Digital Health: Janssen und Novartis mit digitalem Auftritt an der Spitze

17.08.2016 Studien
3 Minuten Lesezeit
(c) lucarista / Shutterstock.com

Um die Frage zu beantworten, wie ein Unternehmen zum Führer in der digitalen Pharma Welt wird, muss man vor allem eins tun: Sich ansehen wie viel Mühe ein Pharma Unternehmen in Digital Health, also in seinen digitalen Auftritt, steckt.

Digitaler Auftritt: Anzahl der digitalen Mitarbeiter definieren

Am besten könnten man Informationen über die digitale Stärke eines Unternehmens sammeln, wenn man Interviews macht und einen Blick hinter die Kulissen erhält. So könnte man zum Beispiel die finanziellen Investitionen, die Absichten und die Veränderung zu einem „digitaleren“ Auftreten großer Pharmafirmen besser verstehen.

Da dieser Ansatz in der Realität kaum umsetzbar ist, gibt es eine andere Herangehensweise: Die digitale Stärke wird als Zahl der Mitarbeiter mit LinkedIn Profilen pro 1000 Mitarbeiter definiert.*

digital health: digitale stärke von pharma firmenJ&J/Janssen ist am stärksten digital

Das Unternehmen mit der größten digitalen Stärke ist J&J/Janssen mit 4,4 digitalen Mitarbeitern pro 1000. Die frühen und konstanten Bemühungen des Pharma Unternehmens, die im Innovationsbereich gemacht wurden, sind eindeutig für diese Platzierung verantwortlich. J&J setzt viel auf Technologien und Apps im gesamten Gesundheitsbereich, wie zum Beispiel die Care4today Plattform.

Große Veränderungen bei Novartis, Bayer und Eli Lilly

Bei Novartis, Bayer und Eli Lilly gab es in den vergangenen 12 Monaten einen sprunghaften Anstieg der digitalen Stärke um mehr als 40 Prozent. Im Vergleich dazu stieg die digitale Stärke anderer Pharma Unternehmen nur um 9 Prozent an.

Novartis erreichte die größten Veränderungen durch erfolgreiche Zusammenarbeit mit Google, Qualcomm Life und Microsoft. Außerdem machte Novartis ein strategisches Investment mit Qualcomm in das Unternehmen dRx Capital, das auf das Investieren in digitale Medizinfirmen fokussiert ist. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich diese Veränderungen und ein Anstieg von 46 Prozent in der digitalen Stärke des Unternehmens in der Zukunft auswirken.

Bayer zieht sich aus der digitalen Diabetes-Welt zurück

Bayer hat einen Aufstieg von einem der letzten Plätze im Jahr 2015 ins Mittelfeld im Jahr 2016 geschafft. Das Grants4Apps Programm ist sehr erfolgreich und Bayer ist nun auch regelmäßig bei Konferenzen zu dem Thema digitale Gesundheit anzutreffen. Interessanterweise hat sich Bayer entschlossen, aus dem digitalen Diabetes Unterstützungsbereich auszusteigen. Der Rückzug aus diesem sonst sehr beliebten Bereich für die Einbeziehung von Patienten lässt sich vermutlich durch den Verkauf der Diabeteslinie an Ascensia erklären.

Die interessantesten Pharma Unternehmen der Graphik sind Roche und Genentech. Roche hat eine digitale Stärke von 3,6 und liegt somit gleichauf mit Sanofi, GSK und Bayer. Genentech hingegen hat eine digitale Stärke von 0,6 und befindet sich damit ganz am Ende der Statistik. Dennoch sind digitale Aktivitäten von Genentech in verschiedenen Bereichen wie Brustkrebs, altersbedingter Makuladegeneration und Parkinson bekannt. Laut verschiedener Insider ist die digitale Stärke von Genentech mit der von Roche vergleichbar. Umso mehr wundert es, dass die Mitarbeiter von Genentech offensichtlich wenig digital aktiv sind.

Bekannte Namen am Ende der Skala der digitalen Stärke

Auch Merck & Co. befinden sich am Ende der Grafik zur digitalen Stärke. Das Pharma Unternehmen hat sogar entgegen des allgemeinen Trends im Jahr 2016 an digitaler Stärke verloren. Dies zeigt, dass sich der Großteil ihrer Bemühungen auf ihren Global Health Innovation Fund konzentriert, der nicht zum Kern des Pharmabereichs gehört.

Ebenfalls am Ende des Spektrums sind Pfizer und AstraZeneca mit einer digitalen Stärke von 2,3 beziehungsweise 1,9 zu finden. Ihr Vorgehen im digitalen Bereich ähnelt dem von Novartis, wenn auch in einem geringeren Ausmaß. Die meisten digitalen Aktivitäten der Pharma Firmen beziehen sich auf Forschungsinitiativen und klinische Studien, sowie Testprogramme zu bestimmten Lizenzprodukten.

Die Frage, die sich hier stellt, ist: Bedeutet eine geringere digitale Stärke einer Pharma Firma weniger Engagement der Mitarbeiter im Vergleich zu den anderen Firmen? Oder werden diese Unternehmen es schaffen, die gleichen digitalen Auswirkungen mit weniger Mitarbeitern zu erreichen?

*Quelle: http://social.eyeforpharma.com/column/whats-digital-title

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