Push Pull Marketing Strategie: Einfach erklärt

02.12.2020 Trends
10 Minuten Lesezeit

Push oder Pull? Inbound oder Outbound? Gar nicht so einfach. Dabei ist die Wahl der richtigen Marketingstrategie heute wichtiger denn je. Wie genau die unterschiedlichen Methoden funktionieren, welche Vor- und Nachteile sie haben und welche Einsatzgebiete sich Push und Pull Marketing erschlossen hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist Push Pull Marketing?

Unternehmen bedienen sich vieler Werbekanäle, um sich zu vermarkten. Um die Kommunikation zum Kunden zu vereinheitlichen und die Markenidentität zu festigen, nutzen die Firmen zudem verschiedene Marketingstrategien.

Push und Pull Marketing sind zwei gegensätzliche Konzepte zur Vermarktung eines Produkts oder einer Dienstleistung. Ziel beider Marketingmethoden jedoch ist, dass das beworbene Produkt möglichst viele Kunden erreicht.

Push Marketing setzt beim Angebot an. Im Fokus der Push-Strategie steht der Vertrieb an Zwischenhändler, die das Produkt an die Konsumenten weiterverkaufen.

Pull Marketing setzt auf die Nachfrage der Zielgruppe. Bei der Pull-Strategie steht vor allem die Kundenansprache im Vordergrund, die für eine Nachfrage sorgen soll.

Im Kontext von Push und Pull spricht man häufig auch von Outbound und Inbound. Die Begriffe werden meist synonym verwendet.

Outbound beschreibt alle Werbeaktivitäten, die den Absatz des Produktes bei Zwischenhändlern hervorrufen soll (Push).

Inbound beschreibt alle Werbeaktivitäten, die den Kunden und seine Bedürfnisse ansprechen und so eine Nachfrage schaffen (Pull).

Push Marketing (Outbound Marketing)

Beim Push oder Outbound Marketing führt der Absatz über den Händler zum Kunden. Daher liegt der Fokus der Marketingaktivitäten auf den Vertriebskanälen, wie z.B. Einzel- oder Großhandel.

Diese sollen davon überzeugt werden, dass Produkt in das Sortiment aufzunehmen und zu bewerben. Dadurch sollen Produktbekanntheit und Absatz steigen.

Pull Marketing (Inbound Marketing)

Bei einer Pull-Strategie stehen der Kunde, seine Bedürfnisse und Probleme im Vordergrund. Das Produktangebot ist genau auf den Kunden zugeschnitten.

Die Zielgruppe wird durch Werbung und relevante Informationen auf das Produkt aufmerksam gemacht. Dadurch steigt die Produktnachfrage und auch das Interesse der Händler ist geweckt.

Push vs Pull Marketing – Wann welche Strategie einsetzen?

Grundsätzlich hängt die Entscheidung zwischen Push- oder Pull-Strategien von dem Produkt ab. Kennen die Kunden das Produkt größtenteils nicht, empfiehlt sich Push Marketing. Denn durch die Werbung der Zwischenhändler steigt die Produktbekanntheit.

Push Marketing ist daher besonders bei neuen Produkten sinnvoll. Allerdings kann man auch gut etablierte Produkte sinnvoll mit Push-Strategien vertreiben. Händler sind dann gerne bereit größere Mengen von gut laufenden Waren anzunehmen.

Sucht die Zielgruppe schon aktiv nach Informationen oder einem ähnlichen Produkt, dann ist eine Pull-Strategie sinnvoll. Dann können durch zielgruppengerechte Inhalte und Werbemaßnahmen Kunden gewonnen werden.

Pull Marketing eignet sich besonders gut, wenn man ein Produkt an eine bekannte Zielgruppe vermarktet. Hat man viele Daten zur Zielgruppe gesammelt, kann man seine Werbeinhalte auf dieser Basis optimieren.

Natürlich ist auch die Kombination beider Strategien möglich. In einigen Fällen ist es sogar durchaus empfehlenswert.  Nach einer Vorstellung der Vor- und Nachteile beider Methoden hierzu mehr.

Welche Vor- und Nachteile hat Push Marketing?

Push Marketing hat gegenüber dem Pull-Prinzip einige Vorteile. Der wahrscheinlich größte Vorteil ist, dass das beworbene Produkt nicht bekannt sein muss. Mit der Push-Methode kann jedes Unternehmen seine Produkte und Dienstleistungen bekannt machen.

