Künstliche Intelligenz für mehr Präzision in der Grippeforschung

16.12.2019 Trends
2 Minuten Lesezeit

Machine Learning, Deep Learning und KI sind aus vielen Bereichen der Forschung nicht mehr wegzudenken. Auch in der Pharmabranche gewinnt das Thema künstliche Intelligenz bzw. artifizielle Intelligenz immer weiter an Bedeutung. Mittels intelligenter Computersysteme werden bereits heute automatisierte Diagnosen erstellt sowie medizinische Bilder und Proben ausgewertet.

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Künstliche Intelligenz bzw. artifizielle Intelligenz ist also ein Teilbereich der IT, welcher das maschinelle Lernen sowie die Automatisierung von intelligentem Verhalten durch Maschinen und Computersysteme beschreibt. Das menschliche Verhalten wird nachgeahmt und ein intelligentes Verhalten der Maschine durch Algorithmen erzeugt.

Besseres Verständnis von Reaktionen

Beim Pharma-Startup Berg aus Boston, Massachusetts, nutzen Wissenschaftler künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um prädiktive Methoden zur Bekämpfung der Grippe zu entwickeln. Um die Biologie hinter effektiveren Immunreaktionen auf die Grippe zu verstehen, haben das Startup Berg und das Pharmaunternehmen Sanofi eine Kooperation beschlossen. Mit Hilfe eines KI-Algorithmus versucht man, Daten von Patientenproben zu analysieren, die dem Impfstoff ausgesetzt sind. Durch den Einsatz von KI sowie maschinellen Lernwerkzeugen erhoffen sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis der Immunreaktion, um im Anschluss daran präzisere Grippeschutzimpfungen und sogar eine individuelle Grippevorbeugung zu entwickeln, so Dr. Niven Narain, Mitbegründer und CEO von Berg.

Prognoseverfahren noch zu ungenau

Grippeimpfstoffe basieren derzeit immer noch auf den Vorhersagen der Experten, welche Stämme in der bevorstehenden Grippesaison am weitesten verbreitet sein werden. Leider liegen die Wissenschaftler mit ihren Prognosen nicht immer richtig. „Wir haben leider nicht immer genau im Griff, welche Art von Reaktion ein neuer Impfstoff auslösen sollte, um uns den besten Schutz zu bieten“, sagt Richard Webby, PhD, Direktor des World Health Organization Collaborating Centre for Studies on the Ecology of Influenza in Animals am St. Jude Children’s Research Hospital in Memphis, Tennessee. Bergs Partnerschaft mit Sanofi ermögliche die Untersuchung einer großen Anzahl von Patienten und somit die Messung mehrerer Variablen der Immunreaktion, so Dr. Webby weiter.

Künstliche Intelligenz dank öffentlicher Patientendaten

Zahlreiche neue Informationen über Reaktionen des Immunsystems auf neue Impfstoffe konnten bereits durch andere Versuche in der KI-basierten Forschung erlangt werden, wie Grippespezialisten der Washington University in St. Louis berichteten. Die Wissenschaftler nutzen dabei maschinelles Lernen, um die Ausbreitung der Grippe durch Arztdaten, Social Media Posts, Google Suchen sowie Informationen aus dem Einzelhandel zu prognostizieren. Eine Zusammenfassung dieser Vorhersagen findet sich auf der Webseite des CDC (Centers for Disease Control and Prevention), einer US-Bundesbehörde des amerikanischen Gesundheitsministeriums. Den Daten kann man entnehmen, wo sich eine Grippe mit hoher Wahrscheinlichkeit ausbreiten wird.

Künstliche Intelligenz als Hoffnungsträger

Auch in weiteren Feldern der Medizin wird aus verschiedenen Gründen nach KI-basierten Lösungen geforscht. So erhoffen sich Forscher in den USA, eine Reduktion der Behandlungskosten im Bereich von chronischen Nierenerkrankungen. Künstliche Intelligenz könne dabei den Fokus vor allem auf die Prävention legen und die Zahl der Krankheitsfälle drastisch reduzieren. Eine wachsende Auseinandersetzung der Health Care Branche mit Künstlicher Intelligenz ist definitiv auf die Gründung zahlreicher Startups zurückzuführen, die zusätzlich zu Konzernen wie Apple, Google oder Microsoft auf diesem Gebiet forschen. Es wird spannend sein zu sehen, wo dieser Weg langfristig hinführen wird.

 

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