Paid Search vs. Paid Social – Die Vor- und Nachteile beider Strategien

03.07.2019 How-To
4 Minuten Lesezeit

Paid Search und Paid Social gehören zu den bekanntesten bezahlten Marketing-Strategien. Finden Sie im Artikel heraus, welche Vor- und Nachteile es dabei jeweils gibt und welcher Werbeansatz besser zu Ihrem Unternehmen passt.

Was ist Paid Search?

Unter Paid Search versteht man die von einem bestimmten Auftraggeber bezahlten Ergebnisse einer Suchmaschine wie Google oder Bing. Sucht ein User beispielsweise in einer Suchmaschine nach dem Keyword „Salbe gegen Mückenstiche“, so können Sie die erste Ergebnisseite mithilfe eines Kontos bei Google AdWords oder Yahoo Search Marketing beeinflussen. Im Austausch gegen CPC – also Cost-per-Click – erhöhen Sie die Sichtbarkeit Ihrer Landing Page und die Wahrscheinlichkeit, dass der User sich Ihr Angebot näher ansieht. Damit gehört Paid Search zu den zielbasierten Marketingtechniken, weil der User aktiv und mit einer bestimmten Absicht nach für ihn relevanten Informationen sucht. Er benötigt die Salbe gegen Mückenstiche vermutlich dringend, weil er bereits mehrmals gestochen wurde, und möchte sie zeitnah kaufen.

Mit Paid Search arbeiten Sie unabhängig von den Suchmaschinen-Algorithmen. Diese werden nur für die organischen Suchergebnisse angewandt. Allerdings treten Sie mit anderen Unternehmen in ein Konkurrenzverhältnis. Warum? Man muss einen bestimmten CPC bieten, um einen Platz in den Werbeanzeigen zu erhalten. Bietet ein anderes Unternehmen einen höheren CPC, so fällt Ihre Anzeige weg.

Was versteht man unter Paid Social?

Während bei Paid Search Werbung in Suchmaschinen ausgespielt wird, bedient man sich bei Paid Social der Social-Media-Netzwerke. Die von Ihnen geschalteten Werbeanzeigen werden dem User demnach auf Plattformen wie Facebook, Instagram oder Youtube ausgespielt. Wer selbst bereits einmal eine dieser Werbeeinschaltungen weggeklickt hat, weiß: Sie treffen nicht immer unsere Interessen. Bei Paid Social geht man nämlich davon aus, dass man dem User Lösungen für Probleme liefern kann, die ihm vielleicht noch gar nicht bewusst sind. Jemand, der auf Youtube Videos von Patienteninfluencern konsumiert, weiß nicht unbedingt über neue Vorsorgeangebote in diesem Bereich Bescheid. Sie nehmen somit den ersten Schritt vorweg, gehen aktiv auf den User zu und bieten Ihr Unternehmen bzw. Ihr spezielles Angebot als Lösung an. Das kann vor allem die Kunden anlocken, die vorher noch nie von Ihrem Angebot gehört haben.

Auch bei Paid Social wird mit Cost-per-Click gearbeitet. Meistens bieten die Social-Media-Plattformen eigene Tools für die Erstellung und Schaltung von Werbung an – bei Facebook ist das beispielsweise der Werbeanzeigenmanager.

Die Vor- und Nachteile von Paid Search

Die Google-Ergebnisse sollen immer persönlicher werden – so wünschen es sich zumindest die User. Da liegt es quasi auf der Hand, die Marketing-Strategie auf Paid Search auszuweiten. Hier finden Sie einen Überblick zu den Vorteilen von Paid Search:

1. Die Kosten bleiben kontrollierbar: Da bei Paid Search nur der eigentliche Klick bezahlt wird, bleiben die Kosten leicht überschaubar. Im Ad-Manager kann außerdem ein Tageslimit an Kosten gesetzt werden.

2. Attraktivität und Relevanz: Unternehmen, die sich unter den ersten Positionen auf Google befinden, können als besonders relevant wahrgenommen werden. Ihre Angebote wirken so attraktiver.