Eine Nachfrage nach dem Produkt muss es folglich noch nicht geben. Der Markt und die Konsumenten werden erst durch die Werbemaßnahmen des Unternehmens oder der Zwischenhändler auf das Angebot aufmerksam. Daraus ergibt sich schließlich die Nachfrage nach dem Produkt oder Service.

Letztlich sind Einzel- und Zwischenhändler gezwungen die Produkte von den Unternehmen abzukaufen um die Nachfrage bedienen zu können und mit zu profitieren. Sind die Produkte erstmal im Laden erhältlich, dann wird auch der Endkunde auf diese aufmerksam.

Push Marketing bietet sich besonders bei physischen Produkten an. Gerade bei physischen Produkten kann man den Absatz deutlich erhöhen, wenn man in der Werbung sozialpsychologisch Kaufdruck erzeugt.


Exkurs:

Hier die meist genutzten Taktiken zur Absatzförderung auf Basis der Sozialpsychologie:

  1. Knappheit (Limitierte Ausgabe; nur für kurze Zeit; solange der Vorrat reicht etc.)
  2. Reziprozität (Rabatte, Coupons, Nimm 2 Zahl 1; Gratisproben etc.)
  3. Autorität (Darstellung von Experten; Vertrauenssiegel etc.)
  4. Soziale Bewährtheit (Testimonials; Kundenbewertungen; Bestseller etc.)
  5. Sympathie (Attraktive Models; Zuschauer wird gelobt; Vertrautheit durch wiederholte Kontakte etc.)
  6. Konsistenz (Prämien für Weiterempfehlung; Priming + Handlungsaufforderung etc.)

Übrigens: Diese sozialpsychologischen Kauf-Trigger funktionieren auch bei Inbound-Strategien (Pull). Die Strategien kommen aber subtiler zum Einsatz.


Nachteile der Push-Strategie sind die einseitige Kommunikation und der lange Vertriebsweg über die Zwischenhändler. Die Konsumenten erhalten meistens lediglich nur ein Kaufangebot, das nicht vom Unternehmen selbst, sondern von den Zwischenhändlern kommt.

Es werden in den Spots meist nur oberflächliche Informationen zum Produkt vermittelt, dann folgt ein attraktives Angebot. Konsumenten, die sich von Rabatten und limitierten Stückzahlen unbeeindruckt zeigen, werden somit nicht passend angesprochen.

Ziel der Push-Strategie ist also nicht das Markenbranding oder die langfristige Kundenbindung. Vielmehr steht der Verkauf an die Zwischenhändler und letztlich der größtmögliche Absatz an die Konsumenten im Mittelpunkt.

Hier eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der Push-Methode:

Vorteile von Push-Methoden:

  • Macht Produkt bekannt
  • Eignet sich besonders bei physischen Produkten
  • Fördert Absatz an die Zwischenhändler
  • Zwischenhändler trägt Werbekosten

Nachteile von Push-Methoden:

  • Einseitige Kundenkommunikation
  • Kein Branding und langfristige Kundenbindung
  • Oberflächliche Informationsvermittlung
  • Keine Interaktion mit Kunden

Wie sieht es mit Pull Marketing aus?

Auch beim Pull Marketing lassen sich eindeutig Vor- und Nachteile benennen. Besonders eignet sich der Einsatz von Pull-Strategien bei Produkten oder Dienstleistungen zu denen die Zielgruppe eigene Recherche betreibt.

Wenn Konsumenten aktiv nach einem Produkt oder nach Informationen suchen, dann erweist sich Pull Marketing als äußerst effektiv. Das bereits vorhandene Interesse kann dann mit zielgruppengerechten Inhalten geweckt werden. Letztlich entsteht so die Nachfrage nach dem Produkt.

Gerade Produkte, die eine Innovation in bestimmten Nischen sind und Lösungen für bekannte Probleme versprechen, lassen sich ideal mit Pull-Strategien vermarkten. Umso mehr Wissen um die Zielgruppe vorhanden ist, desto besser können Pull-Strategien entwickelt und umgesetzt werden.

Beim Pull Marketing setzt man verstärkt auf Content-Strategien. Der interessierte Konsument will nicht mit Preisnachlässen und limitierten Angeboten angesprochen werden. Er will wissen ob das Produkt sein Problem lösen kann. Daher springt der Konsument eher auf Inhalte an, die die Vorteile des Produkts hervorheben und ihm zeigen wie das Produkt sein Problem lösen kann.

