Innovation-Challenge: Celgene und Lyfebulb für mehr Lebensqualität von MS-Patienten

03.07.2019 Kampagnen
3 Minuten Lesezeit

Im Rahmen einer Innovation-Challenge kooperierten die Unternehmen Celgene und Lyfebulb miteinander und gaben den Teilnehmenden die Chance, sich mit ihren Ideen für eine Förderung in Höhe von 25.000 USD zu bewerben. Das Hauptziel der Initiative war es, die Entwicklung von Lösungen zu fördern, um MS-Patienten bei ihren täglichen Herausforderungen zu unterstützen. Das soll ihre Lebensqualität sowie die ihrer Betreuer oder Familienmitglieder verbessern.

Teilnehmende haben einen direkten Bezug zu MS

Die Innovation-Challenge war insofern einzigartig, als dass die Teilnehmenden einen direkten Bezug zu der Krankheit MS vorweisen mussten. Bei MS, also Multipler Sklerose, handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der durch Entzündungen in Hirn und Rückenmark Teile der Nervenfasern von körpereigenen Abwehrzellen zerstört werden. Weltweit leiden etwa 2,5 Millionen Menschen an dieser Krankheit.

Bei der Innovation-Challenge von Celgene ist Lyfebulb nunmehr zum siebten Mal an einem Contest beteiligt, in dem ausschließlich Patienten oder Menschen mit Bezug zu einer Krankheit involviert sind. So hat man in der Vergangenheit bereits mit Partnern wie Novo Nordisk für Diabetes, Helsinn Healthcare für Onkologie oder United Healthcare für Depressionen und Angstzustände kooperiert, um neue Ansätze zu ergründen. Nachdem das Feld der Teilnehmenden auf 10 Verbliebene reduziert wurde, hatten diese am 12. und 13. Juni im Stile von „Die Höhle der Löwen“ die Gelegenheit, sich in einem 10-minütigen Vortrag vor einer fachkundigen Jury, bestehend aus fünf MS-, Gesundheits- und Wirtschaftsexperten, in der Celgene-Zentrale zu präsentieren.

Expertenjury der Innovation-Challenge kürt Kommunikations-Tool

Anhand strenger Auswahlkriterien wie Originalität, Machbarkeit und Wirkung in der Praxis wurde am Ende des zweiten Tages Kinza Kasher von LeoPlus zur Siegerin erkoren. Die Interaktionsdesignerin aus New York stach ihre Konkurrenz mit einem Tool aus, welches MS-Patienten ermöglichen soll, miteinander und mit ihren Pflegepartnern effizienter zu kommunzieren. „Wir wissen, dass die Kommunikation innerhalb von Familien, die von Multipler Sklerose betroffen sind, eine Herausforderung sein kann. ‚Duet‘ ist eine innovative Möglichkeit, Verbindungen zu denen herzustellen, die man liebt“, sagte Dr. Tim Coetzee, Chief Advocacy, Services and Research Officer bei der National Multiple Sclerosis Society, der als Vorsitzender der Jury tätig war. „Wir waren besonders inspiriert von Kinzas Liebe zu ihrer Mutter [welche unter MS leidet], die zu diesem einzigartigen Ansatz zur Förderung sinnvoller Gespräche und Verbindungen inspirierte.“ Das Tool verfügt über die Möglichkeit, acht Nachrichten zu speichern und diese mit einer bestimmten Farbe zu kennzeichnen. So kann beispielsweise ein Patient das Gerät so programmieren, dass ein Hilferuf in roter Farbe erscheint, eine Nachricht, die über einen glücklichen Gemütszustand berichtet, gelb ist oder blau, wenn der Patient z.B. ruhig ist.

