„Get the Flow“ eine App für den Gesundheitsbereich – aber nicht aus der Pharmabranche

22.01.2018 Kampagnen
2 Minuten Lesezeit
(c) Ivan Svyatkovsky / Shutterstock

Die App „Get the Flow“ ist für Kinder und Jugendliche gemacht, die stottern. Sie können damit durch Rap lernen, flüssiger zu sprechen und einen Rhythmus für Sprache zu gewinnen und auszunutzen, der das Stottern verhindert.

Die App ist sehr erfolgreich und wurde nicht nur ausgezeichnet, sondern stößt auch auf positives Feedback von Menschen, die mit dem Thema zu tun haben.

Der besondere Clou für die Pharmabranche: Diese App gegen Stottern kommt nicht aus der Pharmabranche. Der Entwickler ist Vodafone, ein großer Kommunikationsdienstleister, der mit dem niederländischen Stotter-Verband (Nederlandse Federatie Stotteren (NFS) – niederländische Webseite) zusammengearbeitet hat.

Eine App gegen Stottern

Die NFS setzt sich dafür ein, Kindern, die stottern, und ihren Eltern zu helfen. Dabei geht es darum, Eltern von jungen Kindern früh darauf aufmerksam zu machen, dass sie etwas gegen das Stottern tun und verhindern können, dass es sich zum Problem entwickelt. Älteren Kindern soll ebenfalls geholfen werden, ihr Stottern besser zu beherrschen. Dazu sollen sie insbesondere motiviert werden, regelmäßig zu üben – eine Aufgabe, die bei Teenagern nicht gerade einfach ist.

Die App verbindet die Übungen allerdings auf besondere Weise mit Rap – eine Musikform, die stark auf rhythmisch gesprochenen Worten basiert. Viele Jugendliche sind Fans der niederländischen Rapper Ali B, Broederliefde, Sevn Alias, Kevin, Soufiane Eddyani und Jairzinho, die sich unter anderem an der Entwicklung der App beteiligt haben. Gemeinsam mit Experten für Stotter-Therapie haben die Rapper Texte entwickelt, die die Kinder zum Üben benutzen können.

Neben den Übungen, die Teenager allein am Smartphone benutzen können, gibt es auch die Möglichkeit, mit anderen Nutzern der App gemeinsam zu trainieren. Im Video zur App auf YouTube (niederländisch mit englischem Untertitel) sieht man, welch positiven Effekt das gemeinsame Sprechen für Stotterer haben kann.

Erfolgreiche Kampagne

Die Kampagne zeigt sich extrem erfolgreich: Der „Grand Prix for Healthcare“ von Eurobest ging an DDB + Tribal Amsterdam – die Agentur, die die Kampagne für Vodafone entwickelt hat. Damit gab es bereits Auszeichnungen von offizieller Stelle.

Zusätzlich stößt die Kampagne aber auch auf positives Feedback von den „Konsumenten“: Sie funktioniert und motiviert Jugendliche, Übungen zum Stottern durchzuführen, die sie sonst eher vermeiden. Die App hat also bereits einigen Erfolg vorzuweisen.

Außerdem wird sogar die Werbung positiv aufgenommen: Unter dem Video auf YouTube finden sich einige positive Kommentare von Besuchern, die sich die Werbung sogar gern ein zweites mal angesehen haben.

Vodafone profitiert davon auf jeden Fall: Die App und das gesamte Marketing sind stark gebrandet und es kann keine Missverständnisse dazu geben, wer hinter der Entwicklung steht.

Mehr Ideen aus der Pharmabranche gefragt

Überraschend ist dieser Erfolg gerade für eine App, die nicht aus der Pharmabranche kommt – dabei versucht gerade die doch seit einiger Zeit, sich auch mit mehr Apps zu profilieren.

Hier ist eine Zusammenarbeit zwischen einem Kommunikationsdienstleister und einem Stotterverband erfolgreich gewesen. Für Vodafone ist das ein Geniestreich: Die App beschäftigt sich mit dem Thema Kommunikation und passt zu Vodafones Werbeversprechen, Menschen zu verbinden. Kindern, die durch einen Sprachfehler Schwierigkeiten mit dem Sprechen haben, sollen sich unterhalten und austauschen können. Neben der Verbesserung der Sprache lernen sie über die App auch noch andere „Stotterer“ kennen und merken, dass sie nicht allein sind. Diese Botschaft rührt auch Betrachter, die keine persönliche Verbindung zum Thema haben.

Die Pharmabranche kann sich daran ein Beispiel nehmen und überlegen, welche Bereiche sie vielleicht bisher nicht abgedeckt haben.

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