Novartis „Speak Your Migraine“ Kampagne will Perzeption von Migräne verändern

07.05.2018 Kampagnen
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Migräne ist nicht der typische Nachmittagskopfschmerz, den jeder mal hat. Allerdings verstehen das Menschen, die nie einen Migräneanfall erlebt haben, meistens nicht. „Speak Your Migraine“, eine Kampagne von Novartis und Amgen, räumte mit weitverbreiteten Klischees auf. Diese Kampagne wurde ins Leben gerufen, um die Sichtweise derer zu verändern, die nicht unter den Kopfschmerzattacken leiden.

Orthographisches Detail, das nur in Englisch wirkt

Novartis‘ und Amgens Kampagne „Speak Your Migraine“ wurde im Juni im Rahmen des Migraine Awareness Month gelauncht. Um das Phänomen Migräne greifbarer zu machen, wurden für „Speak Your Migraine“ vor allem Patientenberichte genutzt. Durch die Zusammenarbeit mit Facebook wurde erfolgreich eine Online Community aufgebaut, in der rege über die Krankheit gesprochen wird. Heute, fast ein Jahr später, verfolgen noch mehr als 14.000 Menschen die Aktivitäten auf der Facebookseite von „Speak Your Migraine“.

Für die Kampagne nutzten die Pharma Unternehmen eine sprachliche Besonderheit, die leider nur in Englisch für Aufmerksamkeit sorgt. Statt der weit verbreiteten Pluralform „migraines“ wurde als Kampagnentitel bewusst „Speak Your Migraine“ in der Singularform gewählt. So soll deutlicher werden, dass Migräne nicht nur eine Reihe von Anfällen ist, sondern auch als einmaliger Zustand dauerhaft präsent sein kann, erklärte Carly Baron von Amgen.

„Gemeinsam können wir dabei helfen verständlich zu machen, dass Migräne mehr ist als nur ein Kopfschmerz. Sie ist eine für eine lange Zeit einschränkende Krankheit, die den Alltag stark beeinflussen kann. Patienten können nicht zur Arbeit gehen oder an Familienfeiern teilnehmen. Auch deshalb wollen wir das Gespräch rund um die Krankheit verändern.“, so Baron weiter.

Migräne ist eine Krankheit

Amgen basierte seine Kampagne vor allem auf den Empfindungen von Migräne-Kranken. Der Pharma Hersteller teilte die Migräne Patienten in drei Gruppen ein: Patienten, die sich auf ihren Arzt bei der Behandlung der Kopfschmerzattacken verlassen; proaktive Patienten, die ihre Krankheit selbst managen und solche Patienten, die sich beim Thema Migräne sowohl von ihren Ärzten als auch von ihrem Umfeld unverstanden fühlen.

Novartis und Amgen führten auch Umfragen zu Vorurteilen über Migräne durch und stellten fest, dass diese verschiedene Ursprünge haben. Dazu gehören falsche Vorstellungen der Schmerzen, die Schwierigkeiten der Diagnose, eine generelle Annahme, Migräne wäre eine Frauenkrankheit und das fehlende Verständnis, dass Migräne eine Krankheit ist.

Größere Reichweite durch Facebook

„Speak Your Migraine“ wurde auf Webseiten wie WebMD, migraine.com, Migraine Again und Everyday Health beworben. Den wichtigsten Anteil zur Reichweite der Kampagne trug aber die Zusammenarbeit mit Facebook bei. Mit einer drei Mal größeren Wahrscheinlichkeit wurde das „Migraine Impact Assessment“ bei Facebook vollständig ausgefüllt. Außerdem meldeten sich Facebook-Nutzer mit einer zwei Mal größeren Wahrscheinlichkeit für die E-Mails der Kampagne an.

„Neben Facebooks Möglichkeiten der besseren Ansprache der Zielgruppen nutzten wir die Plattform vor allem, um Menschen auf der ganzen Welt miteinander in Kontakt zu bringen. Indem wir Menschen mit Migräne das Gefühl gaben, verstanden, gehört und unterstützt zu werden, boten wir ihnen auch einen Platz, sich zu verbinden, zu teilen und über ihre Migräne zu sprechen.“ sagte Carly Baron.

Fazit: Gute Reichweite trotz wenig Kreativität

„Speak Your Migraine“ ist eine schlichte Kampagne, in der vor allem Patientenberichte im Fokus stehen. Novartis und Amgen wollten mit Vorurteilen zum Thema Migräne aufräumen und die Diskussion über die Krankheit in die Öffentlichkeit holen. Dies ist den Pharma Unternehmen insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Facebook gelungen.

Über die social media Plattform haben sich bis heute mehr als 14.000 Menschen über Migräne ausgetauscht. Auch knapp ein Jahr nach dem Launch der Kampagne wird auf der Facebook Seite noch aktiv kommuniziert und die Betreiber posten regelmäßig neue Beiträge. Die Kampagnenseite selbst ist eher durchschnittlich und weist wenig Kreativität auf. Vielen Betroffenen gefällt die kostenlose Migraine Buddy App gut, die kostenlos im App Store und bei Google Play erhältlich ist.

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