Kreativität und Storytelling – Warum Pharma hier mehr investieren muss

11.03.2020 Trends
3 Minuten Lesezeit

Jeder Produktmanager kennt das: Am Ende des Jahres wird das Marketingbudget für das nächste Jahr festgelegt. Mit diesem Budget gilt es dann sinnvoll und nachhaltig umzugehen. Wir zeigen Ihnen hier, welche Rolle Kreativität und gutes Storytelling innerhalb der Pharmaindustrie spielen.

Background photo created by freepik - www.freepik.com

Studie: Kreativität ist hauptverantwortlich für Unternehmenserfolge

Unterschiedliche Studien haben ergeben, dass Kreativität als der wichtigste Treiber für einen zukünftigen Geschäftserfolg betrachtet wird. Etwa 82% der im Rahmen einer IBM Studie aus 2017 befragten Führungskräfte sind demnach der Meinung, dass Kreativität ihrem Unternehmen zu Umsatzsteigerungen sowie zu einer Maximierung des eigenen Marktanteils verholfen habe. Die effektivsten kreativen Kampagnen funktionierten deshalb am besten, weil sie eine größere emotionale Reaktion erzeugten und dadurch eine zuverlässige Markenerkennung ermöglicht wurde. Die Aufgabe der Kreativität ist es also, diese Kraft von Marken zu befeuern.

Definition von Kreativität in der Pharmaindustrie

Bei der Pharma-Kreativität geht es nicht darum, Kunst an die Wand zu hängen. „Bei kommerzieller Kreativität geht es darum, vertraute Elemente auf ungewohnte Weise zu kombinieren, um Aufmerksamkeit zu erregen, einen Standpunkt zu vertreten oder eine Verhaltensänderung zu beeinflussen“, so Justin Holloway, Leiter der Abteilung Client Strategy, Communications Europe, Syneos Health. „Der Sweet Spot entsteht durch die Kombination bekannter Elemente auf neuartige Weise, so dass die Kunden eine alte Welt in einem neuen Licht sehen. Die Psychologie deutet darauf hin, dass sich Menschen hier am wohlsten fühlen. Als Spezies mögen wir keine radikalen Veränderungen; wenn Kreativität zu originell oder zu störend ist, ist das fast mehr, als wir ertragen können. Eine ‚kleine Störung‘ bietet das Gesicht der Vertrautheit. Das ist sicherlich der Fall in der Pharmaindustrie, wo Vorschriften und die Schwere der Gesundheit und Wissenschaft zu Recht unsere Möglichkeiten für radikale Veränderungen einschränken. Aber wenn wir es richtig machen, können wir wirklich etwas bewirken“.

Content allein reicht noch nicht aus

Kreativität werde von den Kunden geschätzt und verfolge den Zweck, kreative Lösungen für einen bahnbrechenden Gedanken zu finden. Das Publikum müsse von ihr angezogen und dazu gebracht werden, sich mit Themen auseinandersetzen zu wollen, für die es sonst keine Zeit gehabt hätte. Es gelte zwar der Satz „Content is King“, jedoch wird dieser Content durch die Kreativität verpackt. Es reiche nicht aus, seinen Content einfach in einen Podcast oder auf einer Webseite zur Verfügung zu stellen. Mittels Kreativität müsse dieser Content an das Publikum sowie an die jeweiligen Kanäle angepasst werden, damit die Botschaft überhaupt gehört werden kann.

Kreativität in der digitalen Welt

Während die großen Fernsehwerbungen früher unterhaltsam, fesselnd und interessant waren und dem Konsumenten ein Gefühl von Inspiration vermitteln konnten, versucht man heutzutage dank neuer digitaler Möglichkeiten, Inhalte so aufregend wie möglich zu vermitteln und auf die Vorlieben des Publikums einzugehen. Hierbei gehe jedoch oft die kreative Komponente verloren, die an die Emotionen der Zuschauer appelliert. „In einer Welt mit zu vielen Informationen wird Kreativität immer wichtiger, aber gelegentlich auch weniger geschätzt. Die Pharmaindustrie will sie unbedingt schätzen, aber manchmal geht sie unter all den anderen Filtern, die angewendet werden müssen, verloren. In einer Welt des Lärms ist es jedoch die Kreativität, die einem Gehör verschaffen kann“, so Kim Hughes, Executive Creative Director bei OPEN Health Patient & Brand Communications.

In der Einfachheit liegt die Kraft

Wie kann die Pharmaindustrie also ihre kreative Kommunikation verbessern? Ein Vorschlag ist, die Dinge einfach zu halten: weniger ist mehr. „Eine der größten Herausforderungen für Vermarkter besteht darin, wie viel von Ihrer Botschaft Sie tatsächlich zu kommunizieren versuchen“, so Justin Holloway. „ In einer Welt mit ‚zu wenig Zeit‘ müssen wir kreativ sein, um Aufmerksamkeit zu erregen, aber wir müssen auch diszipliniert und realistisch sein, was den Umfang unserer Botschaften betrifft, mit denen sich die Kunden befassen können.“

Kann Kreativität einen Markenwert steigern?

„Im Grunde genommen sind wir alle, ob Arzt, Patient, Creative Director oder Autor, Verbraucher. Und wir alle kaufen Marken. Wir tun dies, weil wir emotionale Verbindungen zu Marken hergestellt haben, die wir schätzen und denen wir vertrauen.“ Diese Emotionalen Verbindungen zu einer Marke können nur mit Hilfe von Kreativität erzeugt werden, weshalb Kreativität definitiv zu einer Steigerung des Markenwerts führt. Deshalb werden bei immer knapperen Marketingbudgets diejenigen Unternehmen am erfolgreichsten sein, die ihre Investitionen in Kreativität und Markenbildung aufrechterhalten.

Print Friendly, PDF & Email