Mehr Diversität: Genentech ändert Unternehmensstrategie

07.04.2021 Trends
2 Minuten Lesezeit

Diversität ist nicht nur im Alltag und der Gesellschaft wichtig, sondern vor allem auch in der Arbeitswelt – und das weiß auch Roche’s Genentech. Das Pharmaunternehmen möchte aufgrund dessen seine Strategien künftig voll und ganz auf Diversität ausrichten. Das Ziel soll sein, die Zahl der schwarzen und lateinamerikanischen Directors und Officers in Führungspositionen zu steigern. Und die Steigerung hat es in sich: Bis 2025 möchten Sie die bisherige Anzahl verdoppeln und 1 Milliarde Dollar für diverse Hersteller aufwenden. Roche nimmt damit eine Vorbildfunktion ein und setzt ein Zeichen für Gleichberechtigung.

Gründe für die Strategieänderung

Die Strategiepläne haben einen besonderen Hintergrund. Genentech führte letztes Jahr eine Umfrage bezüglich gesundheitlicher Ungleichheiten durch und fand dadurch heraus, dass sich 1/3 der Personen in marginalisierten Gesellschaftsschichten klinischen Untersuchungen nicht unterzieht. Auch Impfungen werden vermieden und Testungen vernachlässigt, da das Vertrauen in die Industrie fehlt. Diese Ergebnisse seien erschreckend und nicht akzeptabel, so Quita Highsmith. Sie ist Genentech’s Vizepräsidentin und Chief Diversity Officer und sieht die Notwendigkeit für Veränderung im Unternehmen. Patienten müssen sich verstanden, respektiert und wertgeschätzt fühlen, um der Firma das nötige Vertrauen zu schenken. Ändert sich diesbezüglich nichts, dann wird auch Gesundheitsgerechtigkeit nicht eintreten.

Der Kampf um Diversität bewährt sich

Seit mittlerweile 10 Jahren bemüht sich das Unternehmen die Zahl der angestellten Frauen in Führungspositionen zu erhöhen und das Gender-Pay-Gap zu minimieren. 2010 betrug die Frauenrepräsentationsrate gerade mal 24%, heute sind es 43%. Die Bezahlung ist heutzutage nahezu dieselbe bei Männern und Frauen in der Pharmabranche. Für einen verdienten Dollar eines Mannes, bekommt eine Frau 99,6 Cent. Im Vergleich dazu: Für jeden Dollar, den ein weißer Mitarbeiter verdient, erhält ein dunkelhäutiger Mitarbeiter 99,5 Cent.

Gerade in der Pharmabranche, in welcher die Patienten aus aller Welt kommen, ist Diversität und Integration unumgänglich. Krankheiten können schließlich bei jedem Menschen auftreten und deswegen muss der Fokus auf alle Patienten, unabhängig der Hautfarbe, des Geschlechts oder der Ethnie, gelegt werden. Highsmith sieht Inklusion als Pflicht einer Pharmafirma.

Genentech’s Beitrag für mehr Diversität

Die Hauptziele von Genentech für ihre neue Strategie beinhaltet 3 spezifische Bereiche:

  • Gesundheitliche Ungleichheit bestmöglich unterbinden
  • Zugehörigkeit fördern
  • Kontakt zu diversen Gemeinschaften herstellen

Gleichberechtigung im Gesundheitsbereich war Genentech schon immer wichtig, denn auch letztes Jahr hat das Pharmaunternehmen 90 Millionen Dollar gespendet. Die monetäre Unterstützung erreichte unter anderem Patientenunterstützungen und Gesundheitsprogrammen und gilt als die bislang höchste Spendensumme innerhalb eines Jahres. Häufig fällt die Diversitätsthematik innerhalb eines Unternehmens auf die Personalabteilung zurück. Quita Highsmith wendet sich jedoch diesbezüglich direkt an ihren CEO, um die Bemühungen in Sachen Diversität und Inklusion zu fördern und Unterstützungen zu erhalten.

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