In 10 Schritten zum Start Ihrer Content-Marketing-Kampagne

Content Marketing ist eins der wichtigsten Standbeine des Marketings überhaupt. 90 % der Experten im Bereich B2C verlassen sich darauf und die immerwährende Tagline „Content is King“ weht über vielen anderen Ideen. In den meisten Organisationen gibt es einen eigenen Experten für diesen Bereich, der immer weiter wächst.

Es ist also höchste Zeit, dass Sie auf den gleichen Zug aufspringen – wenn sie nicht schon eine Kampagne laufen haben. Aber wie überall gilt: Schlecht geplant ist manchmal sogar verheerender als nicht gemacht.

Schritt 1: Überzeugen Sie das Unternehmen

Wenn Sie das Unternehmen sind – perfekt. Wenn es noch andere im Team gibt: Leisten Sie zunächst Überzeugungsarbeit, dass Content wirklich der Weg zum Erfolg sein wird.

Die Überzeugungsarbeit führt hoffentlich zu einem klaren Budget und Zeitplan – und einer Übersicht, wer alles beteiligt sein wird.

Schritt 2: Beginnen Sie regelmäßige Checks

Schon vor dem Start der Kampagne sollte ein erster Check erfolgen – ein erster, weil Sie ab sofort immer wieder einen Blick auf Ihre Inhalte werfen werden.

Stellen Sie sicher, dass Inhalte noch aktuell sind: Artikel zu bestimmten Themen sollten mit der Zeit vielleicht von der Startseite verschwinden. Artikel zu aktuellen Ereignissen dürfen in einem Archiv verschwinden, wenn die Ereignisse vorbei sind.

Außerdem wird sich mit der Zeit die Qualität Ihrer Inhalte verbessern. Räumen Sie regelmäßig auf und orientieren Sie sich immer am höchsten aktuellen Standard.

Zu guter Letzt: Prüfen Sie alles auf technische Probleme – funktionieren sämtliche Links? Sieht alles noch gut aus? Passt ein neues Css auch zu älteren Seiten?

Schritt 3: Ziele setzen

Eine unglaublich wichtige Regel für jede Aktion, aber gerade alle im Rahmen von Content Marketing: Ziele setzen ist unabdingbar. Eine Kampagne braucht ein Ziel.

Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten und Zielsetzungen – als Beispiel einige mögliche Ziele für Ihr Content Marketing:

  • Neue Interessenten gewinnen
  • Neue Kunden gewinnen
  • Bestandskunden stärker binden
  • Mehr Bekanntheit schaffen
  • Sich als Experte positionieren

Eine weitere wichtige Regel: Pick One! Auch wenn eine Kampagne natürlich keiner Zielsetzung schaden sollte, sollten Sie Disziplin zeigen und verstehen, dass Kampagnen mit mehreren Zielen meist den Kern auflösen und die Inhalte verwässern.

Was ist im Moment ihr wichtigstes Anliegen?

Schritt 4: Ziele messbar machen

Im dritten Schritt sollten Sie vor der Durchführung festlegen, wie Sie den Erfolg der Kampagne messbar machen wollen. Hier werden Sie vielleicht auch merken, dass Ihre Ziele im dritten Schritt noch zu sehr auf die Messbarkeit ausgelegt waren.

Beispielsweise können Sie die Bekanntheit ihrer Webseite daran messen, wie viele Besucher sie in der Woche verzeichnen. „Mehr Besucher auf der Webseite“ sollte aber nie das Ziel Ihrer Kampagne sein – was haben Sie davon?

Machen Sie also zur Not den Schritt zurück zu Nummer 3 und formulieren Sie, was Sie glauben davon zu haben, wenn mehr Besucher auf ihrer Webseite auftauchen. Vielleicht überrascht die Formulierung Sie und Sie werden feststellen, dass eine andere Zahl besser misst, wie erfolgreich Sie sind.

Schritt 5: Ideale Leser

Um die Zielgruppe besser zu verstehen, erschaffen Sie sich „ideale Leser“. Das sind fiktive Personen, die die Eigenschaften Ihrer Zielgruppe vereinen.

