Lifetime App – Die Digitalisierung der Arzt-Patienten-Kommunikation

26.09.2019 Trends
5 Minuten Lesezeit

Die Digitalisierung ist mittlerweile überall. Aufwendige Prozesse, die vor einigen Jahren noch händisch abliefen, finden jetzt virtuell statt. So auch die Arzt-Patienten-Kommunikation. Das Start-Up „Lifetime“, dass die gleichnamige App entwickelt, nimmt sich aktuell diese Aufgabe vor. Gegründet von Dr. Johannes Jacubeit verfolgt das Unternehmen die Vision Patientendaten papierlos zu machen.

Die Gesundheitsdaten-App – Was kann die Anwendung? Alle Fakten!

Die Zahnarzt-Praxis von Gorgolewski wirkt hell, modern und außerordentlich aufgeräumt. Im Gegensatz zu anderen Praxen gibt es hier nur noch wenige Ordner mit Patientenakten. Papierchaos gehört in neuzeitlichen Praxen wie dieser der Vergangenheit an. Das ist nicht nur nachhaltig, es spart auch Platz für große Schränke, um die tausenden Seiten an Daten zu lagern. Robert Gorgolewski ist selbstständiger Zahnarzt mit eigener Praxis. Auf seiner Website Zahnarzt Stadtkoppel lässt er seine Patienten wissen, dass er ihnen Befunde und Röntgenbilder via Lifetime App direkt aufs Smartphone schickt. Er hofft, so schreibt er weiter, dass bald mehr Ärzte den Service der Lifetime Anwendung nutzen werden.

Das System Lifetime ist eine Software, die auf den Smartphones der Patienten installiert werden kann. Auf der anderen Seite stehen Computer oder Tablets der Praxis, auf denen die Anwendung ebenfalls drauf läuft. Einfach und schnell lassen sich beispielsweise Röntgenbilder vom Röntgengerät auf den Rechner überspielen. Während die Bilder zuvor noch Vorort ausgedruckt und in einer Mappe gesteckt wurden, läuft der Prozess nun vollends digital ab. Vom PC aus können die Bilder über den sogenannten Lifetime Hub, welcher die Hardware für Praxen darstellt, direkt aufs Smartphone des Patienten gesendet werden.


Patientendaten? Lifetime App!

Wenn Sie die Website von Lifetime besuchen, werden Sie schon auf den ersten Blick erfahren, worum es geht. In einer kurzen sich wiederholenden Animation schreibt die Website selbstständig: „Dokumente digital und sicher versenden“, „Laborberichte digital und sicher versenden“, „Röntgenbilder digital und sicher versenden“.

Lifetime App

Quelle: https://lifetime.eu/ (Stand 24.09.19)

Die Software Lifetime kann die Arzt-Patienten-Kommunikation aufwerten oder auch von Arztpraxen untereinander verwendet werden. Es lassen sich Praxisbefunde in Echtzeit, also ohne Verzögerung, direkt von einer Praxis zur anderen weiterleiten. So können sich Kollegen auch untereinander beraten.

Alle Patientendaten in einer App – Gesundheit wird digital!

Neben der Hardware Lifetime Hub können Praxen auch die Rechner-Software „Lifetime Desktop“ verwenden. Beide Systeme sind in der Lage dem Empfänger jegliche Daten aufs Smartphone zu senden. Während früher Patienten und Ärzte noch jeweils zu Hause und in der Praxis Ordner stehen hatten, ist dieser Prozess jetzt digital. Der Patient hat alle relevanten Daten auf seinem Handy immer dabei. Sollten jedoch mal Ärzte Befunde ausstellen, die noch nicht digital vorliegen, bietet der Service von Lifetime auch für dieses Problem eine Lösung. Installiert der Betroffene die Mobilanwendung auf seinem Smartphone, kann er Daten auf Papier selbst einscannen und damit digitalisieren. Die eigenständig digitalisierte Information lassen sich anschließend dem anderen Arzt zur Verfügung stellen.

