Jugendliche und junge Erwachsene sind große Nutzer von digitalen Gesundheitskanälen

Eine Studie unter 1300 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 22 zeigt, dass gewisse Vorurteile tatsächlich stimmen: Fast neun von zehn Jugendlichen (87 %) haben sich online schon zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen informiert.

Neben alltäglichen Fragen zu Themen wie Fitness (63 %) und Ernährung (52 %) geht es dabei auch um typische psychische Gesundheitsprobleme der jungen Generation: 44 % haben sich online zum Thema Stress informiert, 42 % zu Ängsten und 39 % zu Depressionen.

Social Media als wichtiger Kanal für Gesundheitsthemen

Für Jugendliche ist nicht nur die unidirektionale Informationsqualität des Internets ein wichtiger Faktor in ihrem Gesundheitsmanagement. Auch Social Media und der aktive Austausch mit anderen Betroffenen spielen eine wichtige Rolle.

Dabei tauschen sich einige Jugendliche (etwa 20 %) auch mit Gesundheitsexperten online aus – über Messenger, Apps, Nachrichten oder Video-Chats.

Häufiger ist der Austausch mit anderen, die ihre Erfahrungen online zum Beispiel über Podcasts, TED-Talks oder YouTube-Videos teilen. 61 % der Befragten haben sich so schon mal über Gesundheitsfragen informiert.

Generationsunterschiede

Ein wichtiger Unterschied zwischen den Generationen – wenn man die jungen Leute weiter einteilt in Teenager und junge Erwachsene – ist der Anstieg von online gesuchten Informationen mit dem Alter. Fast jeder junge Erwachsene hat online schon mal nach Gesundheitsinformationen gesucht (94 %), aber „nur“ 79 % der Teenager. Auch haben junge Erwachsene häufiger(76 %) als Teenager (49 %) Gesundheitsapps ausprobiert.

Ein Grund dafür ist sicherlich, dass junge Erwachsene schlicht mehr Zeit hatten, mit dem Thema in Kontakt zu kommen. Ein weiterer könnte sein, dass viele Jugendliche ihre Gesundheit noch nicht vollständig selbst managen, sondern auf ihre Eltern vertrauen.

Psychologische Gesundheit ist ein wichtiges Thema

Gesundheitsfragen zu Themen wie Ängsten oder Depressionen sind unter Jugendlichen verbreitet. 90 % der befragten Teenager haben online schon mal nach Materialien zur psychischen Gesundheit gesucht.

Mädchen und junge Frauen suchen häufiger gezielt nach Informationen über Depression (49 %) und Ängste (55 %) als ihre männlichen Altersgenossen (29 % bzw. 27 %). Unter Jugendlichen, die sich nicht als heterosexuell bezeichnen, sind diese Zahlen noch wesentlich höher.

Das kann auf ein höheres allgemeines Bewusstsein für die Bedeutung von mentaler Gesundheit zurückgeführt werden. Andere Erklärungen können die Stressfaktoren im Leben junger Menschen sein.

Junge Menschen sind online erreichbar

Für Junge Menschen sind Online-Medien die erste Anlaufstelle, wenn es um Informationen geht – zu Gesundheit oder anderen Themenbereichen ihres Lebens. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wachsen in einer Zeit auf, in der sie viel über die Finanzierung von Bedürfnissen nachdenken müssen – während die Krankenversicherung in Amerika diskutiert wird, schwappen Sorgen um die Bezahlbarkeit von Therapien auch beispielsweise nach Europa über.

Die Informationen, die online geteilt werden, kommen längst nicht immer von Experten und werden selten weiter eingegrenzt. Beispielsweise besteht dadurch die Gefahr, dass Jugendliche über die (wohlmeinenden) Ratschläge fehlinformierter Altersgenossen von professionellen Gesundheitsangeboten weggeleitet werden. Um dieser Gefahr zu begegnen, müssen Gesundheitsexperten ihr Wissen auch online anbieten und Jugendliche und junge Erwachsene da erreichen, wo sie sind.

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