustag man sich gerade befindet. Tippt man auf das Symbol, öffnet sich ein Kalender. Dieser zeigt den erwarteten nächsten Eisprung sowie die nächste Periode an.

Leider ist dieser Kalender sehr unübersichtlich. Um die Monate unterscheiden zu können, sind sie abwechselnd grau und weiß unterlegt. Ohne diese Markierung würden die Monate einfach in einander übergehen. Die Schrift in dem Kalender der Perioden-Trackers ist sehr klein. Scrollt man durch den Verlauf, verliert man leicht den Überblick.

Nicht genug Details

Im Kalender von Fitbit kann man auf einen Blick nicht erkennen, wie man sich an einem bestimmten Tag gefühlt und verhalten hat. Viele andere Apps zum Periode-Tracking bieten diese Option, einige sogar mit Emojis. Zusätzlich kann man bei den meisten Programmen angeben, wie stark die Menstruation am jeweiligen Tag war.

Der größte Mangel des Fitbit Features ist für viele Nutzer, dass man trotz der Eingabe der Menstruationsstärke in dem Programm immer noch manuell Beginn und Ende der Periode angeben muss. In der App steht „das Loggen der Menstruationsstärke fügt keine Periode hinzu“. Man muss dafür „Bearbeiten“ auswählen und kann dann die Periode hinzufügen oder ihre Länge bearbeiten. Apps der Mitbewerber bieten diese automatische Funktion in den meisten Fällen.

Für die Angabe des eigenen Befindens bietet Fitbit lediglich 5 Optionen: Die Symptome Krämpfe, Akne, Kopfschmerzen, Brustspannen und „krank“. Vermutlich bedeutet „krank“ leichtes Fieber, da auf dem Bild zu dem Symptom ein Fieberthermometer abgebildet ist.

Unpraktisch, funktioniert aber

Um seine Symptome einzugeben, muss man auf das Symbol für Frauengesundheit tippen. Dann gelangt man zum Kalender. In diesem wählt man das Tagesdatum aus. Danach klickt man unten rechts auf „log details“ und dann kann man aus den oben beschriebenen 5 Symbolen wählen. Das ist sehr umständlich und dauert im Vergleich zu anderen Programmen zum Periode-Tracking lange.

Dennoch scheint die neue Funktion des Gesundheits-Trackers zu funktionieren. In einem 2-monatigen Test sagte das Programm die Periode der Nutzerin zuverlässig vorher. Die Testerin war mit der Perioden-Erinnerung von Fitbit zufrieden. Das Programm sendet eine Nachricht auf das Smartphone, kurz bevor die nächste Menstruation beginnen sollte.

Eine wirkliche Verbindung zwischen der Menstruation und den Fitnessaktivitäten konnte die Nutzerin in dem kurzen Test nicht feststellen. Dafür müsste Fitbit ein neues Feature anbieten, mit dem man die Daten aus dem Perioden-Tracking mit den Schlafdaten und den aufgezeichneten Aktivitäten übereinander legen kann. Zu Zeit kann man mit dem Programm zur Frauengesundheit lediglich Dinge wie die durchschnittliche Periodenlänge und den wahrscheinlichsten Ovulationstag auswerten.

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