Die digitale Patientenakte als App

Die Aufbewahrung von Patientendaten war und ist für Arztpraxen noch immer ein Thema. Nach § 630f BGB gilt, dass der Arzt einer Praxis nach Abschluss der Behandlung eine Aufbewahrungsfrist der Patientendaten von 10 Jahren einzuhalten hat. Bei durchschnittlich 30 Patienten täglich, kommen dabei eine Menge Daten zusammen. Während die Akten vor einigen Jahren noch alle auf Papier gedruckt und dann abgeheftet wurden, dürfen sie jetzt nach Gesetzesregelung auch elektronisch gespeichert werden. Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt des geringeren Papierverbrauchs und dem platzsparenden Effekt, hat das noch einen anderen Vorteil. Der Patient kann mit der Lifetime App bequem auf seine Gesundheitsdaten zugreifen und diese einsehen. Besucht er einen Arzt in einer anderen Stadt, trägt er alle relevanten Daten und Befunde zu seiner Gesundheit in seiner Hosentasche.

Ein großer Schritt: Der Patient hat alle relevanten Daten und Befunde zu seiner Gesundheit in seiner Hosentasche.

Die App für Gesundheitsdaten, die Daten einfach, sicher und verschlüsselt speichert

Ein großer Pluspunkt für die Software von Lifetime ist ohne Zweifel das hohe Maß an Sicherheit, das garantiert wird. Seit Mai 2018 ist europaweit die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) anzuwenden. Das Thema DSGVO entfacht wiederholt Diskussionen um das Thema Datenschutz. Das hat zur Folge, dass sich immer mehr Menschen Gedanken über das Thema Sicherheit im Internet machen. Fragen wie „Kann jeder meine Daten sehen?“ oder „Was passiert mit all den Daten?“ werden berechtigterweise gestellt. Lifetime hebelt das Misstrauen der User im Vorhinein aus, indem sich das junge Unternehmen genau diese Furcht auf die Fahne schreibt:

Lifetime App ist die App für Gesundheitsdaten, die Daten einfach, sicher und verschlüsselt speichert und verarbeitet.

Das Thema Datenschutz kann Benutzer mit Sicherheit zum Nachdenken anregen, gerade wenn es um sensible Patienten- und Gesundheitsdaten geht. Lifetime greift diese Bedenken auf und macht das Thema Datenschutz auf diese Weise zu einem Wettbewerbsvorteil für sich.

Der Datenschutz hat bei der Lifetime App oberste Priorität

Auch auf der eigenen Website wirbt Lifetime mit den hohen Datenschutzstandards. Die Übertragung aller Daten wie Röntgenbilder, Formulare oder Laborberichte geschieht über eine sogenannte End-To-End-Verschlüsselung, basierend auf einem asymmetrischen Kryptografieverfahren. Mithilfe eines Authentifizierungsverfahrens, das sich auf zwei Faktoren stützt, wird dafür gesorgt, dass keine andere Person außer Empfänger und Sender einen Einblick in die sensiblen Daten hat. Das Start-Up Lifetime geht dabei sogar so weit, als dass sich nicht einmal eigene Mitarbeiter des Teams Zugriff zu den Daten verschaffen können. Zuletzt wird noch erwähnt, dass die technische Umsetzung der Software auch von unabhängiger Seite aus geprüft und abgesegnet wurde. ePharmaINSIDER bewertet diesen Ansatz als positiv. In den allermeisten Fällen werden Daten an auch an Dritte weitergegeben. Nicht selten gehört so ein Vorgehen auch zum Geschäftsmodell der Softwareanbieter.