Mit der Pull-Methode können Unternehmen ohne Umwege wichtige Fakten zu den eigenen Produkten der Zielgruppe kommunizieren. Die Werbeinhalte wirken authentischer und bieten dem Konsumenten direkten Mehrwert. Branding und Kundenbindung kommen auf diesem Weg eher zu Stande.

Die Nachteile der Pull-Strategie sind die notwendige, schon bestehende, Nachfrage und die Konkurrenz in bestimmten Nischen.

Gibt es keine Nachfrage, dann führen auch die besten Pull-Methoden nicht zur Absatzförderung. Ebenso schwierig ist das Platzieren von Pull-Inhalten in Nischen mit hoher Konkurrenz. Hier erhalten die eigenen Inhalte nicht die volle Aufmerksamkeit, wenn daneben auf die Inhalte der Konkurrenz zugegriffen werden kann.

Hier eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der Pull-Methode:

Vorteile der Pull-Methode:

  • Sinnvoll, wenn Kunden bereits nach Produkten oder Daten recherchieren
  • Zielgruppengerechter Content
  • Branding und Kundenbindung
  • Eignet sich auch bei nicht physischen Produkten und Dienstleistungen

Nachteile der Pull-Methode:

  • Nachfrage muss bereits bestehen
  • Content kann „in der Masse“ untergehen

Vergleicht man die Vor- und Nachteile beider Methoden miteinander, fällt auf, dass Pull-Methoden wesentlich weniger Nachteile haben als Push-Methoden. Es fällt aber auch auf, dass Pull Marketing nicht alle Werbemaßnahmen des Push-Prinzips abdecken kann. Daher wählt man häufig eine Kombination beider Strategien um das Produkt zu vermarkten.

Fragen Sie sich: Welches Ziel verfolgen Sie?

Bei der Wahl der richtigen Marketingstrategie ist die zentrale Frage: „Was möchte ich mit den Werbemaßnahmen erreichen?“ Dazu halten Sie sich bestenfalls den Ist-Zustand und den angestrebten Soll-Zustand vor Augen.

Um eine Antwort auf die Frage zu formulieren, fragen Sie sich:

  • Was für ein Produkt/ Dienstleistung will ich vermarkten?
  • Handelt es sich um ein physisches Produkt?
  • Erfolgt der Absatz des Produkts über Zwischenhändler?
  • Gibt es bereits Konsumenten, die nach passenden Produkten suchen, oder ist das Produkt bisher unbekannt?
  • Möchte ich „die breite Masse“ ansprechen oder mit zielgruppengerechten Inhalten werben?
  • Wie wichtig ist mir die direkte Kommunikation zur Zielgruppe?

Hier ein kleiner Leitfaden zur Identifizierung der richtigen Strategie:

Push:

  • Bei unbekannten, neuen oder innovativen Produkten
  • Bei physischen Produkten, die von Einzel- und Großhandel gekauft werden sollen
  • Branding und Kundenbindung können bei Vermarktung des Produkts vernachlässigt werden

Pull:

  • Bei bereits bestehender Nachfrage
  • Auch bei nicht physischen Produkten und Dienstleistungen
  • Branding und Kundenbindung sind wichtige Faktoren in der Vermarktung

Wenn das oberste Ziel das Erzeugen von Aufmerksamkeit ist und der Absatz des Produkts über Zwischenhändler erfolgt, dann wählen Sie Push-Strategien.

Wenn das oberste Ziel die langfristige Kundenbindung ist, dann sollten Sie unbedingt Pull-Strategien nutzen um den Konsumenten direkt mit wichtigen Fakten zum Produkt anzusprechen.

Was ist nun aber, wenn Sie ein bisher unbekanntes Produkt nicht über Zwischenhändler vertreiben wollen und es einer direkten Kundenansprache bedarf? In solchen Fällen ist es angebracht die beiden Marketingmethoden strategisch zu kombinieren.

Strategische Kombination aus In- und Outbound Marketing

Häufig ist die Wahl der richtigen Vermarktungsstrategie mehrdimensional und komplex. Es reicht nicht aus sich auf Push- oder Pull-Methoden zu beschränken. Ein Mix aus beiden Methoden ist in vielen Fällen sinnvoll und zielführend.

Oft lässt sich bei Produkten nicht voraussagen, welche Marketingmethoden zur Absatzförderung effizienter sind. Daher sind die Unternehmen gezwungen sowohl auf Push, als auch auf Pull-Maßnahmen zu setzen. Dabei ist ein strategisches Ineinandergreifen der Maßnahmen von hoher Bedeutung.

