Instagram-Studie: Performance-Analyse

29.10.2019 Trends
4 Minuten Lesezeit

Eine aktuelle Studie von quinty analysiert die Performance von Instagram-Profilen im ersten Halbjahr 2019. Sie umfasst 34.100 Profile. Knapp 6 Milliarden Beiträge wurden in dieser Zeit auf den untersuchten Profilen veröffentlicht.

Die Studie gibt einen Einblick in die Nutzung von Instagram im ersten Halbjahr 2019 und geht insbesondere auf spezifische Bereiche, wie die Nutzung von Bild, Video und Carousels, die Länge von Posts, die Nutzung von Hashtags sowie den Veröffentlichungszeitpunk ein.

Aufteilung in 6 Profilgruppen

Die Popularität eines Profils auf Instagram zeigt sich über die Anzahl seiner Follower. Die Studie teilt die untersuchten Profile in sechs verschiedene Profilgruppen auf und zeigt, dass über die Hälfte der Profile sich im Bereich von 1.000 bis 100.000 Followern befinden.

Beliebteste Beitragsformen auf Instagram

Bei der Art von Posts haben die Nutzer die Wahl zwischen Bildern, Videos und Carousels. Während Bilder mit 68,2% zwar die häufigste Form von Beiträgen darstellen, liefern die Ergebnisse der Studie Hinweise, dass die Art und Weise von Beiträgen in Relation zur Anzahl an Followern steht. Je beliebter ein Profil ist, umso häufiger werden darüber Videos veröffentlicht.

Profile mit über 10 Mio. Followern posten in 30% der Fälle Videos, wohingegen Profile mit weniger als 10.000 Followern lediglich in 11% der Fälle auf das Videoformat zurückgreifen. Eine Erklärung findet sich in der Tatsache, dass es sich bei Profilen mit einer solch enormen Anzahl an Followern meist um Influencer, Prominente oder Marken handelt. Sie verfügen daher eher über entsprechende Mittel, qualitative Videoinhalte für ihre Kanäle in einer bestimmten Menge zu produzieren und regelmäßig, beispielsweise in Form von Werbung, zu schalten.

Hohe Interaktion durch Videobeträge

Stellt man die Anzahl an Followern und die Menge an Videobeiträgen in Relation, so verwundert es nicht, dass die größte Interaktion mit Usern aus Videobeträgen resultiert.

Mit Interaktion ist dabei die Summe aus Likes und Kommentaren gemeint. Hinsichtlich der Interaktion als Reaktion auf Beiträge fällt auf, dass die größte Interaktion meist erfolgt, wenn die Beiträge mit 1-50 Zeichen angekündigt werden (Profile mit 1.000 bis 1 Mio. Follower) oder gar gänzlich ohne Beschriftung (Profile mit über 1 Mio. Follower) auskommen. Dennoch greifen Profile häufig auf die Möglichkeit der Beschreibung von Beiträgen zurück. In 67% der Fälle verfügen Beiträge über eine Beschriftung, die länger als 150 Zeichen ist, knapp 36% der Beiträge haben gar mehr als 300 Zeichen. Dies könnte daran liegen, dass Marken und Meinungsmacher Instagram mittlerweile als einen der wichtigsten Kommunikationskanäle nutzen und Produkteinführungen sowie Partnerschaften innerhalb der App ankündigen. Influencer behandeln Instagram auch oft wie ein Tagebuch, sodass ihre Anhänger Teil ihres Lebens werden.

Emojis und Hashtags

Beim Thema Emojis lässt sich ein Trend hin zum Gebrauch von Emojis erkennen. Zwar verfügen etwa 90% der Beiträge über nur 0-3 Emojis, jedoch zeigt sich auch, dass Beiträge, die gänzlich ohne auskommen, die geringste Interaktion erhalten. Wie viele Emojis man letztlich in einen Beitrag einbinden sollte, muss allerdings jeder für sich selbst herausfinden, da es hierfür keine allgemeingültige Regel gibt.

Wie bei den Emojis, ist auch bei den Hashtags die Gruppe mit den wenigsten Followern diejenige, die am meisten Hashtags in ihre Beiträge einbindet. In 30% aller Beträge nutzen diese Profile zwischen 4 und 10 Hashtags. Profile mit über 10 Mio. Followern hingegen nutzen in 37% der Beiträge gar keine und in 47% zwischen 1 und 3 Hashtags. Während die Profilgruppen mit mehr Followern höhere Interaktionen für Beiträge mit wenig Hashtags erhalten, helfen Hashtags kleineren Profilen dabei, gefunden zu werden und Interaktionen sowie einen Zuwachs an Followern zu ermöglichen. Wichtig ist es, Hashtags auszuwählen, die von hoher Relevanz für die eigenen Beiträge sind und keinen „Hashtag-Spam“ zu betreiben.

Interaktion: Wochenende vs. unter der Woche

Was die Interaktion zu unterschiedlichen Zeitpunkten angeht, so gibt es einen klaren Trend hin zum Wochenende. Obwohl die Zahl der Beiträge, die im Laufe einer Woche veröffentlicht wird, höher ist als am Wochenende, liegt die Interaktionsrate an Samstagen und Sonntagen um 27,3% höher als an Werktagen.

Dies beste Strategie zeigt sich durch Try & Error

Wie bereits erwähnt, gibt es leider keine erfolgversprechende allgemeine Regel für die Nutzung von Instagram. Inwiefern die Art der Beiträge, die Länge der Beschreibung oder die Anzahl an Emojis für den Erfolg eines Instagram-Profils wirklich entscheidend sind, steht ebenfalls nicht gänzlich fest. Gewissermaßen ist eine Popularität von Profilen bekannter Persönlichkeiten oder Marken allein aufgrund der bereits bestehenden Bekanntheit vorprogrammiert. Für Unternehmen aus der Pharma-Branche bietet Instagram nichtsdestotrotz ebenfalls ein hohes Potenzial, Inhalte werbewirksam zu veröffentlichen. Neben der Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme mit Dienstleistern oder einer direkten Weiterleitung zu Online-Präsenzen von Einrichtungen scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis man über die App auch direkt (medizinische) Produkte per One-Click wird erwerben können. Höchste Zeit also auch für Pharma- und Gesundheitsunternehmen ihre Marketing- und Vertriebsstrategien zu erweitern.

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