Fragen zu Sex und Gesundheit? Chatbot Roo hilft Teenagern Antworten zu finden [inkl. Video]

Planned Parenthood weiß, dass Teenager viele Fragen zu Sex und Gesundheit haben. Diese besprechen sie aber nur ungern mit ihren Eltern. Deshalb hat die Organisation mit Work & Co zusammengearbeitet und den Chatbot Roo entwickelt. Er soll den Jugendlichen Antworten auf ihre Fragen liefern.

Chatbot, der sich entwickeln kann

Der Digital-Shop Work & Co und Planned Parenthood erarbeiteten gemeinsam die Strategie für den Chatbot, kümmerten sich um Branding, Design und Entwicklung. Roo wird bereits seit letztem Jahr getestet, sein Launch war aber erst Ende Januar 2019. An der Erstellung des Chatbots waren Teenager der Bushwick Highschool in Brooklyn beteiligt.

Auch der Name „Roo“ kam von den Schülern. Roo ist ein neutraler Name, der die gewünschte Zielgruppe anspricht. Designt wurde Planned Parenthoods Chatbot vor allem für 13- bis 17-jährige Teenager. Er ist so auslegt, dass er immer mehr Antworten auf Fragen liefern kann, je mehr er genutzt wird.

Heutzutage suchen Teenager fast ausschließlich online nach Gesundheitsinformationen. Der AI basierte Bot soll auf eine wertungsfreie und anonyme Art schnell Antworten liefern, die der Zielgruppe gefällt. Die Jugendlichen erhalten so Antworten, ohne sich auf ungeprüfte Quellen oder YouTube für wichtige Informationen verlassen zu müssen.

Digitales Produkt mit Seltenheitswert

Nutzer finden bei Roo Informationen zu jeglichen Themen von Pubertät über sexuell übertragbare Krankheiten, Schwangerschaft, erste Verliebtheit bis hin zu Masturbation. Der Chatbot ist mit Mobiltelefonen über Roo.PlannedParenthood.org zu erreichen. Hat der Bot selbst keine Antwort auf die gestellte Frage parat, so kann der die Teenager mit anderen Quellen, wie zum Beispiel Planned Parenthoods live Chat Programm, verbinden.

„Teenagern dabei zu helfen, Zugang zu verlässlichen Informationen zu erhalten, gerade weil so viele junge Menschen nicht die Antworten zu Sex und Gesundheit bekommen, die sie brauchen, macht diesen Chatbot zu einem digitalen Produkt mit Seltenheitswert“, so Gene Liebel, Work & Co Gründer, in einer Stellungnahme.

Initiativen wie diese sind dazu gedacht, Planned Parenthood mehr Informationen über eine schwer zu erreichende Zielgruppe zu liefern. Zu dieser gehören Teenager, die nicht aufgeklärt wurden oder deren Aufklärung nur aus Abstinenz bestand. In den letzten Jahren ist die Organisation in die Offensive gegangen, um die Breite der von ihr angebotenen Informationen zu verteidigen. Konservative Abgeordnete und Abtreibungsgegner hatten angestrebt, die Finanzierung von Planned Parenthood zu beenden.

„Wir wissen, dass es vielen jungen Leuten unangenehm oder peinlich ist, Fragen zu ihrer sexuellen Gesundheit zu stellen“, sagte Dr. Leana Wen, Präsidentin der Planned Parenthood Federation of America, in einem Interview. „Sie suchen oft online nach Informationen und stellen ihre Fragen anonym. Es ist wichtig, dass unsere Jugend eine verlässliche Antwort erhält, der sie vertrauen kann.“

 

Auch TrackingTrump.com von Work & Co

Bereits 2018 arbeiteten Planned Parenthood und Work & Co zusammen. Im letzten Jahr starteten sie ihr Projekt TrackingTrump.com. Sie erstellten eine Webseite, die all die Dinge aufzeigt, die von der Regierung unternommen wurden und die Frauenrechte oder den Zugang zu Healthcare betreffen. Dazu gehören unter anderem Beschlüsse, in denen es um die Kostenübernahme für Verhütungsmittel geht, seit Trump vereidigt wurde. Die Organisation und die digital Agentur streben eine langfristige Zusammenarbeit im Bereich der Entwicklung digitaler Produkte an.

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