Recap: Die wichtigsten Medtech-Zulassungen des letzten Jahres

03.07.2019 Trends
2 Minuten Lesezeit

Längst umfasst die Medizintechnik viel mehr als ihre klassischen Beispiele wie Herzschrittmacher, Ultraschallgeräte oder Prothesen. Täglich drängen neue Innovationen auf den Medtech-Markt. Grund genug, um zu rekapitulieren, welche die fünf wichtigsten Medtech-Zulassungen des letzten Jahres waren.

Apple-Watch mit EKG-Funktion

Wer hätte das gedacht? Der Tech-Gigant Apple hat es in die Liste der Medtech-Zulassungen geschafft. Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) werden Rhythmus und Stärke der elektrischen Herzaktivitäten aufgezeichnet. So kann man kardiologische Erkrankungen feststellen und möglichst früh behandeln. Den Gang zum Arzt möchten einige Menschen trotz der Symptome für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht antreten. Zu groß ist einerseits die Angst, dass man die Zeit des Arztes verschwenden könnte. Außerdem geht mit dem Arztbesuch das Eingeständnis einher, dass etwas mit dem Körper nicht stimmt. Apple wollte dieses Problem mithilfe eines hauseigenen Alltagsgegenstands lösen und hat in der Apple Watch Series 4 einen Herzsensor aufgenommen, der Herzschlag und -rhythmus misst. Diese Daten werden automatisch auf Störungen und mögliche Erkrankungen geprüft. Dafür muss der Apple-Watch-Nutzer die Health-App von Apple downloaden und dort unter dem Punkt „Herz“ ein EKG erstellen. Der User kann das Ergebnis als PDF für den Arzt exportieren.

Wiederverwendbarer Verhütungsring Annovera

Im August 2018 erteilten US-Behörden dem wiederverwendbaren Verhütungsring Annovera die Zulassung. Der bisher international bekannte NuvaRing® muss nach einem Monat in Verwendung wieder ausgetauscht werden, weil er seine Wirkung verliert. Auch der Annovera-Ring wird nur drei Wochen in die Vagina eingelegt und dann für genau eine Woche wieder entfernt. Der große Unterschied: Den Annovera-Ring kann man nach der Pause, in der es zu einer künstlichen Regelblutung kommt, über den Zeitraum eines ganzen Jahres wiederverwenden. Für die beteiligten Forscher bzw. Wissenschaftler ergab sich nach der Durchführung einiger klinischer Studien zu Annovera ein Pearl Index von 2,98. Man kann also davon ausgehen, dass ca. drei von hundert Frauen trotz Verhütung mit Annovera schwanger werden.

CUSTOMFLEX® Artificaliris

Eine weitere der wichtigen Medtech-Zulassungen beschäftigt sich mit dem Auge. Das menschliche Auge erhält durch die Iris seine Farbe. Eine Störung der Iris – die sogenannte Aniridie – verändert aber bei weitem nicht nur unsere Augenfarbe, sondern führt zu Aberrationsfehlern, Blendungseffekten oder dem (Total-)Verlust der erkennbaren Tiefenschärfe. Da die Ausprägungen der Aniridie sehr individuell sind, entwickelte HumanOptics gemeinsam mit Prof. H.-R. Koch (Bonn) die CUSTOMFLEX® Artificaliris. So kann das Iris-Implantat auf die persönlichen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Für rein kosmetische Zwecke ist die Artificaliris nicht geeignet. Die Zulassung dieser Medtech-Innovation erfolgte im zweiten Halbjahr 2018.

Magnetische Stimulation für OCD

BrainsWay brachte bereits im Jahr 2013 einen Helm, durch den stark stimulierende elektromagnetische Wellen fließen, auf den Medtech-Markt. Trotzdem befindet sich dieser Helm in der Liste der wichtigsten Medtech-Zulassungen aus dem letzten Jahr. Der Helm wurde zunächst nämlich nur für die elektromagnetische Behandlung von Depressionen genutzt. Schon bald erkannte BrainsWay jedoch, dass der Helm auch für die Therapie von Zwangsstörungen (OCD) sinnvoll sein könnte. In einer klinischen Studie mit 100 Teilnehmern gaben 38 Prozent an, dass die Symptome ihrer Zwangsstörungen nach einer Sitzung um rund 30 Prozent zurückgingen. Nach der Einführung in den US-amerikanischen Markt können nun bis zu zwei Millionen Menschen mit der Technologie behandelt werden.

Eversense® 90-tägiger Glukose-Monitor

Diabetes-Patienten wissen, dass ein guter Überblick zu ihrem Blutzuckerspiegel ihr Leben retten kann. Fällt die Glukose-Konzentration im Blut stark ab oder steigt an, müssen sie dringend einen Arzt aufsuchen. Das Eversense® CGM System zur durchgehenden Überwachung der Blutzuckerwerte bietet den Patienten einige Neuerungen. Ein Arzt pflanzt dem Betroffenen einen Langzeitsensor unter die Haut. Dieser überträgt Daten mithilfe eines Smart-Transmitters via Bluetooth an eine Smartphone-App. Die Besonderheit dabei ist, dass die Glukosemessung kontinuierlich über einen Zeitraum von 90 Tagen stattfinden kann. Bei anderen Produkten war die Laufzeit bisher teilweise deutlich kürzer. In Österreich vertreibt Roche den Glukose-Monitor.

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