USA: Pandemie lässt Image der Pharmabranche glänzen

08.11.2021 Studien
2 Minuten Lesezeit

COVID-19 brachte der Arzneimittelbranche einen fantastischen Imagegewinn: Die überwiegende Mehrheit der US-Amerikaner sieht die Arbeit der Pharmakonzerne nun positiv.

Lediglich 32 % der US-Amerikaner bescheinigten der Pharma-Industrie ein positives Image vor der COVID-19-Pandemie. Zuvor war die Branche jahrelang mit tendenziell negativem Ansehen behaftet. Das hat sich im Jahr 2020 sehr schnell und sehr deutlich geändert: Die überwiegende Mehrheit von 56 % der Amerikaner sieht die Arzneimittelherstellung nun positiv. Doch auch in anderen Märkten zeigt sich dieser Trend.

„Während der Pandemie begannen viele Menschen, die Pharmaindustrie in völlig neuem Licht zu sehen“, sagte der Rob Jekielek, Geschäftsführer von Harris Poll, kürzlich in einem Interview. Das Institut hatte die Umfrageergebnisse vorgelegt, die den Imagewandel belegen.

Im Monatsabstand führt das Meinungsforschungsinstitut Harris Poll in den Vereinigten Staaten Befragungen durch. Auf einer siebenstufigen Skala sollten die Befragten ihre Sympathie gegenüber der pharmazeutischen Industrie einschätzen. Die Stufen fünf und darüber wurden als positiv gewertet.

Trendwende zu massiver Verbesserung

Demnach gab es eine „massive Verbesserung“ des Rufes der Pharmaindustrie seit Jahresbeginn 2020. Im Februar 2021 wurde sogar ein Spitzenwert von 62 % positiver Beurteilung erreicht. Zwar flachte diese Stimmung wieder etwas ab. Doch mit einer positiven Grundstimmung von 56 %, die die Amerikaner im September 2021 der Arzneimittelindustrie gegenüber hatten, habe sich eine „neue Normalität“ eingestellt.

Rob Jekielek führte aber auch ins Treffen, dass verschiedene Faktoren als Dämpfer wirkten. Die umstrittene Zulassung von Biogens Alzheimer-Wirkstoff erhitzte monatelang die Gemüter und nun sind Arzneimittelpreise wieder Presse-Thema in den amerikanischen Medien. Doch der Abstieg seit Februar werde „nicht von expliziter Negativität, sondern eher von erhöhter Ambivalenz angetrieben“, so der Meinungsforscher weiter.

Von Imagegewinn nachhaltig profitieren

Die Branche habe dabei in naher Zukunft eine „hohe Chance, von ihren jüngsten Imagegewinnen nachhaltig zu profitieren“. Demnach solle die Pharmawirtschaft verstärkt daran arbeiten, „die Wissenschaft und die Menschen hinter den Unternehmen zu zeigen“, riet der Meinungsforscher.

„Es ist wichtig, sich proaktiv zu engagieren – und das auf keinen Fall mit den gleichen Argumenten wie vor der Pandemie“, so Jekielek weiter. Denn mit dem COVID-19-Impfstoff sehen die Menschen, dass Pharmaunternehmen auch an der Vorbeugung von Krankheiten arbeiten – anstatt sie einfach nur zu behandeln. Um die positive Grundstimmung möglichst zu halten, sollten die Unternehmen nicht jeweils sich selbst in den Vordergrund rücken, sondern versuchen, gemeinsam ein Image der Branche als wertvoller Nutzenbringer der Gesellschaft zu pflegen.

Die Reputation der Branche stieg im wichtigsten Markt der Welt innerhalb eines Jahres um 24 Prozentpunkte auf zuletzt 56 %. Damit konnte die Pharmazeutische Industrie 2020/2021 sogar die Krankenkassen mit einem Imagegewinn von 22 % und die Regierung mit einem Gewinn von 14 % ausstechen.

Eine Untersuchung des Marketers Grayling zeigte kürzlich, dass die Pharmaindustrie auch in anderen Regionen von einer der Verbesserung des Images profitieren kann. So werden die Arzneimittelhersteller auch in China, Großbritannien, Deutschland, China und Russland heute überwiegend besser angesehen als noch vor zwei Jahren.

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