Wenn beispielsweise ein innovatives Produkt vermarktet werden soll, ist es sinnvoll eine Kombination aus Inbound- und Outbound-Taktiken zu wählen. Damit das Produkt einen Bekanntheitsgrad erlangt müssen Werbemaßnahmen nach dem Push-Prinzip erfolgen. Um letztlich die Konsumenten zu Kunden zu machen, braucht es zielgruppengerechte Pull-Inhalte.

Eine abgestimmte Kombination aus beiden Aktivitäten stellt die intensivste Methode dar. Mit Push-Maßnahmen wird viel Aufmerksamkeit generiert, die Pull-Methoden kümmern sich um die interessierten Konsumenten. Langfristig setzen die meisten Unternehmen jedoch auf Pull-Strategien.

Zusammenfassend ist hier zu erwähnen, dass sowohl Push- als auch Pull-Methoden in den meisten Vermarktungsstrategien Anwendung finden. Die verschiedenen Werbemaßnahmen haben, trotz dem gemeinsamen Ziel der Absatzförderung, unterschiedliche Wirkungen auf die Zielgruppe. Daher bedient man sich im Idealfall einer Kombination aus In- und Outbound.

Wie sieht eine Push Pull Strategie im Online Marketing aus?

Die umfassende Digitalisierung und der technologische Fortschritt haben sich auch auf die gängige Marketingpraxis ausgeübt. Push-Maßnahmen sind  noch vor einigen Jahrzehnten mit Postreklame, Flyern, Coupons und Katalogen durchgeführt worden.

Heute nutzen bereits viele Firmen Werbeanzeigen oder Bannerwerbung im Internet um Kaufimpulse anzustoßen. Aber auch E-Mail-Marketing, Social-Media-Werbekampagnen und viele weitere Formen von paid-advertising können Teil der Push-Methoden sein.

Da bei dem Pull-Prinzip die Bedürfnisse der Kundschaft als Ausgangspunkt dienen, werden online relevante Informationen zielgruppengerecht zur Verfügung gestellt. Mit Content-Strategien wie Blogs, SEA-Kampagnen oder auf Social Media wird die Zielgruppe passend angesprochen.

Hier die wichtigsten Instrumente zur Umsetzung von Push und Pull-Strategien im Online-Marketing:

Wichtigste Push-Methoden im Online-Marketing:

  • E-Mail-Marketing, auch Newsletter-Marketing
  • Social-Media-Werbung, z.B. Facebook-ads
  • Jegliche Formen von Paid-Advertising, außer SEA

Wichtigste Pull-Methoden im Online-Marketing:

  • Content-Marketing
  • SEO, SEA-Kampagnen und Landingpages
  • Online-PR, z.B. via Social Media

Einsatzgebiete von Push und Pull Marketing

Push- und Pull-Methoden werden in fast allen Branchen zur Kundenansprache genutzt. Allerdings sind doch einige Unterschiede, besonders branchenübergreifend, zu erkennen.

Bei Produkten, die im Einzel- oder Großhandel vertrieben werden sollen, ist häufig ein deutlicher Schwerpunkt von Push-Strategien zu erkennen. Diese Strategie ist unerlässlich, da der Absatz des Produkts an die Zwischenhändler den Profit bestimmt.

Bei nicht physischen Produkten oder Dienstleistungen setzen viele Unternehmen auf Pull Marketing. Hier sind häufig Content-Strategien das Mittel der Wahl. Besonders wenn viele Daten zur Zielgruppe vorliegen, ist die Werbung mit Pull-Inhalten besonders vielversprechend.

Hier eine Auflistung der jeweiligen Einsatzgebiete von Push und Pull Marketing:

Einsatzgebiete der Push-Methoden:

  • Branchenübergreifend
  • Physische Produkte
  • Vertrieb über Groß-und Einzelhandel
  • Neue Produkte/ unbekannte Zielgruppe

Einsatzgebiete der Pull-Methoden:

  • Branchenübergreifend
  • Nicht physische Produkte und Dienstleistungen
  • Vertrieb ist nicht abhängig von Groß- und Einzelhandel
  • Bekannte Zielgruppe

Festzustellen ist aber, das die meisten Unternehmen einen Marketingmix aus Push und Pull-Methoden anwenden. Die Veränderungen im Werbeverhalten der Firmen zeigen aber doch eine unbestreitbare Entwicklung: Pull, also Inbound-Marketing, ist auf dem Vormarsch.

