Johnson & Johnson: Mit Rap und Bollywood gegen Tuberkulose

15.06.2022 Kampagnen
2 Minuten Lesezeit

Tuberkulose gilt in vielen Teilen der Erde als besiegt, in Indien ist sie noch immer ein Problem. Täglich sterben nach offiziellen Angaben mehr als 1.300 Menschen an einer Krankheit, die seit langem behandelbar ist und damit vermeidbar wäre. Damit sterben laut WHO in Indien rund ein Viertel aller weltweit zu beklagenden Tuberkulose-Opfer.

(c) fiercepharma.com / Janssen Pharmaceuticals

Janssens indische Sparte will nun neue Wege in der Bewusstseinsbildung gehen. Gemeinsam mit einer Bollywood-Spitzenschauspielerin und einem landesweit bekannten Hip-Hopper will die Johnson & Johnson-Tochter gegen die dramatische Entwicklung vorgehen.

Die Filmikone Vaani Kapoor und der Rapper Kaam Bhaari wurden im Rahmen der Kampagne #BeTheChangeForTB für ein Musikvideo verpflichtet, in dem die Jugend auf die Gefahren von Tuberkulose aufmerksam gemacht werden soll. So will man „die Krankheit aus dem Schatten holen,“ sagt Sarthak Ranade, CEO von Janssen India, in einer Erklärung.

Indische Jugend stark betroffen

Mit einer „digital-first, precision-marketing led initiative” – so bezeichnet Janssen die Kampagne – begann man Anfang März in acht indischen Städten daran zu arbeiten, die Krankheit zu bekämpfen. Ranade: „Wenn wir die Krankheit ausrotten wollen, dann müssen wir in die Jugend als Verfechter eines Wandels in die richtige Richtung investieren“.

Und Verbesserungspotential hat Indien allemal: Im Jahr 2021 gab es Schätzungen zufolge in Indien mindestens 1,9 Millionen neue Tuberkulosefälle. Nach Covid stellt die Lungenkrankheit weltweit die zweitgrößte Todesursache unter den Infektionskrankheiten dar. Wie Janssen in der Kampagne betont, sind fast ein Drittel der Betroffenen in Indien Jugendliche.

Gerade bei Jugendlichen sehen die Pharma-Marketer von Johnson & Johnsen Aufklärungsbedarf. Sarthak Ranade: „Junge Menschen sind oft schwerer zu einer Behandlung zu bewegen, weil hier Wissen über die Krankheit fehlt – und weil sie mit einem Stigma behaftet ist.“ Das sei der Grund dafür, dass Tuberkulose in vielen Fällen unbehandelt bleibt – und zur weiteren Verbreitung beiträgt.

Die beiden Jugendikonen Kapoor und Bhaari wollen mithelfen, Gespräche über die Krankheit zu normalisieren und vom Tabu zu befreien. Neben dem Musikvideo als Herzstück der Initiative wurden eine Webseite und Auftritte auf Facebook und Instagram präsentiert, auf denen junge Inderinnen und Inder umfassende Informationen über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Tuberkulose finden.

Ehrgeiziges Ziel: tuberkulosefreies Indien 2025

Gemeinsam mit der indischen Regierung und der US-Regierungsbehörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit verfolgt J&Js Tochterunternehmen ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2025 will man Indien tuberkulosefrei machen.

International pokert man noch höher: In der 2018 gestarteten weltweiten Anti-Tuberkulose-Aktion definierte sich Johnson & Johnson den Vorsatz, Tuberkulose bis 2030 weltweit auszurotten. Das Unternehmen unterstützt daher auch diesbezügliche Jugendinitiativen in anderen Ländern, die stark unter Tuberkulose-Verbreitung leiden, wie etwa China, Südafrika und die Philippinen. Ein effizientes Werkzeug dazu hat J&J ja: Sirturo (mit dem Wirkstoff Bedaquilin) wurde 2012 seit Jahrzehnten als erstes neues TB-Medikament von der nordamerikanischen FDA als Arzneimittel zugelassen – und von der WHO als wesentliches Instrument zur Behandlung multiresistenter Tuberkulose anerkannt.

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