Ehrenpreis für Online-Reiseplattform

Eine Ehrenauszeichnung wurde Jason DaSilva, dem Erfinder von AXS Map, zuteil. Seine Webplattform ermöglicht den Nutzern, die Erreichbarkeit eines beliebigen Ortes auf der Welt zu zu lokalisieren, zu überprüfen und zu bewerten, um so MS-Betroffenen das Reisen zu erleichtern. Noch wertvoller als das Geld sei aber laut Lyfebulb-Gründerin und CEO Karin Hehenberger, die Möglichkeit, seine innovativen Lösungen vor Akteuren aus der Pharmabranche, weiteren Investoren und anderen Meinungsführern der MS-Community zu präsentieren und Netzwerke für zukünftige Forschung entstehen zu lassen. Hehenberger, selbst Typ-1-Diabetikerin, die den Weg einer chronischen Erkrankung mit zwei Transplantationen sowie einem Herzschrittmacher gegangen ist, gründete das Unternehmen 2014, um Patienten eine Stimme auf der Suche nach Lösungen zu geben. „Wir glauben, dass Erkenntnisse und Lösungen von Patienten für Pharma-, Technologie- und Geräteunternehmen genutzt werden können, um ihre Pipelines zu verbessern, den Patienten näher zu kommen und zu erfahren, wie es ist, mit diesen Krankheiten zu leben“, so Hehenberger.

Die besten Ideen der Innovation-Challenge

Zu den weiteren Finalisten gehörten folgende Ideen:

  • Shawna Persaud von Abilitech Medical, mit einem Medizinprodukt, das MS-Patienten mit eingeschränkter Mobilität helfen soll, ihre Arme zu benutzen.
  • Alan Gilbert von BeCareLink, mit einer Plattform für künstliche Intelligenz (KI), die die kognitiven und motorischen Fähigkeiten von MS-Patienten messen kann, um zur Verbesserung ihrer Gesundheitsqualität beizutragen und die Kosten so weit wie möglich zu senken.
  • Zachary Helft von C. Light Technologies, mit einer auf Augenbewegungsverfolgung basierenden KI-Technologie, die die MS-Aktivität überwachen und die Prognose des Patienten nicht-invasiv schätzen kann, indem sie die Aktivität von Neuronen misst, die durch die Rückseite des Auges (Retina) gesehen werden.
  • Amy Li von Dance4Healing, mit einer KI-Live-Video-Plattform, die MS-Patienten hilft, sich zu bewegen und einen gesunden Lebensstil aufrechtzuerhalten.
  • Wim Van Hecke von Icometrix, mit einer KI-basierten Hirnbildgebungsmethode, die dabei hilft, den Verlauf der MS-Erkrankung zu verfolgen.
  • David Hojah von Loro, mit einem intelligenten Roboterbegleiter, der MS-Patienten mit eingeschränkter Mobilität im Alltag hilft.
  • Kate Milliken von Moodify, mit einem Online-Tool, das es MS-Patienten ermöglicht, sich miteinander zu verbinden, Gemeinschaften zu bilden, Einsamkeit zu reduzieren und emotionale Unterstützung zu leisten.
  • Bradley Dunn von ThermApparel, mit einem leichten, komfortablen Kühlgerät, das von Menschen getragen werden kann, die eine extreme Hitzeempfindlichkeit haben.

Überrascht von der enormen Qualität der Ideen

Von Qualität sowie Tiefsinn der teilnehmenden Ideen sei man sehr beeindruckt und zugleich stolz darauf, gemeinsam mit den herausragenden Unternehmern an der Entwicklung weiterer Lösungen zu arbeiten, so Terrie Curran, Präsidentin des Bereichs Entzündungen und Immunologie bei Celgene. Lyfebulb selbst verfolgt schon länger das Ziel, Unternehmer, die unter einer Krankheit leiden, zusammenzubringen. Man möchte Patienten ermutigen und dazu inspirieren, alltägliche Frustrationen im Leben mit der Krankheit in innovative Lösungsansätze zu verwandeln, um Betroffenen zu helfen und ihre Familien zu unterstützen.

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