Push Pull Marketing: Beispiele für gelungenes Marketing in der Healthcare-Branche

Von der Theorie nun zur Praxis: Wie sieht gelungenes Marketing in der Healthcare-Branche aus? Auch das Marketing rund um den Bereich Healthcare hat sich mit der stetigen Digitalisierung einem Wandel unterworfen. Ein klarer Trend ist zu erkennen: Weg von Push, hin zu Pull.

Der Kunde soll nicht mehr nur ein passiver Interessent sein, sondern er soll zur Interaktion angeregt werden. Man befähigt die Nutzer durch eine Optimierung der Usability von Webseiten, man erlaubt ihm die freie Navigation und gestaltet diese mit Auswahlmenüs so einfach wie möglich.

Vor allem Social Media bietet eine große Chance zur direkten Interaktion mit den Nutzern. Hier können wichtige Informationen zur Zielgruppe gesammelt werden. Langsam wird auch den führenden Healthcare-Unternehmen der Wert der Plattformen bewusst.

Deshalb lassen sich vermehrt Veränderungen in der Kundenansprache auf Social Media feststellen. Man strebt vielmehr eine wechselseitige Kommunikation zwischen Unternehmen und Zielgruppe an. Der einseitige Kommunikationsstil nach dem Push-Prinzip gehört hier der Vergangenheit an.

Mehr zur Entwicklung im Pharma-Marketing können sie hier nachlesen: https://www.epharmainsider.com/von-push-zu-pull-im-digitalen-pharma-marketing/

Ein konkretes Beispiel für Pull-Marketing in der Healthcare-Branche ist dieser Artikel. Suchen Nutzer nach relevanten Informationen zu Push- und Pull-Methoden wird dieser Artikel bei den Suchergebnissen angezeigt.

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Push Pull Marketing auf Social Media

Es gibt mittlerweile zahlreiche soziale Netzwerke auf denen auch Firmen präsent sein können. Facebook und LinkedIn sind die meistgenutzten gewerblichen Plattformen. Aber auch YouTube und Instagram entwickeln sich immer mehr zu relevanten Kanälen der Kundenansprache.

Trotz der hohen Wichtigkeit der Kundenansprache über soziale Netzwerke, ist nicht ganz klar wie einzelne Marketingmaßnahmen kategorisiert werden müssen. Ist das Schalten von Werbung auf Social Media nun bei Push oder Pull einzuordnen?

Da Nutzer nicht explizit nach einem Begriff oder Produkten suchen, liegt es nahe Werbung auf Social Media als Push-Strategie zu handeln.

Der zusätzliche Service durch eine intensive Betreuung des Social Media Kanals wiederum ist eindeutig eine Pull-Strategie. Hier setzt man auf das vorherige Interesse der Nutzer und gibt dann passende Antworten auf die Fragen der Zielgruppe. Im Fokus steht hier eine wechselseitige Kundenkommunikation.

Derzeit bauen viele Unternehmen ihre Vertriebskanäle aus. Man findet Firmenauftritte auf immer mehr sozialen Netzwerken. Oberstes Ziel ist es die Customer Journey verständlich und einheitlich über mehrere Plattformen hinweg zu gestalten.

Insgesamt ist festzustellen, dass immer mehr Unternehmen die Wichtigkeit einer Social Media-Präsenz realisieren. Außerdem bemühen sich die Akteure branchenübergreifend um eine umfassendere Kundenkommunikation. Diese soll wechselseitig und kooperativ sein und nicht nur einseitig verlaufen.

Push Marketing ist out! Weshalb Pull-Marketing heute dominiert

In den Gegenüberstellungen der Push- und Pull-Prinzipien ist bereits eines deutlich geworden: Pull-Marketing dominiert!

Spätestens seit dem das Smartphone zum Standard wurde, können die Methoden des Push-Marketing nicht mehr mithalten. Die meisten Marketingmaßnahmen erfolgen heute nach dem Pull-Prinzip.

Pull-Marketing setzt sich durch, weil der Kunde selbst aktiv wird. Ein weiterer Vorteil ist die direkte Ansprache der Zielgruppe. Bei Push-Marketing kommt es durch die groß angelegten Werbemaßnahmen zu einem Streuverlust, da nicht alle an einem Kauf interessiert sind.

