How-To: Wie Unternehmen im Bereich Pharma Social Media für sich nutzen

12.10.2016 How-To
3 Minuten Lesezeit

Dass auch für Unternehmen der Branche Pharma Social Media nützlich sein können oder gar unverzichtbar sind, sickert immer weiter durch. Trotzdem stehen viele Anbieter noch etwas hilflos vor dem „neuen Kanal“: Wie und für wen lässt er sich am besten nutzen? Wir geben einen Überblick.

Für Patienten: Zusatzinformationen

Viele Patienten suchen online nach anderen Betroffenen oder nach Expertentipps. Dabei stoßen sie auf viele dubiose Quellen. Pharmaunternehmen können Teile ihrer Forschung nutzen, um Patienten und Anwender zusätzlich aufzuklären. Beispielsweise über natürliche Heilmittel oder bestimmte Übungen.

Dabei müssen Pharmaunternehmen natürlich auch auf Facebook oder in einem Forum die Vorgaben zu Werbung und Gesundheitsberatung beachten. Es ist gut, wenn für solche Bereiche eine geschulte Person zuständig ist, die sich nicht nur mit dem Thema auskennt (oder weiß, wen sie im Unternehmen fragen kann!), sondern auch die rechtlichen Vorschriften und Rahmenbedingungen kennt.

Für alle: Aufklärung über Krankheiten und Beschwerden

Social Media Kanäle wie Facebook, Twitter oder auch andere Netzwerke wie Google+, Snapchat oder Pinterest sind zunächst einmal ein Kanal zu allen. Wenn ein Pharmaunternehmen einen guten Tipp zu einer bestimmten Krankheit teilt, wird er von Betroffenen vielleicht weiter geteilt.

Aufklärung über eine Krankheit mit nicht betroffenen Freunden teilen zu können, ist für viele Patienten eine große Erleichterung. Patienten mit chronischen Krankheiten wie MS können so anderen leichter begreiflich machen, wieso sie oft zu Hause bleiben oder was ihre „Schübe“ eigentlich sind. Und das auch gegenüber Kollegen oder anderen Eltern oder Mitgliedern im Sportverein, denen man nicht gleichzeitig die eigene, ganz persönliche Geschichte offenbaren möchte.

Für Ärzte und andere Fachpersonen: Fachinformationen

Viele Ärzte wünschen sich, online vor allem über Studienergebnisse und andere Fachinformationen von Pharmaunternehmen informiert zu werden. Auch hier sind Informationen über zusätzliche Heilmethoden nicht fehl am Platz: Beispielsweise können Pharmaunternehmen zusätzlich zur allgemeinen Warnung vor bestimmten Wechselwirkungen genauer erklären, was wieso passieren kann. Oder auf Studien verweisen, in denen andere Therapien als Unterstützung untersucht wurden.

Damit können Ärzte das Gefühl bekommen, besser informiert zu sein. Sie fühlen sich sicherer in der Anwendung oder Verschreibung eines Produkts. Marketing ist also nicht immer „Bewerbung“ oder das Herausstellen von besonders positiven Eigenschaften: Es kann auch einfach in mehr Informationen bestehen.

Für das Unternehmen: Mitarbeiterkommunikation und Versuchspersonen

Als Unternehmen haben auch Pharmakonzerne neben ihren eigentlichen „Kunden“ weitere Zielgruppen. Mitarbeiter beispielsweise sollten motiviert werden, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren. Zufriedene Mitarbeiter tragen die Botschaften ihres Arbeitgebers gerne weiter und bleiben dem Unternehmen treu. Deswegen können Erfolge von einzelnen Teams oder andere gute Nachrichten über Social Media kommuniziert werden.

Teilnehmer für Studien sind eine zweite große Gruppe, die oft in der Liste der Adressaten über Social Media vernachlässigt wird: Meist sehen nur Studenten Aushänge für Versuchspersonen. Oder eine Gruppe von Leuten, die sich sowieso für viele Studien meldet, weil es ihnen um die Aufwandsentschädigung geht. Um Versuchspersonen für Studien zu gewinnen, können auch Unternehmen im Bereich Medizin und Pharma Social Media nutzen. Die Reichweite ist wesentlich höher und es ist leichter, die Links zu teilen.

Wie Unternehmen aus dem Bereich Pharma Social Media zum Zuhören nutzen können

Soziale Netzwerke haben außerdem den großen Vorteil, gegenüber klassischen Kanälen, bidirektional zu sein: Unternehmen können nicht nur Botschaften nach außen tragen, sondern auch ihren Kunden zuhören. Dabei kann es um Unbeteiligte gehen, die nicht verstehen, wozu eine Kampagne überhaupt da ist. Oder um Patienten, die sich mehr Unterstützung wünschen und an das Unternehmen wenden, das ihre Hilfsmittel herstellt. Auch Ärzte mit Fachfragen können sich an das Unternehmen wenden oder in gemeinsamen Gruppen über Fragen zum Thema diskutieren.

Damit hat auch Pharma einen Platz in den sozialen Medien, der vielleicht bisher von einigen Unternehmen unterschätzt wurde. Spricht Ihr Unternehmen schon alle Zielgruppen an, die über Social Media erreichbar sind? Oder gibt es noch Möglichkeiten, mit weiteren Konzepten eine größere Weichreite zu bekommen?

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