Meistgeteilte Gesundheits-Artikel auf Facebook: Viele Infos wissenschaftlich nicht korrekt

11.02.2019 Studien
3 Minuten Lesezeit

Ein Leben ohne die sozialen Medien ist heute kaum noch vorstellbar. Die Plattformen werden längst nicht mehr nur zum Chatten mit Freunden genutzt. Vielen Menschen dienen sie als Informationsquelle, auch bei gesundheitlichen Fragen.

Laut einer aktuellen Studie sind viele der Gesundheits-Artikel auf Facebook und Co. wissenschaftlich nicht korrekt. Gerade die beliebtesten Posts im Healthcare Bereich wiesen häufig Ungenauigkeiten oder sogar Falschinformationen auf. Dies ist bedenklich, bietet Pharma Unternehmen aber auch Chancen.

Falschinformationen bei eigentlich vertrauenswürdigen Quellen

In einer aktuellen Studie untersuchten Forscher von Health Feedback gemeinsam mit der Credibility Coalition die wissenschaftliche Genauigkeit und den Wahrheitsgehalt der beliebtesten Gesundheits-Artikel auf Facebook. Die Ergebnisse überraschen. Die Artikel, die am häufigsten geteilt wurden, wurden von bekannten Seiten wie Huffington Post, CNN und The Guardian veröffentlicht. Dennoch wiesen sie Probleme wie Falschinformationen und Ungenauigkeiten auf.

Sieben der 10 beliebtesten Gesundheits-Artikel enthielten fehlerhafte oder irreführende Angaben. Dazu gehört auch der beliebteste Artikel aus dem Health-Bereich: „Federal Study finds Marijuana 100 times less toxic than Alcohol, safer than Tabacco“ Dieser Artikel wurde von UrHealthGuide veröffentlicht und von den Forschern als „nicht glaubwürdig und potenziell gesundheitsgefährdend“ bewertet.

Die Hauptprobleme der meisten Artikel bestünden in fehlenden Details oder Zusammenhängen sowie übertrieben dargestellten Forschungsergebnissen, so Health Feedback. Die falsche Interpretation wissenschaftlicher Ergebnisse war ebenfalls ein Faktor, der die Glaubwürdigkeit beliebter Gesundheits-Artikel negativ beeinflusste. Außerdem wurden oft reißerische Überschriften verwendet („Clickbait“), um in den soziale Medien viel Aufmerksamkeit zu bekommen.

Glaubwürdige Gesundheits-Artikel im Time Magazine

Die drei einzigen als glaubwürdig bewerteten Artikel stammen aus dem Time Magazine. Das Problem der Falschinformationen zog sich durch die 100 am häufigsten geteilten Gesundheits-Artikel. Weniger als die Hälfte dieser 100 Artikel wurde als „besonders glaubwürdig“ beurteilt.



Gut bewertete Artikel wurden zwar häufiger, bis zu 11 Millionen Mal, geteilt, aber auch schlecht bewertete Posts erzielten bis zu 8,5 Millionen Shares. Facebook wurde in der Studie als Quelle der meisten ungenauen Gesundheitsinformationen identifiziert. 96 Prozent der Shares der beliebtesten 100 Artikel befanden sich auf der Social Media Plattform.

Für die Analyse der Artikel wurden diese in 3 Kategorien eingeteilt: Krankheiten und Therapien, Lebensmittel und Ernährung sowie Impfstoffe. Ihre Glaubwürdigkeit wurde basierend auf Faktoren wie Qualität und Vielfalt von Hauptquellen und dem Vorhandensein von rhetorischer und emotionaler Sprache evaluiert.

Chance für Pharma Unternehmen

Gesundheitsartikel, die als glaubwürdig beurteilt wurden, informierten ihre Leser in der Regel besser. Im Bereich der Themen erzielten Artikel aus dem Bereich Krankheiten und Therapien die besten Bewertungen, wobei die meisten von ihnen von seriösen Quellen veröffentlicht wurden.

Im Gegensatz dazu wurden weit verbreitete Artikel, in denen es um Lebensmittel und Ernährung ging, oft schlecht bewertet. Laut den Forschern stammten viele von ihnen von Lifestyle Blogs oder „health-bezogenen Webseiten mit dubiosem Ursprung“. Das Fazit der Forscher von Health Feedback und The Credibility Coalition ist, dass die Ergebnisse zeigen, dass mehr dafür getan werden muss, dass falsche Gesundheitsinformationen nicht unbeschränkt verbreitet werden können.

Facebook hat schon vor einiger Zeit zugegeben, dass es ein großes Problem mit Falschnachrichten gibt. Der Social Media Riese nutzt verschiedenste Methoden, um diesen entgegenzuwirken. Eine der Maßnahmen von Facebook ist das Prüfen von Fakten und Artikeln mit sogenannten „Third-Party Fact-Checkers“.

Was für die Betreiber von Social Media Plattformen ein Problem ist, kann für Unternehmen eine Chance sein. Die Ergebnisse der Studie zeigen nämlich auch, dass mehr denn je auf qualitativen Content gesetzt werden sollte. Pharma Unternehmen können den aktuellen Missstand der Gesundheits-Artikel nutzen und sich durch gut recherchierte und seriöse Beiträge von der Masse abheben. Guter Content muss nicht teuer sein und sorgt für eine hohe Aktivität der Leser. Mehr zu erfolgreichen Content Marketing Strategien können Sie hier nachlesen.

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