Roberto Ascione, Chairman Frontiers Health Konferenz, im Interview: „Pharma und Start-ups zusammenbringen“

20.12.2017 Interviews
2 Minuten Lesezeit

Wir haben Roberto Ascione, CEO bei Healthware International und Chairman der Frontiers Health Konferenz,  zum Interview getroffen. Dem ePharma Insider verrät er, was die Frontiers Health Konferenz so besonders macht und warum sowohl Start-ups als auch Pharmafirmen davon profitieren können.

(c) Frontiers Conferences

Start-ups sind in der Lage, mit brillanten neuen Ideen zu begeistern, aber wenn sie sich mit Pharmaunternehmen zusammenschließen, die als Industrieunternehmen per definitionem einen massiven Zugang zu Patienten und Ärzten haben, dann könnte ihre Skalierung viel schneller erfolgen.

Roberto, was war die ursprüngliche Idee hinter der Frontiers Health Conference?

Es gab bereits digitale Gesundheitskonferenzen und wir stellten fest, dass es auch bei diesen Konferenzen nicht wirklich einen Ort gab, an dem das gesamte Ökosystem zusammenkommen konnte. Ein Ort, an dem sich Start-ups, Investoren, Pharmaunternehmen, Entwickler und Versicherer treffen konnten. Das war der allgemeine Gedanke; gleichzeitig waren die Organisatoren der Frontiers Conferences daran interessiert, eine Veranstaltung im Gesundheitswesen ins Leben zu rufen.

Angesichts der Tatsache, dass ich ihre Veranstaltungen schon vorher besucht hatte, fand ich es eine großartige Idee und meldete mich freiwillig als Kurator der Konferenz, die ich Pro Bono betreue. Danach begannen viele Menschen in unseren Netzwerken, sich für die Konferenz zu begeistern. Das ist im Grunde genommen das, was die Konferenz zu dem gemacht hat, was sie heute ist.

Für Frontiers Health 2017 haben Sie Start-ups und Pharmaunternehmen zusammengebracht. Wie können beide Seiten von dieser Konferenz besonders profitieren?

Die Start-ups erhalten klare Sichtbarkeit und Zugang. Ein Pharmaunternehmen kann sich mit Innovatoren verbinden. Start-ups sind in der Lage, mit brillanten neuen Ideen zu begeistern, aber wenn sie sich mit Pharmaunternehmen zusammenschließen, die als Industrieunternehmen per definitionem einen massiven Zugang zu Patienten und Ärzten haben, dann könnte ihre Skalierung viel schneller erfolgen.

Wo sehen Sie langfristig das Potenzial von Partnerschaften zwischen Start-ups und Pharmaunternehmen? Ist das jetzt nur ein Hype oder bestimmt das die Zukunft der Gesundheitsbranche?

Das ist eine gute Definition für die Zukunft der Gesundheitsbranche, wie Sie es bei der Übernahme von mySugr gesehen haben. Digitale Gesundheitsunternehmen, insbesondere Unternehmen im Bereich digitaler Therapien, werden einen großen Teil der Zukunft der Pharmabranche ausmachen. Ich glaube, dass es zu vielen Übernahmen kommen und dass es auch eine neue, digitale Generation von Pharmaunternehmen geben wird.

Welche Technologien haben in diesem Bereich das größte Potenzial, wenn es um die Verbesserung der Gesundheitsversorgung geht?

Wenn man bedenkt, dass viele Krankheiten durch Verhaltensaspekte beeinflusst werden, dann können Technologien in Sensoren und in Algorithmen alle eine große Rolle bei der Veränderung dieser Verhaltensweisen spielen. Alles, was die Ernährungsgewohnheiten berührt, die Art und Weise, wie Sie trainieren, wie Sie schlafen, wie Sie essen oder trinken, all das hat ein enormes Potenzial.

Und was ist Ihre persönliche Vision für die Gesundheitsversorgung in den nächsten 5-10 Jahren?

Ich denke, es wird sich hier ganz massiv etwas verändern. Ich denke hier auch an stark datengetriebene Lösungen. Es wird noch viel ähnliche den Ansätzen werden, die wir bereits von digitalen Konsumgütern on demand kennen. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung wird sich massiv von jener unterscheiden, die wir bisher kennen.

Welchen Rat würden Sie unseren Lesern geben? Was sollten Pharma-Marketer, Ärzte und Gesundheitsjournalisten beachten, wenn es um digitale Gesundheit und neue bahnbrechende Technologien geht?

Sie sollten bedenken, dass es sich um eine andere Art von digitalem Marketing handelt, obwohl es immer noch digital ist. Ich denke, es ist wichtig zu bedenken, dass dies nicht etwas ist, das einen Prozess wie z.B. die Kundenbindung verbessern kann, die bereits großartig ist, wenn sie gut ausgeführt wird. Es ist etwas, das sich auch stark auf die geschäftliche Seite auswirken kann. Das bedeutet, es ist möglich, dass in Zukunft alle Ihre Einnahmen aus der Software-Lizenzierung und nicht aus dem Verkauf von Medikamenten stammen. Das wird meiner Meinung nach eine der großen Veränderung in der Gesundheitsbranche sein.

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