NHS & Amazons Alexa: Gesundheitsinformationen für alle

05.08.2019 Trends
2 Minuten Lesezeit

In einem Statement hat die britische Regierung eine Zusammenarbeit zwischen dem Nationalen Gesundheitsdienst NHS und Amazon angekündigt. Informationen zu Gesundheitsthemen, die über die NHS-Webseite zur Verfügung stehen, sollen zukünftig vermehrt per Sprachsteuerung über Amazons Alexa bereitgestellt werden.

NHS will digitale Technologien nutzen

Die Zusammenarbeit mit Amazon wird vom NHS besonders begrüßt, denn Internetrecherchen über Sprachsuchen haben in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. Es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2020 bereits die Hälfte aller Suchanfragen über sprachgestützte Technologien, wie Alexa,  erfolgen wird. Mit dem NHSX hat die britische Regierung daher eine Abteilung eingerichtet, um den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen zu fördern und sich diesen Trend zu Nutze zu machen.

Matthew Gould, Geschäftsführer von NHSX, der mit der Überwachung des digitalen Laufwerks beauftragt ist, sagt: „Durch die enge Zusammenarbeit mit Amazon und anderenTechnologieunternehmen, ob groß oder klein, können wir sicherstellen, dass die Millionen von Nutzern, die jeden Tag nach Gesundheitsinformationen suchen, einfache, validierte Ratschläge auf Knopfdruck oder per Sprachbefehl erhalten. Ein Teil unserer Mission bei NHSX besteht darin, den Bürgern die Werkzeuge an die Hand zu geben, um direkt auf Dienstleistungen und Informationen zuzugreifen, und Partnerschaften wie diese sind ein wichtiger Teil davon.“

Reichweite von seriösen Informationsquellen wird erhöht

Professionelle und verifizierte Informationen aus einer seriösen Quelle wie der NHS Webseite können dann auch für Patienten zugänglich werden, die bisher Schwierigkeiten haben, diese Informationen zu erhalten. So z.B. ältere Menschen, Blinde oder Menschen, die mit herkömmlichen Mitteln keinen Zugang zum Internet haben. Durch einfache Sprachbefehle können diese Informationen in Sekundenschnelle von den Betroffenen abgerufen werden. So sollen durch einen speziellen Algorithmus, der von Amazonentwickelt wurde, Antworten geliefert werden, auf Fragen wie z.B. „Wie behandelt man eine Migräne?“ oder „Was sind die Symptome von Windpocken?“.

Patienten sollen befähigt werden

Langfristig wolle man prüfen, welche weiteren NHS-Dienste durch digitale Technologien für alle Patienten bereitgestellt werden könnten. Technologische Fortschritte sollen dazu genutzt werden, ein zukunftsfähiges Gesundheits- und Versorgungssystem aufzubauen, um den Nutzen für jeden Patienten, Mediziner und Betreuer zu maximieren. Um die Qualität der Patientenversorgung bzw. der Gesundheitsergebnisse zu verbessern und den Druck auf das Gesundheitswesen zu verringern, hat sich das Unternehmen verpflichtet, mehr Dienste digital zur Verfügung zu stellen.

Ziel der Zusammenarbeit sei es, „jeden Patienten in die Lage zu versetzen, seine Gesundheitsversorgung besser zu kontrollieren“. Außerdem sei „eine solche Technologie ein gutes Beispiel dafür (…), wie Menschen von zu Hause aus auf zuverlässige, weltweit führende NHS-Beratung zugreifen können“. Auch könne man so den Druck vonHausärzten und Apothekern nehmen, so Matt Hancock, Staatssekretär für Gesundheit und Soziales. Zwar werden den Patienten keine Amazon-Geräte mit Sprachsteuerungsfunktion übergeben, dennoch könnte der Dienst über eine kostenlose App möglich gemacht werden.

Amazon beruhigt beim Thema Datenschutz

Bedenken gegenüber einer Datenschutzkatastrophe, die nur auf ihren Ausbruch wartet, werden von Amazon entkräftet. Es werden keine Informationen an Dritte weitergegebenund auch keine Profile von Nutzern erstellt. „Alle Daten werden verschlüsselt undvertraulich behandelt. Kunden haben die Kontrolle über ihre Sprachhistorie und könnenAufnahmen einsehen oder löschen“, so ein Sprecher des Unternehmens. Kritik an Amazon kam in diesem Jahr unter anderem auf, nachdem Bloomberg News berichtet hatte, dass Amazon-Mitarbeiter auf der ganzen Welt regelmäßig Aufnahmen auswerten.

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