Dabei denken Sie teilweise in Vorurteilen – aber immer basierend auf Wissen, das Sie tatsächlich über Ihre Zielgruppe haben. Dabei müssen Sie berücksichtigen, dass unterschiedliches Wissen unterschiedlich gesichert ist: Wenn Sie Menstruationsartikel verkaufen, ist recht sicher, dass der Großteil Ihrer Kunden weiblich ist. Wenn Sie ein Produkt für mehr Verdauungsgesundheit verkaufen, ist der Großteil Ihrer Kunden vielleicht nur weiblich, weil Sie selbst diese Zielgruppe mal festgelegt haben.

Schritt 7: Was zeichnet Sie aus?

Damit Ihre Inhalte einzigartig sind, sollten Sie festlegen, was Sie einzigartig macht. Was sind die Dinge, die nur Ihr Unternehmen bringen kann und die Sie „besser“ als die Konkurrenz macht?

Was genau bedeutet „besser“ in Ihrer Branche? Und können Sie diese Inhalte richtig kommunizieren?

Dieser Punkt ist ein Schlüsselkriterium auch wenn Sie mit externen Profis zusammenarbeiten: Es ist kein Problem, wenn jemand anderes für Sie Blogartikel oder Inhalte formuliert. Es ist aber nutzlos, wenn diese Inhalte so generisch sind, dass Ihre Vorzüge nicht mehr rauskommen.

Schritt 7: Bestandsaufnahme Ihrer Möglichkeiten und Ressourcen

Viele Ressourcen für Ihr Projekt haben Sie vermutlich schon – das ist die gute Nachricht. Die schlechte, oder eher etwas anspruchsvollere ist, dass Sie trotzdem Aufwand betreiben und diese sortieren möchten.

Wenn Sie Experteninhalte bieten wollen, müssen Sie beispielsweise Experten zur Mitarbeit motivieren. Jemand mit Projektmanagementskills muss das Projekt überwachen. Und wenn externe Ressourcen und Mitarbeiter hinzugezogen werden, muss eine Person auch zu diesen die Schnittstelle bieten.

Schritt 8: Inhalte und Kanäle

So – jetzt steht die Basis. Aber eigentlich geht es bei Content Marketing um Content. Den müssen Sie also noch schaffen.

Am besten sammeln Sie erst mal Ideen. Grobe Entwürfe sind vermutlich schon in den Schritten 1-7 entstanden. Erstellen Sie eine Übersicht über alle Ideen und versuchen Sie dann, daraus klare Inhalte zu formulieren. Als nächstes werden Themen und Formate sortiert (ist ein Thema groß genug für ein e-Book oder passender als Blog-Beitrag oder eBook?).

Und als letztes matchen Sie Inhalte, Formate und Kanäle: Eignet sich ein Beitrag zur Verbreitung über Facebook oder eher den Newsletter? Passt ein Post auf Instagram oder sollte er einfach auf der Webseite platziert sein? „Alles auf allen Kanälen“ ist nicht immer die beste Idee.

Schritt 9: Einen Zeitplan erstellen

Sortieren Sie alle gesammelten Ideen zu einem Zeitplan. Wann wird welcher Inhalt erscheinen?

Bedenken Sie auch, dass Sie sich selbst jetzt Vorgaben setzen. Wenn Sie einen Zeitplan erstellen, nach dem wöchentlich ein Blogartikel erscheint, müssen Sie diesem Inhaltsplan langfristig folgen, damit der Blog nicht irgendwann vernachlässigt wirkt.

Beim Zeitplan sehen Sie insbesondere auch, welche Frist Sie bis zum Start haben: Lassen Sie immer etwas Zeit für die Umsetzung von Ideen.

Schritt 10: Los geht’s

Jetzt geht die eigentliche Arbeit erst so wirklich los. Ab sofort produzieren Sie Inhalte und versorgen Ihre Kunden auf neue Art mit Gründen, Ihnen treu zu bleiben – oder Kunden zu werden.

Wichtig ist, dass Sie die Kampagne nicht als Selbstläufer verstehen. Prüfen Sie immer wieder, ob noch alles gut läuft, ob die Schritte zusammenpassen und wie gut die verschiedenen Inhalte funktionieren. Vielleicht sind Sie völlig überrascht davon, was Ihrer Zielgruppe tatsächlich am besten gefällt.

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