Facebook launcht Krankheits-Mapping-Tools

01.07.2019 Trends
2 Minuten Lesezeit

Gesundheitsorganisationen auf der ganzen Welt können ab sofort über Facebook und seine drei neuen Krankheits-Mapping-Tools verfolgen, wie sich Krankheiten ausbreiten. Mit den Tools soll auf einen Blick sichtbar werden, wo Krankheiten auftreten und wie sie sich verbreiten.

Bisher gab es nur wenige Möglichkeiten, die Entwicklung von Erkrankungen in Echtzeit zu verfolgen. Zu den neuen Krankheits-Mapping-Tools gehören eine hoch auflösende Karte, die die Bevölkerungsdichte sowie demographische Schätzungen zeigt, Bewegungskarten und Karten zur Netzwerkabdeckung.

Sinnvolles Nutzen der eigenen Daten

Die Krankheits-Mapping-Tools wurden durch eine frühere Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Gruppen und Facebook inspiriert. Vor einigen Jahren erstellte der Social Media-Riese Karten, in denen Orte von Naturkatastrophen markiert wurden.

„Wir begannen darüber nachzudenken, wie wir unsere Daten nutzen und diese in anderen Bereichen nützlich sein können“, so Laura McGorman, Policy Lead of Data for Good bei Facebook. „Wir hatten von unseren Partnern, von denen viele branchenübergreifend arbeiten,  direkt gehört, dass einige der bereits erstellten Karten schon in wichtigen Bereichen des öffentlichen Gesundheitssystems angewendet werden. Somit war unsere Initiative vor allem ein Bedienen der bestehenden Nachfrage.“

Große Namen aus dem Gesundheitsbereich wie die Harvard T.H. Chan School of Public Health, UNICEF, die World Bank und London’s School of Hygiene and Tropical Medicine arbeiten gemeinsam mit Facebook an den Maps. Für die Bewegungskarten und die Karten zur Netzwerkabdeckung werden Facebooks Daten genutzt. Die Karten der Bevölkerungsdichte werden aus Erhebungsdaten und Satellitenbildern erstellt. „Wir glauben, dass nicht nur Facebooks Daten zur Erstellung der Maps beitragen, sondern vor allem unsere AI-Kapazität, unsere Data Science und unsere Rechenstärke“, so McGorman weiter.

Echtzeit-Einblicke mit Krankheits-Mapping-Tools

Öffentliche Gesundheitsorganisationen verlassen sich, laut McGorman, häufig auf veraltete Daten, wenn sie die Entwicklung von Krankheiten verfolgen. Die Krankheits-Mapping-Tools von Facebook wurden entwickelt, um dieses Problem  zu lösen.

„Wenn öffentliche Gesundheitskampagnen geplant werden oder auf Krankheitsausbrüche reagiert werden muss, brauchen Gesundheitsorganisationen Informationen, wo die betroffenen Personen leben sowie Echtzeit-Einblicke aus der Region,“ schrieben McGorman und Alex Pompe von Data for Good in einem Blogpost. „Allerdings sind Erhebungsdaten in den meisten Teilen der Welt veraltet und zeitnahe Einblicke in entfernte Gesellschaften sind rar.“

Mithilfe der neuen Tools werden Facebooks Gesundheitspartner besser verstehen können, wo die Menschen leben, wie sie sich bewegen und ob sie in Netzwerken verbunden sind. Alle drei Krankheits-Mapping-Tools sowie weitere Informationen aus dem Gesundheitssystem können dazu beitragen, dass die Organisationen und Unternehmen auf Krankheitsausbrüche reagieren und schneller Hilfe bereitstellen können. Die Karten zur Netzwerkabdeckung zeigen in Echtzeit, wo Menschen mit Online-Nachrichten erreicht werden können und wo nicht. Dies kann zum Beispiel für die Erinnerung an Impfungen genutzt werden, aber auch um beispielsweise über die Verteilung von Moskitonetzen als Malaria-Prävention zu informieren.

Kein Neuling im Gesundheitsbereich

Facebook ist im öffentlichen Gesundheitsbereich nicht unbekannt. Das Unternehmen ist Teil zahlreicher Aktionen von Blutspende-Events bis zum Umgang mit Suchtproblematik. So launchte der Social Media Riese im Juni eine Kampagne zur Opioid-Krise in den USA. Jeder, der auf Facebook nach diesem Thema sucht, wird zu Suchtpräventions- und Hilfeseiten umgeleitet.

Ebenfalls wurde in diesem Jahr ein Feature zum Blut spenden über Facebook gelauncht. Über dieses Feature können sich Facebook-Nutzer als Blutspender registrieren. Sie erhalten eine Benachrichtigung, wenn in einer Blutbank in ihrer Nähe Spenden benötigt werden. Das Programm startete bereits 2017 in Indien. Im letzten Jahr konnte das Programm dann auch in Pakistan, Brasilien, Indien und Bangladesch genutzt werden. Seit dem Launch haben sich 35 Millionen Menschen in den jeweiligen Ländern als Blutspender registrieren lassen.

„Facebooks Krankheits-Mapping-Tools sind ein weiterer Schritt zum Nutzen des vollständigen Potenzials von Daten aus dem öffentlichen und dem privaten Bereich, die kombiniert werden, um Epidemien vorherzusagen und zu verhindern“, sagte Vanessa Candeias vom World Economic Forum in dem Facebook Blogpost. „Wir freuen uns darauf, zu sehen, wie unsere Partner diese Karten nutzen werden, um Verbesserungen im Gesundheitsbereich auf der ganzen Welt zu erreichen.“

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