„Prescription for Medicare“ – Neue US-Kampagne kämpft für bezahlbare Behandlungen

13.01.2020 Kampagnen
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Eine neue Kampagne des Wirtschaftsverbandes amerikanischer Pharmaunternehmen mit dem Namen „PhRma“ trägt den Titel „Prescription for Medicare“. Sie beschäftigt sich mit der Debatte um die erforderlichen Anpassungen am amerikanischen Gesundheitssystem.

Besonders im Fokus liegen dabei die sogenannten „falschen und richtigen Rezepte“ beim Thema Medicare für den älteren Teil der amerikanischen Bevölkerung sowie Menschen mit Behinderung. Die Kampagne möchte sicherstellen, dass Änderungen an Medicare nicht zum Nachteil dieser Bevölkerungsgruppen geschehen.

Änderung an den Paketen B und D

In Washington werden bereits seit längerer Zeit Ideen debattiert, die Medicare Teile B und D zu ändern, mit dem Ziel, Kosten zu senken. Während sich Teil B auf ambulante Leistungen konzentriert, umfasst Teil D des Medicare-Pakets die teilweise Deckung von Medikamentenkosten oder medizinischen Leistungen. Die Klassen wählt der Versicherungsnehmer dabei selbst und entscheidet so, was genau durch diese freiwillige Versicherung abgedeckt wird.

Zugang zu Behandlungen gefährdet

In der Debatte werden zahlreiche Vorschläge diskutiert, darunter auch jene, die nun als die „falschen Rezepte“ betitelt werden. Sie gefährden demnach den Zugang zu Medikamenten für Senioren und Menschen mit Behinderungen. Die Bevölkerungsgruppen, die also am stärksten auf diese Medikamente angewiesen sind, laufen nun Gefahr, sich die Medikamente nicht mehr leisten zu können. Gleichzeitig gibt es Vorschläge, die als die „richtigen Rezepte“ bezeichnet werden und helfen könnten, Senioren sowie Menschen mit Behinderungen einen besseren Zugang zu dringend benötigten Medikamenten zu ermöglichen.

Kritik an hohen Kosten

Die Kampagne „Prescription for Medicare“, also „Rezepte für Medicare“, zielt nun darauf ab, eine Diskussion zu entfachen, wie man produktive Änderungen an Medicare vornehmen könnte, um den Betroffenen den Zugang zu ihren Medikamenten zu erleichtern. Mit Hilfe der Kampagne möchte man sicherstellen, dass ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen die Gesundheitsversorgung erhalten, die sie benötigen. Und das alles zu einem Preis, den sie sich auch leisten können. Die Medicare Teile B und D halten dieses Versprechen seit Jahren ein und bieten Patienten einen Zugang zu den lebensrettenden Behandlungen. Die Kostenkontrolle erfolgt dabei durch den Wettbewerb im Markt. Allerdings ist bereits seit einiger Zeit Kritik an den Kosten spürbar.

Einsparungen auf Kosten der Betroffenen

Ideen, die nun in Washington diskutiert werden, verfolgen einen Ansatz, der dazu führen würde, dass der Zugang zu den Medikamenten eingeschränkt und gleichzeitig die Innovationen von morgen gefährdet würden. Beispielsweise plane man, die Preise von der Regierung über internationale Referenzpreise festlegen zu lassen. Aktuell sind mit dem alten System fast 90% der seit 2011 neu eingeführten Medikamente in den USA erhältlich, gegenüber nur 50% in Frankreich, 48% in der Schweiz und 46% in Kanada – also in Ländern, die eine Art internationale Referenzpreisgestaltung anwenden. Die Kampagne kritisiert an den meisten der diskutierten Vorschläge, dass zwar der Regierung und den Versicherern Kosteneinsparungen garantiert werden, jedoch fast nichts zur Kostensenkung für die Betroffenen beitragen würde.

Kampf für die „richtigen Rezepte“

Auf der anderen Seite gebe es durchaus Vorschläge, die das „richtige Rezept“ für Medicare darstellten. Diese Vorschläge würden die Kosten senken, den Wettbewerb auf dem Markt antreiben und den Betroffenen einen Zugang zu den notwendigen Behandlungen und Medikamenten von heute und morgen ermöglichen. Unter dem Motto „Seniors pay less out of pocket“, also Senioren zahlen weniger aus der eigenen Tasche, kämpft die Kampagne nun für die Durchsetzung der „richtigen Rezepte“, um somit den weiteren Zugang zu benötigten Behandlungen zu gewährleisten

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