„New Science“ – Worauf sich Pharma Marketer vorbereiten sollten

20.01.2020 Studien
2 Minuten Lesezeit

Rund die Hälfte der Marketingspezialisten im Pharma Bereich gibt laut einer Studie an, nicht sicher zu sein, wie sie die Bedürfnisse ihrer Kunden in der Praxis treffen können.

New Science ermöglicht ein besseres Kundenverständnis

Ein Bericht von Accenture Life Sciences empfiehlt, dass sich die Experten aus dem Marketing aus „New Science“ einlassen sollten. „New Science“ wird von Accenture als der Treffpunkt zwischen Technologie und Wissenschaft beschrieben und soll Marketingspezialisten aus der Pharmabranche dabei helfen, die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden – dazu gehören Patienten, Health Care Dienstleister, Ärzte sowie Kostenträger – in Zukunft besser verstehen zu können.

Laut Elizabeth Otterman, Managing Director bei Accenture’s Life Sciences erfordere New Science, dass Unternehmen aus der Pharmabranche über die einfache Entwicklung sowie die anschließende Vermarktung von neuen Medikamenten und Geräten hinausgehen. Vielmehr sollten sie neue Technologien entweder alleine oder in Verbindung mit Behandlungen einsetzen, um so die unerfüllten Bedürfnisse ihrer Zielgruppe zu erarbeiten. Erst durch das weitreichende Verständnis der Notwendigkeiten beim Kunden, können diese Bedürfnisse zufriedenstellend gelöst werden, gab Otterman in einem per Mail geführten Interview zu Papier.

Marketing wie bisher reiche nicht mehr aus

Weiterhin ist Otterman der Meinung, dass die simple Vermarktung einer Behandlung für sich heutzutage nicht mehr ausreiche, um erfolgreich zu sein. „Unternehmen müssen die Behandlungserfolge der Patienten auf den Markt bringen, indem sie Insights nutzen, um Behandlungen mit Technologien und Erfahrung miteinander zu kombinieren. Das bedeutet, dass Unternehmen Funktionsmodelle erschaffen müssen, die auf neue Geschäftsziele ausgerichtet sind, welche wiederum selbst auf aussagekräftigen Erkenntnissen von Kunden basieren. Diese Erkenntnisse werden dabei durch Technologien wie künstlicher Intelligenz, fortschrittlicher Analytik sowie maschinellem Lernen ermöglicht werden, und von einer futuristischen Workforce mit neuen Fähigkeiten und weitergehenden Kompetenzen angetrieben“, so Otterman weiter.

Accenture gibt 3 Handlungsempfehlungen

Accenture befürwortet dabei drei Veränderungen im Ganzen, denen sich Mitarbeiter aus dem Pharma Marketing widmen sollten, um das Wachstum der eigenen Marke weiter voranzutreiben:

  • Eine Besessenheit für den Kunden entwickeln.
  • Die Mentalität, die Fähigkeiten und die Tools des Marketing im eigenen Unternehmen zu überarbeiten.
  • Daten, die innerhalb sowie außerhalb des Unternehmens gesammelt bzw. zur Verfügung gestellt werden in Zukunft effizienter nutzen.

Erwartungen von CEOs und CMOs stehen im Gegensatz zu einander

Laut der Studie besitzen CEOs aus der Pharmabranche grundsätzlich sehr hohe Ansprüche an ihre Führungskräfte im Bereich Marketing:

  • 92% der Biopharma-CEOs erwarten durch den Einsatz von Technologie eine verbesserte Wirkung der Marketingmaßnahmen, und somit einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz
  • 90 % der Biopharma-CEOs glauben, dass die dynamische Orchestrierung komplexerer Ökosysteme zu einer Kernaktivität der Marketingleiter wird.

Hingegen sehen Verantwortungsträger aus dem Marketing die Chancen und Herausforderungen des Einsatzes von Daten und künstlicher Intelligenz im Marketing im Gegensatz dazu eher vorsichtig:

  • 60 % der Biopharma-Marketingleiter sagen, ihre Organisation sei noch nicht reif für Themen, wie künstliche Intelligenz.
  • 57% der Biopharma-Marketingleiter haben zwar mehr Zugang zu Daten, kämpfen aber damit, bessere Entscheidungen zu treffen.

Wie erreicht man einen solchen Vorsprung?

Eine mögliche Art und Weise, die eigene Entwicklung voranzutreiben, sei laut Otterman, wenn es gelänge CEO und Vorstand sowie einzelne Teams innerhalb des Unternehmens stärker zu involvieren. So können Beispiele von Best-Practices aus der Branche dazu beitragen, Kunden zu begeistern. Auch ein Angebot kontinuierlicher Schulungen in der Nutzung von künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen sowie fortgeschrittener Analytik seien hilfreich, damit die Entdeckung neuer Erkenntnisse sowie deren erfolgreiche Anwendung gelingen können. „Digitale Technologien und fortschrittliche Analytik haben das Potenzial, ein noch nie dagewesenes Maß an Kundennähe zu ermöglichen. Beginnen Sie damit, dieses Potenzial zu nutzen, indem Sie neue Arbeitsweisen identifizieren, die unterschiedliche Fähigkeiten mit Erfahrungen aus dem gesamten Unternehmen zusammenführen“, so Otterman abschließend.

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