Studie: Langzeitauswirkungen von COVID-19 auf Telehealth

02.09.2020 Studien
2 Minuten Lesezeit

COVID-19 dauert weiter an und katapultiert die Anwendungszahlen von Telehealth in ungeahnte Höhen. Noch letztes Jahr lag die Nutzung von Telehealth Angeboten in den USA bei 11% – 2020 sind es bereits 46% der Bevölkerung, die so ihre Arztbesuche wahrnehmen.

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Telehealth Boom: Wieso?

Im Zuge der Corona Pandemie gerieten Praxen und Krankenhäuser an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Zahllose Termine mussten abgesagt werden und ärztliche Beratung, geschweige denn Behandlung, wurde zunehmend schwieriger zugänglich.

Eine Nische fand in dieser Notlage großen Zuspruch und wird auch weiterhin im Zentrum der Aufmerksamkeit bleiben, bis ein wirksamer Impfstoff eine Verbesserung der Situation verspricht.

So viel Potenzial diese digitale Alternative zu tatsächlichen Arztbesuchen auch bergen mag, so stehen doch nach wie vor Hürden im Raum: Insbesondere Sicherheit, die Integration in den Arbeitsfluss, Effektivität und Aussichten auf Rückerstattung geben Grund zur Sorge.

Aussichten und Chancen

Experten schauen aktuell über den Tellerrand von COVID-19 hinaus und sehen Chancen, die in einem zukünftigen Szenario der Rückkehr zur Normalität viel versprechen. 

Telehealth könnte gerade in Gebieten mit mangelndem Zugang zu medizinischen Leistungen eine medizinische Grundversorgung garantieren, aber auch den Komfort des Patienten steigern und den Ausgang von Krankheitsverläufen verbessern. 

Für die praktische Umsetzung dieses Vorhabens wurden fünf Modelle entwickelt:

1.) Virtuelle Notversorgung im Bedarfsbetrieb

Weniger schwerwiegende Fälle, die regulär dennoch in der Notaufnahme enden, stellen den Großteil der Telehealth Nutzer dar und bieten somit die ideale Anwendungsfläche, um Krankenhäuser zu entlasten.

2.) Virtuelle Praxisbesuche

Anwendbar ist dieses Modell in Fällen, in welchen eine physische Behandlung nicht von Nöten ist. Dazu gehören vor allem Grundversorgung und Verhaltensmedizin, aber auch beispielsweise kardiale Rehabilitation. 

Eine Mischung aus Telehealth und persönlicher Betreuung durch ein festes Team, gepaart mit Komfort, Zugänglichkeit und Kontinuität bildet den Kern des Konzepts. Es soll auch die Behandlung von chronischen Erkrankungen erleichtern, indem es Patientenüberwachung aus der Ferne, virtuelle Therapeutik und digitales Coaching ermöglicht.

3.) Semi-virtuelle Praxisbesuche

Auf diese Weise sollen virtuelle medizinische Konsultationen mit dem Besuch von „Worksite“ Kliniken gekoppelt werden. Dort können Tests und Immunisierungen durchgeführt werden.

4.) Virtuelle Gesundheitsdienstleistungen zu Hause

Virtuelle Besuche, Patientenüberwachung aus der Ferne und digitale Wege zur Förderung des Engagements seitens des Patienten im Genesungsprozess stehen hier im Zentrum. 

Direkte Dienstleistungen, wie z.B. Wundversorgung, müssen allerdings trotzdem vor Ort stattfinden.

5.) Technologie-fähige Administration der Medikation zu Hause

In diesem Modell sollen Patienten ihre Medikamente, die zu ihnen nach Hause geliefert werden, selbstverwaltend einnehmen und Angestellte während Hausbesuchen von Experten überwacht werden.

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