In den USA kann Alexa dank GoodRx jetzt auch Medikamentenpreise prüfen

09.01.2018 Tech
2 Minuten Lesezeit
(c) Zapp2Photo / Shutterstock

GoodRX hilft Patienten in den USA, beim Kauf von Medikamenten den günstigsten Preis unter den Anbietern in der Umgebung zu finden. Mit einem Interface für Alexa gibt es jetzt eine weitere Schnittstelle für die Bedienung des Preisvergleichs. Bisher ist GoodRX über eine normale Website, die mobile Version und eine App verfügbar.

Mit der neuen Schnittstelle können Patienten – oder Ärzte – über die Sprachsteuerung Preise für Medikamente abfragen. Dazu fragen Sie Alexa nach einem Medikament. Alexa antwortet mit der üblichen Dosis und Stärke dieses Medikaments – wenn die Einnahmeanweisung für den Nutzer hiervon abweichen, kann er sie korrigieren. Dann fragt Alexa den günstigsten Preis bei GoodRX ab und gibt das Ergebnis zurück.

Warum GoodRX funktioniert

In den USA sind Medikamentenpreise insbesondere auch für verschreibungspflichtige Medikamente nicht festgelegt. Das bedeutet, dass Patienten – egal ob mit oder ohne Krankenversicherung – ganz unterschiedliche Preise für ihre Medikamente bezahlen, je nach ausgewählter Apotheke. Diese Unterschiede können enorm sein – teilweise liegt der Unterschied zwischen zwei Anbietern bei über 100 Dollar. Die Gründe für diese unterschiedlichen Preise liegen unter anderem darin, dass die Verkäufer einzeln mit den Großanbietern über Preise verhandeln.

Eine andere Einsparmöglichkeit für Patienten ist die Wahl eines Generikums statt des Markenprodukts. Dafür ist allerdings entscheidend, dass der Arzt diese Möglichkeit auf dem Rezept erlaubt. Durch den Wechsel können Patienten monatlich teilweise wiederum mehrere hundert Dollar sparen. Für Patienten mit einer Krankenversicherung kann ein generisches Medikament kostenlos sein, während die Zuzahlung zu dem „Original“-Preis riesig sein kann.

Produktentwicklung kommt von GoodRX

GoodRX hat die Entwicklung des Produkts für Alexa angestoßen. Einer der Entwickler hatte selbst die Idee, dass er Alexa gerne auch für die Bestimmung von Medikamentenpreisen nutzen würde. Dabei legt das Team bei GoodRX viel Wert auf eine gute Zugänglichkeit ihres Angebots: Die Spracherkennung wurde darauf trainiert, komplizierte Namen von Medikamenten auch bei Aussprachefehlern oder mit einem starken Akzent oder Dialekt zu erkennen. Das folgt der Entwicklung, dass die Webseite auch schon Medikamentennamen vorschlägt, wenn sie nicht ganz richtig buchstabiert wurden.

Damit zeigt GoodRX ein vorbildliches Bewusstsein für die besonderen Herausforderungen von Patienten im Umgang mit dem Produktfeld „Medikamente“, die in anderen Bereichen nicht oder nicht so stark auftauchen.

GoodRX und Alexa im Behandlungszimmer und beim nächsten Rezept

GoodRX kann sich auch vorstellen, dass Alexa von Ärzten genutzt wird. Viele Patienten in den USA haben Bedenken, wenn ihr Arzt ihnen ein Medikament vorschlägt. Sie erkundigen sich dann auch nach dem Preis. In den meisten Fällen kann ein Arzt den nicht auswendig wissen. Mit Alexa im Sprechzimmer kann er die Behandlung fortsetzen, ohne am Computer oder Smartphone etwas eintippen zu müssen.

Auch an anderer Stelle ist der Umgang mit persönlichen Daten in Amerika mal wieder etwas lockerer: GoodRX fragt über Alexa nach 27 Tagen, ob der Patient das Medikament nicht nachkaufen muss, und ein neues Rezept bräuchte. Anders als bei GoodRX Website werden so tatsächlich doch personenbezogene Informationen gesammelt und – von Alexa – verarbeitet.

Print Friendly, PDF & Email