Novartis will ASCVD sichtbarer machen

07.12.2021 Kampagnen
2 Minuten Lesezeit

Der Schweizer Biotech-Riese will den atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden lassen. Novartis hat sich dazu mit der Patientenorganisation Global Heart Hub zusammengetan.

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Der gefährlichste Killer der Welt heißt ASCVD: Atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das ist eine Sammelbezeichnung für einer Reihe von atherosklerotisch, also durch verengende Ablagerungen in den Arterien, bedingten Herz-Kreislauf-Krankheiten – die letztlich zu Infarkten und Schlaganfällen führen können. 85 % der kardiovaskulär bedingten Todesfälle gehen weltweit auf das Konto der ASCVD.

Risiko für fast jeden – Schaden für fast alle

Weltweit ist ASCVD die Todesursache Nummer 1: Insgesamt schätzt man 300 Millionen Betroffene und zwei Milliarden Menschen in mehr oder weniger großem Risiko, daran zu erkranken. Würden diese Menschen in einem Staat zusammenleben, wäre dieser unter den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde. „The Invisible Nation“ ist daher der Name des Projektes, das unter möglichst vielen Menschen Bewusstsein für die Gefahr schaffen möchte.

40 % der Erwachsenen haben das Damoklesschwert der Herz-Kreislauf-Erkrankung über sich schweben und wissen nichts davon. Dabei wären viele der Erkrankungen und auch viele der Todesfälle vermeidbar. Doch die Staaten der Erde tun zu wenig dagegen. Viel zu wenig, um das von der WHO für 2025 angepeilte Ziel von 25 % reduzierter Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erreichen. Dass es da nicht „nur“ um Einzelschicksale geht, beweist eine Zahl der volkswirtschaftlichen Schätzung: Demnach soll sich der Schaden für Volkswirtschaften auf diesem Planeten bald auf bis zu 1000 Milliarden US-Dollar jährlich belaufen – nur durch ASCVD.

Umdenken – für Prävention und Früherkennung

„Selbst Patienten mit dieser Krankheit wüssten oft nicht, worum es dabei geht“, schildert Neil Johnson, Geschäftsführer von Global Heart Hub, die besorgniserregende Situation der Unkenntnis. Begonnen haben die Initiatoren damit, so viele Menschen wie möglich zu bewegen, über ihre Situation mit ASCVD zu sprechen. Diese digitalen Botschaften werden dann über soziale Medien verteilt.

Mit „The Invisible Nation“ soll erreicht werden, dass sich Menschen des Risikos bewusst werden und mit Gesundheitseinrichtungen und Politik in Dialog treten. Denn, so sind die Verantwortlichen der Awareness-Kampagne sicher, er gehört ein Umdenken her: „Wir wollen erreichen, dass ASCVD ganz oben auf der Agenda der öffentlichen Gesundheit steht“, verkündet Neil Johnson, „und die Regierungen müssen innovative Maßnahmen entwickeln, um die Belastung der Gesellschaft durch diese Krankheit zu verringern“. Dazu gehörten auch Strategien zur Prävention und Früherkennung, sind er und seine Organisation Global Heart Hub überzeugt.

Therapie mit Hindernissen

Novartis verfügt seit einiger Zeit über eine Therapie für ASCVD – durch den Kauf der The Medicines Company für 9,7 Milliarden Dollar im zweiten Halbjahr 2019. Der so erworbene Wirkstoff Inclisiran ist unter dem Handelsnamen Leqvio seit etwa einem Jahr in Europa zum Verkauf zugelassen. In den USA ist er noch nicht erhältlich, weil sich durch Reisebeschränkungen im Zuge der COVID 19-Pandemie die von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA vorgeschriebene Inspektion eines Drittstandortes verzögerte. Novartis hat nun, um die Bedenken der FDA in einem neuerlichen Zulassungsverfahren zu zerstreuen, mit einer Produktion des Wirkstoffes im Tiroler Schaftenau (Bezirk Kufstein) begonnen.

Der Wirkstoff scheint jedenfalls vielversprechend zu sein: Die Analysten von EvaluatePharma bescheinigten dem Wirkstoff bis 2026 „Blockbuster-Potential“, also einen Umsatz von über zwei Milliarden US-Dollar.

Link EvaluatePharma-Artikel: https://www.evaluate.com/vantage/articles/events/company-events/go-or-no-go-valuable-drugs-set-fda-decisions

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