3. Überprüfung von Conversion Rates: Bei Paid Search kann man sehr leicht überprüfen, ob User nur auf die Werbeanzeige geklickt haben oder ob sie zusätzlich eine Conversion getätigt haben.

4. Schnelle Erfolge: Im Gegensatz zur organischen Suche muss man bei Paid Search nicht auf den Suchmaschinen-Algorithmus warten, sondern rankt direkt. So können von Beginn an Conversions erzielt werden.

Nicht für jedes Unternehmen aus der Medizin- und Pharma-Branche dürfte Paid Search der richtige Ansatz sein. Die Nachteile:

1. Konkurrenz zu anderen Unternehmen: Paid Search heißt nicht, dass eine Anzeige automatisch geschalten wird. Man bietet einen bestimmten CPC und kann von Konkurrenzunternehmen so übertroffen werden.

2. Ausschließlich Text: Bisher kann man bei Paid Search nicht mit visueller Unterstützung arbeiten. Das Textfeld ist außerdem auf wenige Zeichen (Google AdWords: 30 Zeichen) beschränkt.

3. Potentiell hohe Kosten: Da die Reichweite der Werbeanzeigen in Suchmaschinen sehr hoch ist, kann schnell eine Vielzahl an Klicks generiert werden. Diese kosten bares Geld, enden aber nicht immer in Conversions. Eine Kostenkontrolle ist deshalb empfehlenswert.

Die Vor- und Nachteile von Paid Social

Sie fragen sich, ob Sie Ihr Marketing-Budget bisher für die falsche Plattform verplant haben? Das lässt sich leichter beurteilen, wenn Sie die Vorteile von Paid Social auf einen Blick vor sich haben:

1. Remarketing-Lösungen: Paid Social erreicht mit besonderen Remarketing-Lösungen die User, die Ihr Unternehmen bereits kennen.

2. Neukunden-Akquise: Mit Social Ads können Sie mehr Aufmerksamkeit auf Ihr Pharma-Unternehmen lenken und dabei außerdem neue Interessenten gewinnen.

3. Absetzen von der Konkurrenz: Durch Lösungen für Probleme, die den Usern noch nicht bewusst waren, können Social Ads ein deutliches Absetzen gegenüber der Konkurrenz bewirken.

4. Gezielte Content-Distribution: Die unterschiedlichen Werbeanzeigenmanager-Tools erlauben die klare Definition einer Zielgruppe, die mit Ads und Content bespielt werden soll.

5. Geringe Kosten: Paid Social hat bis heute einen deutlich günstigeren CPC als Paid Search. Das kann gerade dann ausschlaggebend sein, wenn Sie in einer umkämpften Domäne arbeiten.

Obwohl Paid Social also einige starke Vorteile aufweisen kann, bleiben auch bei dieser Marketing-Strategie einige Nachteile übrig. Diese gilt es abzuwägen:

1. Eingeschränkte Relevanz: Die User könnten sich bereits von der Werbeanzeige an sich nicht angesprochen fühlen und klicken oder achten erst gar nicht darauf.

2. Qualität der User: Auf Social Media erreicht man eine Vielzahl an Usern, die man eigentlich gar nicht erreichen will. Diese klicken vielleicht noch auf die Werbeanzeige, tätigen aber keinen Abschluss.

3. Geringe Conversion: Wer nicht gezielt nach einem Angebot, einer Lösung oder einem Produkt sucht, tätigt nur selten direkt einen spontanen Abschluss.

Wofür Sie sich entscheiden sollten

Natürlich – auf den ersten Blick sollte man sich für eine Mischung aus Paid Search und Paid Social entscheiden, um möglichst viele User zu erreichen und Conversions zu generieren. Das lässt das unternehmensinterne Werbebudget häufig aber nicht zu und man muss sich für einen Kanal entscheiden. Sie sollten die jeweils oben genannten Vor- und Nachteile einander gegenüberstellen und Ihre Zielgruppe genau definieren und gegebenenfalls weiter daran anpassen.

Immer erlaubt bleibt dabei: Ausprobieren. Manche Probleme werden erst dann klar, wenn man einen gewissen Zeitraum mit einer der beiden Marketing-Strategien gearbeitet hat.

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