Pfizer, Amgen, GSK: Höchster digitaler Ad Spend in den USA während Pandemie

27.01.2021 Studien
2 Minuten Lesezeit

Wie wirkt sich die COVID-19-Pandemie auf die Pharma-Branche aus? Wie verändert sich der Auftritt der Unternehmen nach außen und schaffen sie es, von der Krise zu profitieren?

Mit Beginn der globalen COVID-19-Pandemie nahmen die Werbeinvestitionen der großen Player der Pharmabranche rapide ab und brachen etwa um ein Drittel ein. Die erste Phase war geprägt von großer Unsicherheit im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten Monate und die neuen Anforderungen an die Gesundheitssysteme. Schon einen Monat nach dem starken Einbruch jedoch war eine schnelle Zunahme zu verzeichnen, sodass die Ausgaben im Mai sogar ein Maximum von 56% mehr als dem Wert im Vorjahr erreichten. Werbung an professionelle Kunden wurde vor allem im Bereich der verschreibungspflichtigen Medikamente verstärkt finanziert. Auch Image Kampagnen, wie Janssen sie durchgeführt hat, nahmen zu.

Quelle: https://mediaradar.com/blog/b2b-industries-increasing-spend/

Hoher Ad Spend im Vergleich zu 2019

Auch wenn die Ausgaben nach dem Höhepunkt im Mai wieder leicht sanken, blieben sie bei einzelnen Big Pharma-Unternehmen im Vergleich zum Jahr 2019 auf sehr hohem Niveau. Für digitalen Marketing-Content gab Pfizer ganze 532% mehr aus, Amgen 216% mehr, GlaxoSmithKline immerhin 151%. Experten beobachten, dass viele Branchen dauerhaft von der Krise beeinträchtigt werden, so zum Beispiel die Flug-, Touristik- und Eventbranche, andere aber nach der Erholungsphase eine Gelegenheit haben, ihren Marktwert und ihre Präsenz auszubauen und ihre Bedeutung zu unterstreichen.

Manche Unternehmen erleben unerwartete positive Effekte einer Pandemie, auch wenn die Gesamtsituation viele Probleme schafft. Auffällig war der Anstieg der Werbeausgaben bei Krebsmedikamenten. Diese zunächst überraschende Entwicklung könnte mit den veränderten Bedingungen der Kliniken und mit Versorgungsproblemen zusammenhängen. Ärzte waren mehr als zuvor auf verschreibungspflichtige Medikamente aus Apotheken angewiesen und verwendeten diese teilweise anstelle von Infusionstherapien in Kliniken und Krankenhäusern. Auch bei anderen aktuellen Wachstumsmärkten zeigt sich die Ursache in der veränderten Pflege und den medizinischen Erfordernissen der COVID-19-Pandemie, so bei der Telemedizin, den bildgebenden Verfahren und der persönlichen Schutzausstattung des Pflegepersonals.

Risiken und Chancen am Werbemarkt

Eine außergewöhnliche Entwicklung gab es außerdem bei mehreren Biotech-Unternehmen, deren Werbe-Ausgaben sich im Vergleich um 171% steigerte. Inhaltlich fokussierte sich diese Werbung vor allem auf die fachbezogene COVID-19-Berichterstattung, also zum Beispiel mit Beiträgen über Antikörper und Corona-Tests. Auffällig ist dabei, dass keine signifikante Zunahme bei der Werbung für Medikamente zur Behandlung von COVID-19 oder den entwickelten Impfstoffen zu beobachten war. Möglicherweise wurde aufgrund von Unsicherheiten bezüglich des Erfolges, der Geschwindigkeit der Fertigstellung und der Skepsis vieler Menschen davon abgesehen, die Impfstoffe beim Marketing in den Mittelpunkt zu stellen. Die künftige Entwicklung der Branche bleibt abzuwarten, doch hat sich gezeigt, dass die Pandemie für Pharma- und Biotech-Firmen neben Risiken auch bedeutende Chancen bietet.

Print Friendly, PDF & Email