Datenshutz von Lifetime App

Quelle: https://lifetime.eu/ (Stand 24.09.19)


Der Patientendatenschutz steht im Vordergrund

Neben der Datenschutzkonformität gibt es bei Lifetime noch einen weiteren Vorteil, der vordergründig Patienten erfreuen dürfte. Während die meisten Systeme, die es auf dem Markt gibt, Tracking von Daten betreiben, macht Lifetime das hingegen nicht. Oder anders gesagt, das Unternehmen kann es gar nicht betreiben. Da die Software bloß den Übertragungsdienst der Patientendaten darstellt und selbst keinen Zugriff darauf hat, kann das Unternehmen nicht einsehen, wer sendet. Die Besonderheit an diesem Verfahren ist die „Accountlosigkeit“ des Users. Standardgemäß wird bei der Verwendung einer Software von den meisten Anbietern am Markt das Anlegen eines Benutzeraccounts gefordert. Dieser Prozess ist ein Grundpfeiler des Trackings von Daten. Da die Lifetime App mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung arbeitet, fällt das komplett weg.

Eine Datenschutz-Rarität: User müssen für die Verwendung der Anwendung keinen Account anlegen, somit werden keine Daten getrackt.


Johannes Jacubeit – Der Mann hinter Lifetime

Vielleicht fragen Sie sich mittlerweile auch, wer eigentlich hinter dem Projekt Lifetime steht. Gegründet wurde das Start-Up von dem Arzt Dr. Johannes Jacubeit. Im Mai 2016 brachte der damals 35-jährige Jacubeit seine Medizin-Applikation auf den deutschen Markt. Während damals nur Ärzte aus Hamburg mit der Nutzung der Software begannen, weitet sich die Verwendung mittlerweile auf Mediziner im restlichen deutschsprachigen Raum aus.

Jacubeit kommt aus einer Ärztefamilie und beschäftigt sich neben seinem Ärztedasein am liebsten mit Themen wie Marketing und Skalierung. Die Begeisterung für das Start-Up-Leben entwickelte er jedoch schon während des Studiums. Mit dem Projekt Lifetime verwirklicht Dr. Jacubeit seine Vision eine papierlose Arzt-Patienten-Kommunikation zu erschaffen.

Lifetime App für Arzt und Patient

Nachdem er nach seinem Studium der Humanmedizin zuerst einmal zu operieren begonnen hatte, fand er schnell heraus, welch veraltete Strukturen im Bereich der Medizin und im Alltag eines Arztes anzutreffen waren. Dinge wie Handys, Tablets und fortschrittliche Software waren kein Teil seiner alltäglichen Arbeit. Patientendaten wurden handschriftlich erfasst oder mussten eingescannt und ausgedruckt werden. Anschließend landeten sie in dicken Aktenordnern. Auch Informationen über Medikamente musste er in Büchern nachschlagen. Diesen Zustand, den er für Arzt und Patienten als gleichermaßen belastend empfand, nutzte er als Katalysator für die Idee der Entwicklung einer Mobilanwendung – die Lifetime App.


Lifetime App Fazit – Arzt-Patienten-Kommunikation in sicherer, effizienter Form

Die Lifetime App des Arztes Dr. Johannes Jacubeit ist unserer Ansicht nach ein spannendes Projekt der Sparte Electronic-Health, wovon man auf jeden Fall gehört haben sollte. Das Start-Up bemüht sich die Arzt-Patienten-Kommunikation papierlos und damit nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten. Die Mobilanwendung setzt dabei auf höchste Sicherheitsstandards, um die intimen Patientendaten sicher und effizient vom Sender zum Empfänger zu transferieren.

Lifetime schreibt sich das Thema Datenschutz groß auf die Fahne und nutzt die vorhandene Furcht der Nutzer, die durch anhaltende Diskussionen über Gesetze wie die DSGVO vorangetrieben wird, als Wettbewerbsvorteil für sich. Durch hochsichere Verschlüsselungsverfahren sowie eine anmeldefreie Benutzung der Software für Patienten, revolutioniert Jacubeit die Arzt-Patienten-Kommunikation mit der Lifetime App.

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