LEO Pharma: Vermarktung von Brodalumab außerhalb Europas

28.08.2019 Trends
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Wie kürzlich bekanntgegeben wurde, hat das dänische Unternehmen LEO Pharma die Rechte an der Entwicklung und Vermarktung von Brodalumab, einem Medikament zur Behandlung von Schuppenflechte, außerhalb von Europa erworben.

Die Skandinavier hatten bereits zuvor eine laufende Lizenzvereinbarung mit dem schwedisch-britischen Biotech-Unternehmen AstraZeneca für den europäischen Raum erzielt, in dessen Zusammenhang LEO Pharma den Wirkstoff Brodalumab bereits in 18 Ländern erfolgreich eingeführt hat. Durch die neue Vereinbarung, die mit dem bisherigen Rechteinhaber Bausch Health Ireland Limited getroffen wurde, erhält LEO Pharma die Möglichkeit, Brodalumab auch in weiteren Ländern mit einen signifikant hohen Bedarf an dem Wirkstoff zu vertreiben. Hierzu zählen unter anderem Länder wie Australien, Brasilien, Ägypten, Mexiko, Russland und Saudi-Arabien.

Weltweiter Bedarf an Mitteln gegen Schuppenflechte

Laut Studien von LEO Pharma leben weltweit etwa 125 Millionen Menschen mit Schuppenflechte, einer immunvermittelten entzündlichen Erkrankung chronischer Natur. Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die sogenannte Psioriasis Vulgaris (auch plaque psioriasis) und bringt ein erhöhtes Risiko mit sich, andere Erkrankungen wie Herzkrankheiten oder Stoffwechselerkrankungen zu entwickeln. Eine Einführung des Wirkstoffes vor allem in besagten Ländern besitze deshalb eine große Notwendigkeit, weil der hohe Bedarf an Brodalumab bislang nicht gedeckt werden kann. Die Abmachung, welche LEO Pharma mit Bausch Health getroffen hat, umfasst zwar weite Teile der Welt, jedoch fällt der nordamerikanische Raum nicht unter die vereinbarten Regionen. „Diese neue Vereinbarung unterstreicht das Engagement, unser erfolgreiches Dermatologieportfolio um innovative Therapien und neue Indikationen zu erweitern“, sagte Catherine Mazzacco, Präsidentin und CEO von LEO Pharma. „Die Last des Lebens mit Schuppenflechte wird oft unterschätzt, und wir wollen den Patienten in allen Phasen ihres Leidens helfen. Mit dem Brodalumab-Abkommen bringen wir eine neue Option für viel mehr Menschen auf der ganzen Welt, die mit der Erkrankung leben“, fügte sie hinzu.

Bei LEO Pharma schaut man über den Tellerrand hinaus

Mit dem LEO Innovation Lab hat LEO Pharma eine eigene Abteilung gegründet, die sich mit der Forschung nach innovativen Lösungsansätzen beschäftigt, um das Leben von Betroffenen zu verbessern. Die Idee für das LEO Innovation Lab entsprang dem Glauben, „dass es an der Zeit war, tatsächlich etwas anderes zu tun, wo man über den Tellerrand hinausschauen kann. Wir versuchen neuartige Lösungen für Patienten zu finden und diese besser zu verstehen.“, so John Zibert in einem Gespräch gegenüber ePharmaInsider.

Hohe Erfolgsquote bei der Behandlung dank Konkurrenzdruck

Unter dem Namen Kyntheum vermarktet LEO Pharma bereits seit 2017 den Wirkstoff Brodalumab auf dem europäischen Kontinent. Mit dem ersten und damals einzigen Medikament, dessen Wirkstoff als IL-17-Blocker fungierte nimmt das dänische Unternehmen, welches im Jahr 1908 gegründet wurde, eine Vorreiterrolle in der Bekämpfung von Schuppenflechte ein. Mittlerweile füllt sich der Markt mit Konkurrenzprodukten wie dem Newcomer Taltz, einem Medikament von Eli Lilly oder Tremfy, welches von Johnson & Johnson vermarktet wird. Ein positiver Effekt im Kampf um Marktanteile zeigt sich in den verbesserten Ergebnisse bei der Behandlung der Hautkrankheit. Marktführer bleiben jedoch aktuell die beiden Medikamente Humira von Abbvie, welche mit dem Wirkstoff Adalumumab arbeiten und Stelara, ebenfalls von Johnson & Johnson, welches Ustekinumab nutzt. Mit einer Beseitigung von 75% aller Läsionen bei den meisten Betroffenen liegen diese beiden Produkte an der Spitze aller aktuell vorhandenen Mittel gegen Schuppenflechte.

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