Movember – Der Monat für Männergesundheit

14.11.2016 Kampagnen
3 Minuten Lesezeit
(c) nito/shutterstock.com

Bereits seit 2003 gibt es den Movember, den Monat für Männergesundheit im November. Was als eine witzige Idee bei einem Feierabendbier in Melbourne, Australien begann, ist heute eine Bewegung mit mehr als 5 Millionen Teilnehmern und Teilnehmerinnen weltweit.

Ein Schnauzbart? 2003 undenkbar

Als die Idee zum Movember entstand, waren Schnauzbärte, in Englisch moustaches und kurz Mo, absolut out. Die beiden Freunde Travis Garone und Luke Slattery witzelten bei einem Feierabendbier darüber, was man tun könnte, um Mos wieder salonfähig zu machen. Sie entschieden sich dafür, ihre Freunde zu überzeugen, sich einen Mo wachsen zu lassen.

Inspiriert von der Mutter eines Freundes verknüpften die beiden ihre Idee mit einer Kampagne für Männergesundheit und Prostatakrebs. Sie legten verschiedene Regeln fest und der erste Movember war geboren. Diese Regeln gelten übrigens bis heute.

Bist du Mann genug, mein Mann zu sein?

Um Teilnehmer für ihre Challenge zu finden, verschickten Garone und Slattery eine E-Mail mit dem Betreff: „Bist du Mann genug, mein Mann zu sein?“ Sie fanden 30 Teilnehmer, die sich mit großem Enthusiasmus einen Schnauzbart wachsen ließen.

Nach diesem ersten Erfolg entschieden sich die beiden Movember-Gründer, Teilnehmern im folgenden Jahr einen Grund für das Bart-wachsen-lassen zu geben und das Konzept des Movembers offiziell zu machen. Adam Garone und Justin Coghlan kamen zum Team hinzu. Es wurde ein Unternehmen gegründet, eine Webseite gelauncht und die Kampagne sollte auf weitere Länder ausgeweitet werden.

Die vier Männer entschieden sich nach einer Recherche, Prostatakrebs-Gruppen zu unterstützen. Prostatakrebs ist eine der größten Bedrohungen für die Männergesundheit. Im Jahr 2004 brachten 480 Movember-Teilnehmer insgesamt 54.000 AUD auf. Dieses Geld wurde der Prostate Cancer Foundation of Australia (PCFA) gespendet. Es war die größte Einzelspende, die die Stiftung bis zu diesem Zeitpunkt je erhalten hatte.

Die Bewegung wurde bekannter und immer mehr Männer ließen sich Schnauzbärte für den guten Zweck wachsen. 2005 nahmen bereits 9.315 Bartträger teil und erzielten eine Spende in Höhe von 1,2 Millionen AUD für die PCFA. Seit 2005 ist die PCFA der erste offizielle Männergesundheits-Partner des Movembers.

Mos werden international

Als zweiter offizieller Partner der Kampagne kam 2006 beyondblue hinzu. Beyondblue ist die nationale Initiative für Depressionen und Angst in Australien. Im gleichen Jahr wurde die Bart-Bewegung auch in Neuseeland, Spanien und Großbritannien bekannt.

In den folgenden zehn Jahren nahmen sowohl die teilnehmenden Länder als auch die offiziellen Partner weiter zu. 2015 war die Movember Stiftung auf Platz 55 der besten 500 Nichtregierungsorganisationen der Welt (NGO Advisor). Im vergangenen Jahr nahmen Männer und Frauen aus Australien, Österreich, Belgien, Kanada, der Tschechei, Dänemark, Finnland, Frankreich, Hong Kong, Deutschland, Irland, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Singapur, Südafrika, Spanien, Schweden, der Schweiz, Großbritannien und den USA am Movember teil. Insgesamt unterstützen mehr als 5 Millionen Menschen, Mo Bros und Mo Sistas, die Kampagne für Männergesundheit.

Was als witzige Idee von zwei Freunden begann, ist heute eine weltweit bekannte Stiftung. 2015 wurden Spenden in Höhe von 542 Millionen Euro aufgebracht. Mit diesem Geld wurden mehr als 1.200 Projekte zur Männergesundheit unterstützt.

Werte und Ziele der Movember Stiftung

Der internationale Erfolg vom Movember lässt sich vor allem durch die Werte begründen, an denen das Team um die Gründer nach wie vor festhält. Diese Werte sind ebenso simpel wie genial: Spaß, Verlässlichkeit, Fürsorglichkeit, Bescheidenheit, Innovation, außergewöhnliche Erlebnisse und Veränderungen bewirken.

Insbesondere der letzte Punkt, Veränderungen bewirken, scheint im Fokus der Arbeit der Stiftung zu stehen. Die Mitglieder der Stiftung stellen regelmäßig den Status quo in Sachen Männergesundheit in Frage. Sie suchen Gespräche sowohl mit Ärzten und anderen Vertretern der Gesundheitsbranche als auch mit Patientengruppen und Experten.

Ziel der Movember Stiftung ist es, dass Männer, die an Prostata- oder Hodenkrebs leiden, schneller eine Diagnose und eine passende medizinische Behandlung erhalten. Außerdem bietet die Stiftung Informationen und psychologische Unterstützung für Männer, die ihr Leben nach der Diagnose Prostatakrebs wieder in geordnete Bahnen lenken möchten.

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