Durch die ungenaue Ansprache können im schlimmsten Fall sogar uninteressierte Leute genervt werden. Das kann zur Antipathie mit dem Unternehmen führen.

Eine hochwertige Content-Strategie als Mittel der Kundenansprache wirkt insgesamt charmanter und seriöser, als Outbound-Strategien nach dem Marktschreier-Prinzip.

Perfektioniert man das Pull-Marketing, dann kommen die Kunden auch ohne Aufforderung oder umfangreiche Werbemaßnahmen. Wenn man sich als Marke emotional in der Lebenswelt des Konsumenten durch Branding etabliert hat, werden Konsumenten von allein aktiv.

Letztlich entsteht so ein „Nachfragesog“, der zum nachhaltigen Markenerfolg führen kann. Allerdings ist viel Vorarbeit nötig um einen solchen Bekanntheitsgrad aufzubauen. Meistens können sich nur die Spitzenunternehmen solche Investitionen leisten. In kleineren Märkten ist die Strategie aber auch für andere Unternehmen empfehlenswert.

Diese Erkenntnisse kommen bei immer mehr Unternehmen an. Daher nehmen sich die Firmen vor Ihre Customer Journey zu verbessern. In diesem Rahmen wollen sie die Usability der Webseiten optimieren, den Kunden immer gezielter zur Interaktion auffordern und ihn bis zum Verkauf leiten.

Daher ist ohne Zweifel klarzustellen, dass Pull-Marketing seine Dominanz in den nächsten Jahren ausbauen wird. In diesem Rahmen bemühen sich auch Firmen die bisher auf Push-Aktivitäten setzten, ihre Marketingstrukturen zu erweitern und auch Pull-Strategien zu benutzen.

Hier nochmal die finale Gegenüberstellung von Push und Pull Marketing:

Vorteile, Strategien und Einsatzgebiete von Push-Methoden:

  • Macht Produkt bekannt
  • Eignet sich besonders bei physischen Produkten
  • Fördert Absatz an die Zwischenhändler
  • Zwischenhändler trägt Werbekosten
  • Bei unbekannten, neuen oder innovativen Produkten
  • Bei physischen Produkten, die von Einzel- und Großhandel gekauft werden sollen
  • Branding und Kundenbindung können bei Vermarktung des Produkts vernachlässigt werden
  • Branchenübergreifend
  • Physische Produkte
  • Vertrieb über Groß-und Einzelhandel
  • Neue Produkte/ unbekannte Zielgruppe

Wichtigste Push-Methoden im Online-Marketing:

  • E-Mail-Marketing, auch Newsletter-Marketing
  • Social-Media-Werbung, z.B. Facebook-ads
  • Jegliche Formen von Paid-Advertising, außer SEA

 

Vorteile, Strategien und Einsatzgebiete von Pull-Methoden:

  • Sinnvoll, wenn Kunden bereits nach Produkten oder Daten recherchieren
  • Zielgruppengerechter Content
  • Branding und Kundenbindung
  • Eignet sich auch bei nicht physischen Produkten und Dienstleistungen
  • Bei bereits bestehender Nachfrage
  • Auch bei nicht physischen Produkten und Dienstleistungen
  • Branding und Kundenbindung sind wichtige Faktoren in der Vermarktung
  • Branchenübergreifend
  • Nicht physische Produkte und Dienstleistungen
  • Vertrieb ist nicht abhängig von Groß- und Einzelhandel
  • Bekannte Zielgruppe

Wichtigste Pull-Methoden im Online-Marketing:

  • Content-Marketing
  • SEO, SEA-Kampagnen und Landingpages
  • Online-PR, z.B. mit Social Media

Fazit Push Pull Marketing

Der Entwicklungen im Marketingbereich sind gerade heutzutage sehr schnelllebig. Noch vor wenigen Jahrzehnten basierte die dominante Strategie zur Absatzförderung auf dem Push-Prinzip. Mittlerweile ist ganz klar die Pull-Strategie populärer und auch wirksamer.

Immer mehr innovative Produkte und Dienstleistungen wollen sich auf dem Markt behaupten und das Leben der Konsumenten bereichern. Die Kenntnis um die Unterschiede zwischen den zwei Methoden und ihre Besonderheiten sind deshalb heute wichtiger denn je.

Push oder Pull? Inbound oder Outbound? Hoffentlich fällt Ihnen diese Entscheidung in Zukunft leichter. Nutzen Sie Ihr Produkt als Ausgangspunkt.

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