Podcasts – Audio-Formate werden auch bei Pharma immer beliebter

21.01.2020 Trends
2 Minuten Lesezeit

Bereits seit geraumer Zeit beschäftigen sich zahlreiche Pharmaunternehmen mit dem Thema Podcasts. Aber erst seit kurzem steigt das Interesse an originalen Produktionen sowie an gesponserten Inhalten zunehmend an.

Unternehmen aus dem Audioproduktionsbereich, wie iHeartMedia oder Pandora können die wachsende Nachfrage nach Podcast-Programmen und Werbung in Health Care und in der Pharmaindustrie bestätigen.

Neue Zielgruppen erfordern neue Wege

Die Experten deuten darauf hin, dass dies womöglich an datenbasierten Zielgruppen sowie an der längeren Dauer der Formate liegen könnte, wodurch die Entwicklung von immersiven Inhalten möglich geworden ist. Podcasts seien „ein perfektes Medium, um in eine vertrauenswürdige Umgebung einzutreten, in der die Menschen nach Antworten suchen und ihnen diese Antworten in einer ausführlichen Form zu geben“, sagt Conal Byrne, Präsident von iHeartMedia.

Auch das Interesse der Pharmaindustrie scheint mit der steigenden Popularität von Podcasts im Allgemeinen weiter zu wachsen – mehr als die Hälfte der Amerikaner haben sich inzwischen schon mal einen Podcast angehört. Über 30% der Befragten geben gar an, monatlich Podcasts zu lauschen, so eine Studie von Edison Research. Auch die Audio-Werbung befindet sich weiterhin auf dem Vormarsch. Marketing Experten gaben 2018 etwa 480 Millionen US-Dollar für Werbung innerhalb eines Podcasts aus – dies stellt ein Wachstum von 34% gegenüber dem vorangegangenen Jahr dar, wie eMarketer berichtet.

Partner für audiobasierten Pharma-Content

Das Pharmaunternehmen Incyte wählte kürzlich das Internetradio Pandora für eine Kampagne zur Sensibilisierung für die Blutkrankheit Polycythemia vera. Das Unternehmen begründete seine Wahl für dieses Medium mit der bisherigen Wirksamkeit als Medium für Marketing im Bereich Pharma. Zu den weiteren Kunden von Pandora zählen unter anderem Allergan, Eli Lilly und Teva. Im Herbst letzten Jahres veranstaltete das Medienunternehmen eine pharmaspezifische Konferenz in New York, um Experten aus dem Pharma-Marketing einen neuen Ansatz vorzustellen – die „sonic strategy and sound health“. Einer dieser Ansätze sind datenbasierte Zielgruppen, die in einer Zusammenarbeit mit Crossix, einem Unternehmen aus dem Health Care Marketing, welches über mehr als 2.000 verschiedene Zielgruppensegmente mit über 100 spezifischen Gesundheitszuständen wie Allergien, Kopfschmerzen, Diabetes oder Arthritis verfügt.

Einige Pharmaunternehmen produzieren bereits Podcasts

Experimente gibt es bereits in Sachen Podcasts mir originalen Inhalten, die direkt von Pharmaunternehmen produziert werden. Beispielsweise hat Pfizer – das zwei laufende Podcast-Serien mit den Titeln „Get Science“ und „Diverse Perspectives“ unterhält – eine achtteilige Impfstoffserie mit Tieftauchgängen gestartet. Sie trägt den Namen „The Antigen“ und ist ein therapiespezifischer Podcast, der in Zukunft auch in anderen thematischen Bereich innerhalb des Health Care angesiedelt werden soll. Weitere Podcasts von Pharmaunternehmen sind der Podcast „Innovation“ von Johnson & Johnson, „Two Scientists Walk into a Bar“ von Roche Genentech oder „Elixir Factor“ von Eli Lilly. Im deutschsprachigen Raum sticht der Merck-Cast aus Österreich hervor, ein „Podcast über Gesundheit, Wohlbefinden und andere relevante Themen rund um die Medizin.“

„Ohrhörer-Generation“ – Generation Z als Zielgruppe im Fokus

Während Verbraucher sowie ÄrztInnen über das Lesen und Sehen nun auch noch das Hören als Kanal für sich entdecken, sieht Pandora die Generation Z als Hauptzielgruppe für zukünftige Podcasts. Diese, als „Ohrhörer-Generation“ bezeichnete Gruppe gilt durch starken Content zu überzeugen. Dies wolle man mit Hilfe der Stärken des herkömmlichen visuellen Marketings erreichen, indem man relevante und einzigartige Inhalte in den Audiobereich überträgt.

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