Mobile Health: 80 % wären durch passende Angebote motivierter

Eine Umfrage unter Patienten zeigt deutlich auf, dass ausführliche Informationen und mobile Angebote die Motivation zum Arztbesuch, der Behandlung und die Compliance verbessern können. Die amerikanische Studie konzentrierte sich auf die Möglichkeiten, die Mobile Health für unterschiedliche HCPs bieten kann.

Zahlen und Fakten zu Mobile Health

Die Umfrage unter 1000 amerikanischen Verbrauchern deckte unterschiedliche Bereiche des Themenspektrums Mobile Health ab. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen folgende Erkenntnisse:

  • 80 % würden eher einen Arzt oder anderen HCP aufsuchen, wenn sie vorab ihre Zuzahlung auf einem Smartphone erkennen könnten.
  • 75 % wären interessiert daran, ihre Gesundheit und Benefits auf dem Smartphone zu managen.
  • 90 % wünschen sich eine App, über die sie direkt von ihrem Arzt benachrichtigt werden können, wenn sie ein verschreibungspflichtiges Medikament von einer Apotheke abholen können.
  • 60 % möchten Brillen oder Kontaktlinsen über ihr Smartphone bestellen.

Diese Erkenntnisse können von unterschiedlichen HCP in der Gesundheitsbranche genutzt werden. Sie bieten wichtige Inspiration für die nächsten Schritte – nicht nur in Amerika, sondern auch Europa.

Wie Ärzte und Behandler Mobile Health für sich einsetzen können

Zwei der aussagekräftigsten Ergebnisse sind besonders wichtig für Ärzte und Behandler, die mehr auf ihre Patienten eingehen möchten und bereit sind, Mobile Health dafür einzusetzen.

80 % der Befragten gaben an, dass sie eine Behandlung oder einen Arztbesuch eher in Betracht ziehen, wenn sie die genauen Kosten vorher auf ihrem Smartphone ansehen können. Das ist in Amerika für jeden Arztbesuch relevant, weil die Zuzahlung enorm sein kann. Aber auch in Ländern beziehungsweise für Patienten mit Krankenversicherung sind die Kosten einer Behandlung relevant.

Einerseits finanzielle Kosten: Zuzahlungen, Jahresbeiträge oder ähnliches können ein relevanter Faktor für Entscheidungen für oder gegen eine Behandlung sein. Wenn Patienten diese Informationen nicht nur in einem Gespräch bekommen, sondern auf ihrem Smartphone mit sich nehmen können, macht das jede Entscheidung für sie leichter.

Andererseits sollten Ärzte und Behandler auch andere „Kosten“ berücksichtigen: Welcher Zeitaufwand muss für eine Behandlung eingeplant werden? Wo finden die Termine statt – ist der Anfahrtsweg besonders lang oder umständlich?

Behandler können diese Informationen für Patienten während eines Beratungsgesprächs am Computer lesbar mitschreiben und dann über einfache Möglichkeiten an die Patienten schicken. Verschlüsselte Kommunikationsformen in Apps, wie z.B. Signal, sind dabei unverschlüsselten Nachrichten (wie E-Mails) vorzuziehen. Ideal sind eigene Apps, die ein geeignetes Format vorgeben und die Notizen so übersichtlicher machen.

Wie Mobile Health Krankenkassen betrifft

Krankenkassen können sich auch in dieser Diskussion einschalten. Sie haben die Größe und Macht, Apps mit Datenschutz und vielen Möglichkeiten zu entwickeln.

Beispielsweise um, wie von 75 % gewünscht, Möglichkeiten zum Self-Management der Gesundheit und ihrer Daten zu bieten. Dafür müsste eine App Sicherheit versprechen und tatsächlich praktisch sein. Bisher vermarkten viele Krankenkassen erste Apps, aber sie kommunizieren die Vorzüge für ihre Kunden sehr vage: „Auch wir sind jetzt digital.“

Die Studie kann Krankenkassen helfen zu verstehen, was Patienten wirklich wollen. Wie beispielsweise Sehhilfen kaufen, ohne Brillen vor Ort austesten zu müssen. Oder auch Kontaktlinsen bestellen, sodass die Rechnung von ihrer Krankenkasse anerkannt wird.

Mobile Health wird immer relevanter für die Healthcare-Branche

Nachdem sich die Gesundheitsbranche mit fast all ihren Akteuren langsam ins Internet bewegt hat, muss sie einer neuen Herausforderung Herr werden. Das Internet ist nicht mehr nur durch feste Geräte erreichbar, sondern eben auch mobil.

Die meisten Kunden und Patienten besuchen Webseiten über Smartphones und Tablets, nicht nur Computer oder Workstations. Vorreiter in diesem Bereich sichern sich die aktuelle Patientengeneration.

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