Mit oder ohne Branding – welcher Content funktioniert besser für die Suchmaschine?

Eine Marke muss stark sein, Wiedererkennungswert haben – oder? Die Antwort ist leicht: Ja, Ihre Marke muss ein klares Profil haben. Aber: Suchmaschinenoptimierung sollte sich eben nicht einfach auf gebrandeten Content verlassen.

Content mit Branding vs. Allgemeiner Content

Die Grundidee von gebrandetem Content ist, dass Firmen dafür sorgen, dass ihre Webseite das erste und beste Ergebnis ist, wenn sie selbst gesucht werden. Das ist ein gutes und notwendiges Ziel, damit die Marke nicht beispielsweise von Fake-Angeboten überholt wird.

Aber auf der anderen Seite steht Content, der sich nicht auf die Marke bezieht. Dieser macht einen wesentlich größeren Teil der Suchanfragen aus. Denn die meisten Kunden suchen eher nach einer Dienstleistung oder einem Produkt als nach einem Anbieter und einer Marke.

Insbesondere suchen sie meist nach der Marke, ohne weitere Zusatzangaben zu machen: Wer den nächsten LIDL sucht, muss Google dazu keine Produktangaben machen.

Wonach suchen Verbraucher?

81 % der Verbraucher suchen heute nach Informationen zu einem Produkt, bevor sie es kaufen. 60 % von diesen Verbrauchern tun das online, mit Hilfe von Suchmaschinen. Die Kernfrage ist also, wie die Suchanfragen dieser informationssuchenden Verbraucher genutzt werden können.

Die gute Nachricht vorab: Verbraucher, die mit einem Markennamen suchen, sind bereits geneigt, einen Kauf zu tätigen. Sie benötigen wenig weitere Überzeugung und landen in den meisten Fällen sowieso bereits auf der richtigen Seite.

Auf der anderen Seite stehen Sucher, die keine Markennamen in ihrer Suche verwenden und noch überzeugt werden müssen. Hier müssen Unternehmen dringend auf Sichtbarkeit setzen, gerade wenn die Suchanfragen in der Branche eher einfach statt spezifisch sind – „Rückenschmerzen“ sind beispielsweise logischerweise härter umkämpft als „Morbus Bechterew“.

Was kostet bezahlte Werbung?

Die Kosten von Werbung mit einem Markennamen liegen weit unter denen für die Anfrage ohne den Markennamen. Die genauen Kosten sind stark vom Volumen des Keywords und der Konkurrenz abhängig.

Ein kurzes Wort allerdings zu den bezahlten Positionen: Sie sind wesentlich weniger einträglich als die Positionierung in den organischen Suchergebnissen. Während Nutzer nur in etwa 2 % der Fällen eine Werbeanzeige anklicken, wählen 30 % das erste organische Ergebnis aus. Wer Google AdWords (also SEA – Search Engine Advertising) nutzt um seine Sichtbarkeit zu erhöhen, sollte immer auch an SEO (Search Engine Optimisation) denken und seinen Webauftritt entsprechend optimieren.

Wie positionieren sich Pharmaunternehmen ohne Markennennung

Als Pharmaunternehmen müssen Sie also versuchen, sich bei den nicht gebrandeten Suchanfragen zu positionieren. Der Schlüssel dazu ist wie in vielen anderen Fällen guter Content.

Fragen Sie sich nicht, was User suchen, die Ihre Marke schon kennen, sondern wie ein Patient oder Kunde Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung beschreiben würde, wenn er noch nicht davon gehört hat. Welche Probleme würde er oder sie beschreiben? Welche Lösungen fallen Patienten ohne Vorwissen als erstes ein?

Sie können aber auch weiter gehen: Recherchieren Sie, was andere Anbieter der Branche Patienten raten. Trauen Sie sich dabei auch, unseriöse Quellen zu untersuchen: Ihre Kunden werden diese Informationen auch lesen. Und dann wiederum gezielt nach diesen Punkten suchen. Schlagen beispielsweise seltsame Seiten Chilis zur Heilung einer Krankheit vor, die Ihr Medikament bekämpft, stellen Sie Informationen zur Verfügung, die die Wirksamkeit von Chilis untersuchen. Besonders im Bereich Healthcare und in der Pharmabranche spielen die Themen Glaubwürdigkeit, Sicherheit und Vertrauen eine große Rolle. Mit relevanten Informationen kann dem User ein Mehrwert geboten werden und gleichzeitig die eigene (Marken-) Botschaft dezent verbreitet werden.

Sie finden viele Suchanfragen ohne Brandnamen, wenn Sie selbst die „Suchreise“ Ihrer Kunden nachverfolgen.

Print Friendly, PDF & Email