Merck for Mothers – Eine US-Kampagne mit beunruhigender Nachricht

18.09.2019 Kampagnen
2 Minuten Lesezeit

Für ihren Film zur Kampagne „Merck for Mothers“ wurden die Macher auf dem diesjährigen Festival in Cannes mit dem Bronze Pharma Lion ausgezeichnet. Viel bemerkenswerter ist jedoch die Nachricht, die der Film vermittelt.

Screenshot Video: Merck for Mothers

Jüngste Untersuchungen des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Merck (in Europa unter MSD bekannt) haben ergeben, dass schwangere Frauen in den USA vor 30 Jahren eine weitaus bessere Chance hatten, durch eine Schwangerschaft bedingte Komplikationen zu überleben, als Frauen im Jahr 2019. Das zeigt auch die Kampagne „Merck for Mothers“.

Frauen haben schlechtere Chancen als ihre eigenen Mütter

Im Film wird zu Beginn eine junge Frau auf einer Entbindungsstation gezeigt. An ihrem Bett sitzt ihre Mutter und hält ihre Hand. Im Verlauf des Films reisen wir rückwärts durch das Leben der jungen Frau und lernen einige Stationen kennen. Der Besuch von Ärzten im Rahmen ihrer Schwangerschaft und auch die Ankündigung ihrer Schwangerschaft. Man sieht sie bei der Arbeit, mit dem Vater ihres Kindes und ebenfalls den Tag, an dem sie ihn kennengelernt hat. Die Frau wird jünger und man sieht, wie sie mit ihrem Fahrrad über eine leere Straße fährt und wie sie als kleines Kind Geschenke auspackt. Irgendwann erreicht der Film den Moment, als die Mutter der jungen Frau selbst auf der Entbindungsstation liegt. Umgeben von Ärzten und Pflegerinnen schenkt sie ihrer Tochter das Leben.

Reverse – Merck For Mothers from Shabazz Larkin on Vimeo.

Erschreckende Unterschiede

Durch einen Schnitt landet der Zuschauer wieder im Hier und Jetzt und es wird deutlich, dass die junge Frau, nun wieder selbst schwanger, unter Schmerzen leidet, die über das normale Maß hinaus gehen. Sie weint. Die Anzeichen verdichten sich, dass es sich nicht nur um typische Geburtsschmerzen handelt, sondern dass die zukünftige Mutter in echter Gefahr ist. „Eine amerikanische Mutter im Jahr 1990 hatte eine bessere Chance, eine Geburt zu überleben, als ihre eigene Tochter heute“, heißt es in einem Voice Over. Nach Untersuchungen von „Merck for Mothers“ sind die USA eines der wenigen entwickelten Länder, in denen die Sterblichkeitsrate von Müttern bei der Geburt steigend ist. Erschreckend auf einer zusätzlichen Ebene wirkt die Tatsachen, dass vor allen Dingen afroamerikanische Frauen eine drei- bis viermal höhere Wahrscheinlichkeit haben, an einer Schwangerschaft oder durch Komplikationen während der Geburt zu sterben, als weiße Frauen. Trotz aller Bemühungen zeigen diese Zahlen deutlich, dass die USA auch weiterhin nicht nur mit einem unzureichenden Gesundheitswesen, sondern auch mit gesellschaftlichen Ungleichheiten zu kämpfen haben.

Merck for Mothers sollen wachrütteln

In Kooperation mit Matter Unlimited sowie Whitelist verfolgt MSD das Ziel, ein Bewusstsein für die Initiative „Safer Childbirth Cities“ zu schaffen, einer Initiative von MSD für werdende Mütter. Mit der Kampagne möchte MSD dazu beitragen, die Gesundheit von Müttern zu verbessern und gegen die Ungleichheit ankämpfen. Auf einer speziellen Webseite stellt das Pharmaunternehmen zahlreiche weitere Statistiken und Informationen zu weiteren Initiativen bereit. Fortschritte in der Technologie und auch im Gesundheitswesen führen zu der fälschlichen Annahme, dass sich auch die Situation der Patienten mit der Zeit verbessert. Die Ergebnisse, die MSD nun liefert, zeigen jedoch das Gegenteil. Zumindest was die USA betrifft. Umso wichtiger ist es, dass weiterhin Studien durchgeführt und Kampagnen initiiert werden, die auf solche Herausforderungen aufmerksam machen und zu neuen Lösungen führen.

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